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Polizei-Ermittler sind Geldautomatensprengern auf der Spur
„In Döbern waren Dilettanten am Werk“

Ein Trümmerfeld ist nach der Explosion Mitte Juli in Döbern zu sehen.
Ein Trümmerfeld ist nach der Explosion Mitte Juli in Döbern zu sehen. FOTO: LR Medienverlag / Angela Hanschke
Potsdam/Döbern. Geldautomatensprenger haben es in Brandenburg zunehmend schwerer. Immer mehr Fälle werden aufgeklärt. Doch was ist mit dem mysteriösen Fall von Döbern Mitte Juli? Dazu hat die Polizei eine eigene Theorie. Von Bodo Baumert

Ein lauter Knall hat Mitte Juli nachts in der Döberner Aufbaustraße Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Die Geldautomatensprenger hatten wieder zugeschlagen – und dabei fast die kleine Filiale der Sparkasse mit in die Luft gejagt.

Schon damals kam Beobachtern der Fall eigenartig vor. Während in den Vornächten eine holländische Profi-Sprenger-Bande rund um Berlin zugeschlagen hatte, sollte diese plötzlich ins weit entfernte Döbern ausgewichen sein?

Bankautomat in Döbern gesprengt FOTO: LR Medienverlag / Angela Hanschke

Spätestens als zwei Tage später die erbeutete Geldkassette in der Neiße an einer Brücke des Pücklerparks in Bad Muskau gefunden wurden, war klar: Nein, das waren keine Profis.

Die Ermittlungen der im Polizeipräsidium gebildeten Soko „Geld“ scheinen das nun zu bestätigen. „Da waren Dilettanten am Werk“, sagt Polizeisprecher Torsten Herbst. Die Menge des eingeleiteten Gases sei viel zu groß gewesen. Deshalb sei es auch zu den extremen Schäden am Gebäude gekommen. Die gefundenen Spuren und das Vorgehen passen nach Auskunft der Ermittler zu keinem der bisher in der Region begangenen Attacken auf Geldautomaten.

Ganz offensichtlich handelt es sich also um jene Trittbrettfahrer, vor denen die Polizei seit langem warnt. Dass die Täter offenbar nicht so gut Bescheid wissen, mache sie nicht ungefährlicher, warnt Polizeisprecher Herbst. Im Gegenteil: Derart unkontrollierte Explosionen könnten schnell auch Menschenleben gefährden.

Weitere Taten, die auf die gleiche Tätergruppe schließen lassen, sind bisher nicht gefunden worden. Da auch die Holländer sich einen anderen Wirkungsbereich gesucht haben, ist es in Brandenburg derzeit ruhiger geworden. Der letzte Sprengversuch liegt zwei Monate zurück. Erst vor wenigen Tagen wurde eine Bande aus dem Berliner Umland hochgenommen. Auch die Verhaftungen in Polen Anfang des Jahres scheinen Wirkung zu zeigen.