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| 18:01 Uhr

Keine Kandidaten
Bei der Kommunalwahl muss die CDU in Döbern passen

Döbern. Der Partei ist es nicht gelungen, Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung zu finden. Von Sven Hering

 Bei der anstehenden Kommunalwahl in drei Wochen bewerben sich in der Stadt Döbern sechs Parteien, Vereinigungen oder Einzelbewerber um einen Platz in der Stadtverordnetenversammlung. Dabei fehlt allerdings ein politisches Schwergewicht. Der CDU ist es nicht gelungen, geeignete Kandidaten zu finden. „Das ist ärgerlich und ich bedaure es auch sehr, doch wir können es leider nicht ändern“, sagt Raik Nowka, Kreisvorsitzender der Christdemokraten in Spree-Neiße.

Bei der letzten Kommunalwahl konnte die CDU noch vier Mandate für das Döberner Stadtparlament erringen. Allerdings wurde die Fraktion schon Anfang des Jahres dezimiert. So legte die Stadtverordnete Barbara Moogk ihr Mandat nieder. Grund war der Wegzug Moogks von Döbern nach Cottbus. Einen Nachrücker konnte die CDU nicht aufbieten. Bei der zurückliegenden Kommunalwahl hatten keine weiteren Kandidaten auf der CDU-Liste gestanden. Damit beendet die CDU-Fraktion die Legislaturperiode mit drei statt der bisher vier Vertreter.

Doch auch von diesen konnte niemand zum Weitermachen animiert werden. Für Yvonne Fischer, die in dieser Woche ihren 51. Geburtstag feierte, stand der Rückzug aus der Politik schon seit langem fest. „Eigentlich“, so erklärt sie, „wollte ich schon vor der letzten Kommunalwahl aufhören.“ Damals sei sie der Bitte der Partei nachgekommen und hängte noch eine Legislaturperiode dran. „Jetzt bin ich seit 29 Jahren ehrenamtliche Kommunalpolitikerin, habe viele verschiedene Ämter bekleidet. Irgendwann ist es an der Zeit, den Platz freizumachen. Es sollen schließlich jüngere Leute das Feld übernehmen“, begründet sie ihren Rückzug. Doch die jungen Leute sind nicht in Sicht. Zumindest nicht in Döbern.

Das bestätigt Raik Nowka. Eine generelle Tendenz lasse sich aus diesem Beispiel allerdings nicht ablesen. „Wir streben schon an, dass die Leute, die derzeit Politik machen, sich darum kümmern, schon frühzeitig junge Leute einzubinden“, erklärt der Landtagsabgeordnete. Gute Erfahrungen habe die Partei damit in Spremberg, Kolkwitz oder auch Forst gemacht. „Was nicht funktioniert ist, dass man Leute einfach importiert“, betont Nowka. Das sei für Döbern deshalb auch keine Option gewesen.

Doch wie verhält sich die CDU nun in der 4000-Einwohner-Stadt im Südosten des Landes? Gibt man Döbern vielleicht sogar auf?

„Nein“, betont Nowka. „Wir müssen versuchen, wieder eine aktive Ortsgruppe aufzubauen“, verrät er. Möglicherweise mit Unterstützung aus Forst. Das sei in den Kleinstädten allerdings noch schwieriger als anderswo, weil dort die demografischen Probleme noch größer seien als zum Beispiel in den Mittelzentren. „Und wenn dann mit einem Schlag vier, fünf Protagonisten gleichzeitig entscheiden, in den politischen Ruhestand zu gehen, dann sind die Auswirkungen eben extrem“, so Nowka.

Auch Yvonne Fischer hofft, dass sich die CDU schon bald wieder mit dann neuen Leuten kommunalpolitisch einbringen kann. Allerdings warnt sie vor übertriebenen Erwartungen. „Das ist eine aufopferungsvolle Tätigkeit, Ehrenamt heißt immer auch, dass ich viel von meiner Lebenszeit investieren muss, wenn ich es ordentlich machen möchte.“