„Wir sind eine Anlaufstelle für Menschen, die psychisch erkrankt sind. Gemeinsam wird nach weiter führender Hilfe gesucht. Aber auch Menschen, die sich allein fühlen, die einen Teil ihrer sozialen Fähigkeiten bereits verloren haben, können bei uns neue Gesprächspartner finden, Hobbys für sich entdecken, ihren Alltag wieder strukturieren lernen“ , erläutert Markus Adam.
Derzeit würden pro Jahr rund 250 psychisch Beeinträchtigte betreut und erhielten aktive Hilfe. „Natürlich wünschte ich mir, dass wir in zehn Jahren nicht mehr so viele Besucher hätten – weil dies auch bedeuten würde, dass es den Menschen insgesamt besser geht. Ich gehe aber davon aus, dass die Situation auch im Jahre 2018 kaum anders ist, da es zum einen immer Menschen mit psychischen Erkrankungen geben wird und zum anderen auch immer wieder Menschen in schwierige psychosoziale Situationen geraten können, aus denen sie allein nicht mehr herauskommen“ , konstatiert er. Immer mehr Menschen, könne er beobachten, würden unter dem Alleinsein leiden und darunter, dass sie sich durch ihre Mitmenschen unverstanden fühlten.
Das werde ein deutlich größeres Problem, dem sich aber alle stellen könnten. „Wir alle, die wir in Forst leben und arbeiten, können helfen – wenn wir offen auf diese Menschen zugehen, wenn wir uns nicht aus Angst, Verunsicherung oder aus Vorurteilen von denen abwenden, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. In dieser Hinsicht kann jeder etwas tun und so in Zukunft auch eine Veränderung des Miteinander-Lebens in Forst erreichen“ , ist er sich sicher.
Eine solche Veränderung halte er auch im Kleinen für unbedingt notwendig. Zunächst sei es doch erst einmal wichtig, innerhalb der Familie, des Bekanntenkreises offen und vertrauensvoll miteinander umzugehen. „Kommen wir dabei in den nächsten zehn Jahren ein Stück voran, dann ist schon viel gewonnen. Für Menschen, die so miteinander umgehen, ist es auch einfacher, anderen zu helfen, die mit Situationen in ihrem Leben nicht allein zurecht kommen. Es kommt weniger darauf an, jemandem zu erklären, wie er etwas zu sehen, zu tun und vielleicht auch zu denken hat, sondern mehr für ihn da zu sein. Voraussetzung dafür ist, dass wir auf den anderen zugehen und ihm zuhören, dass wir akzeptieren, wie er empfindet – auch wenn sich das von unseren eigenen Wahrnehmungen grundsätzlich unterscheiden sollte“ , unterstreicht der Caritas-Leiter.
Ob es in zehn Jahren möglichst viele kulturelle, touristische und sportliche Angebote und Veranstaltungen sowie Highlights aller Art in Forst gebe oder nicht, sei zwar durchaus interessant, aber auch nicht das letztendlich Entscheidende. „Wirklich wichtig ist: Wie gehen wir miteinander um, wie achten wir den Anderen – auch den Andersartigen“ , betont Markus Adam.