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In Forst besonders viele Diebstähle

Diebstahl aus Auto
Diebstahl aus Auto FOTO: © Syda Productions - Fotolia.com
Forst. Die Zahl der Diebstähle ist in Forst 2016 im Vergleich zum Vorjahr am stärksten im ganzen Landkreis Spree-Neiße gestiegen: Die Zahl schnellte um 26 Prozent in die Höhe, das sind 362 Diebstähle mehr als im Vorjahr – darunter rund 100 Fahrraddiebstähle mehr sowie 60 Autodiebstähle und 70 Einbrüche mehr in Bungalows und Gärten. Darauf machte Bettina Groß, Leiterin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, am Freitag die Forster Stadtverordneten aufmerksam. Steffi Ludwig

In Guben waren es nur 1,7 Prozent Diebstähle mehr, in Spremberg 5,2 Prozent. Der Anteil von Diebstählen an den Gesamtstraftaten ist damit in Forst besonders hoch: Betrug dieser Anteil 2016 in ganz Spree-Neiße 52,2 Prozent und in Cottbus 47,7 Prozent, waren es in der Rosenstadt ganze 62,1 Prozent, so Bettina Groß. Den Hauptgrund sieht die Leiterin der Polizeiinspektion weiter in der Rauschgiftkriminalität in Forst: "Hier haben wir ein echtes Problem." Deutlich machte sie dies an den aktuellen Rauschgiftpreisen: Diese reichten von rund zehn Euro für ein Gramm Marihuana bis zu 87,30 Euro pro Gramm der gefährlichen Modedroge Crystal Meth. Ein schwer abhängiger Crystal-Konsument brauche in der Woche zwei bis vier Gramm Stoff, was schnell 1000 bis 2000 Euro pro Monat nur für die Beschaffung der Droge bedeute. Diebstähle seien an der Tagesordnung. "Das ist ein gesellschaftliches Problem, wir brauchen vor allem präventive Maßnahmen", so Bettina Groß. Die vor Kurzem in Forst neu ausgeschriebene Stelle eines Sachbearbeiters Drogen- und Suchtprävention/Gesundheitsförderung sei deshalb ein wichtiger Punkt - die Stadt hatte diesen Posten auf Anraten der Polizei im März kurzfristig in den Haushalt aufgenommen. Derzeit läuft nach Auskunft der Stadtverwaltung das Auswahlverfahren der Bewerber. Voraussichtlich zum 1. Juli soll die neue Stelle starten. "Wir müssen in erster Linie verhindern, dass Kinder und Jugendliche zu Konsumenten werden", so Bettina Groß.

Ob es denn auch eine höhere sichtbare Polizeipräsenz in der Stadt gebe, wollen einige Stadtverordnete wissen. "Ja, wir sind bestrebt, im Sommer wieder verstärkt mit Fußstreifen sichtbar zu sein", so Bettina Groß. Zudem habe die Polizei im Haushalt 2017/18 mehr Personalstellen zugewiesen bekommen, was sich auch positiv in der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße und vor allem bei der Kriminalpolizei auswirken soll. "Denn wir wollen nicht nur die Kleinkonsumenten fassen, sondern auch den Ursprung oder die Strukturen herausfinden", sagte sie. "Dafür sind wir auch mit dem Zoll im Gespräch." Problematisch sei derzeit allerdings die Altersstruktur bei der Polizei, so Groß.

Im Jahr 2015 waren die Zahlen der Straftaten im Landkreis Spree-Neiße im Vergleich zu 2014 zurückgegangen: In Forst waren es mit 2515 sogar 13,7 Prozent weniger. 2016 dann die umgekehrte Entwicklung: Mit 2825 Straftaten sind es in Forst 12,3 Prozent mehr als 2015.

Zum Thema:
Den Anteil ausländischer Tatverdächtiger beziffert Bettina Groß in der Polizeiinspektion Cottbus /Spree-Neiße mit unter 20 Prozent. In Forst habe die Polizei 2016 bei Diebstählen aus Wohnungen 31 Tatverdächtige ermittelt, davon 29 deutsche und zwei ausländische. Beim Fahrraddiebstahl wurden 26 Tatverdächtige ermittelt, davon 16 deutsche und zehn Ausländer. Die Aufklärungsquote im Bereich der Polizeiinspektion ist 2016 auf 48 Prozent gesunken (2015: 52 Prozent). Als einen Grund nennt Bettina Groß den hohen Anteil Diebstähle, die schwierig aufzuklären seien. Hier sollen verstärkt kriminaltechnische Untersuchungen an den Tatorten aufgenommen werden.