(aha) Wie symbolisch für einen Neubeginn wehte in Beitsch ein frischer Wind übers Gelände, als am Pfingstsamstag Pawel Kosicki, Vorsitzender der Stiftung „Fundacja Monumenta Poloniae“ das 2. Turmfest eröffnete. Das Ensemble sei Teil „unserer gemeinsamen Geschichte“, sagte er vor den Besuchern, darunter Mitglieder des Forster Museumsvereins. An seiner Seite: Bürgermeister Ryszard Kowalczuk aus Brody, die Landeskonservatorin Barbara Bielinis-Kopec sowie Ceslaw Federowicz, langjähriger Präsident der Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Etliches hat sich getan seit den Aufräumarbeiten im März vorigen Jahres, an denen sich auch Forster Geschichtsfreunde beteiligten. Dennoch bieten der Turm und das am Kriegsende unzerstörte Schloss nach jahrzehntelangem Leerstand einen beklagenswerten Zustand. Viele deutsche Besucher, deren Zahl sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelte, betraten das Areal erstmals durch den westlichen Turm des einstigen Torhauses, erklommen die Treppe ins Obergeschoss. Bis zum Jahr 1850 habe im Osten ein weiterer, durch Blitzschlag zerstörter Torturm das Gelände begrenzt, hieß es unter anderem auf den zahlreichen zweisprachigen Informationstafeln. Zweisprachig auch die Führungen durch das Schloss und die weithin bekannte Kirche mit Pawel Kosicki.

14 Tafeln mit Texten von Schülern aus Neuzelle und Zielona Góra informierten im Schloss beidseitig über das Schicksal von 28 Schlössern links und rechts der Neiße. „Mit Käufen beim Kunsthandwerkermarkt und der Spendenbox können uns die Besucher untestützen“, so Kosicki. Auch Baumaterialien und -geräte seien gefragt.