| 02:35 Uhr

Im Forster Hof wurde der Frühling eingesungen

Zwischen Träumerei, Gänsehaut und mitreißenden afrikanischen Rhythmen: Das Frühlingskonzert des Niederlausitzer Sängerbundes bot im "Forster Hof" viel Abwechslung.
Zwischen Träumerei, Gänsehaut und mitreißenden afrikanischen Rhythmen: Das Frühlingskonzert des Niederlausitzer Sängerbundes bot im "Forster Hof" viel Abwechslung. FOTO: Margit Jahn/mjn1
Forst. Der Niederlausitzer Sängerkreis bot viel abwechslungsreiche Titel, die teilweise zum Mitsingen, teilweise zum Träumen einluden. Margit Jahn / mjn1

Mit dem "Torgauer Marsch" haben der Männerchor Peitz sowie dem Forster Männergesangverein unter der Leitung von Ingo Daniels am Sonntagnachmittag das Frühlingssingen den Niederlausitzer Sängerkreises eingeleitet. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, zur Hälfte von den Chormitgliedern selbst, zum anderen Teil mit gut gelaunten Zuschauern.

Insgesamt fanden sich acht Chöre der Region zum Frühlingssingen ein, darunter der gemischte Chor Kahren, der Volkschor Döbern, der Frauenchor Döbern, der Männerchor Peitz, der Stadtchor Spremberg des ASF, der Volkschor Cottbus und der "Liederkranz" Groß Gaglow.

Nach einem traditionellen deutschen Repertoire sowie Titeln von Cat Stevens oder Mozart erklangen frische und schwungvolle Töne des passend zum Frühling grün gekleideten Spremberger Stadtchores. Italienisches Flair verbreiteten sie mit dem passenden Lied "Tiritomba". Nach dem Besuch in Italien ging es gleich nach Afrika. "Sivahamba" erklang, und dieser Rhythmus ging auch sofort ins Blut der Gäste, die alle im Rhythmus mit schaukelten. Übermütiges mitklatschen auch während des letzten Titels: "Singen macht Spaß" sowie stürmischer Applaus hinterher war ihr Lohn für die drei wundervollen Titel. Den Nerv des Publikums hatten sie damit voll getroffen.

Spannend machte es David Vogel, Countertenor und Chorleiter. Sein von ihm vorgetragenes Klavierstück am Bechsteinflügel des Forster Hofes war bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis: "I Giorni" von Ludovico Einaudi. Nach den anregenden Gesängen der Spremberger wurde es dann bei den ersten Tönen des italienischen Komponisten völlig ruhig im Saal. Unglaublich, welch harmonische Töne David Vogel dem Klavier entlockte. Irgendwie bekannt kam es den Zuschauern vor, Einaudi schrieb unter anderem Musik für den Film "Ziemlich bester Freunde".

Nach den verträumten Melodien ging es dann mit "Geh aus mein Herz" des Volkschores Cottbus weiter. Gab die Stimmgabel zu anfangs die schlichtweg falschen Töne vor, wurde dies mit einem schmunzeln seitens des Chorleiters David Vogel korrigiert. Das ist live, da darf sich auch mal ein Ton einschleichen, der dort gar nicht hingehört.

Zum weiteren Repertoire gehörte "Die Nachtigall" oder der Kanon "Endlich ist Frühling" vorgetragen vom Forster MGV 1832.

Eine kleine Pause erbaten sie sich, genau 27 Sekunden lang scherzte der Sprecher des Forster MGV, um ihren Mitsänger Walter Jannes (78) in ihre Mitte zu holen. Walter Jannes wollte es sich nicht nehmen lassen und nach langer Krankheit eigens zum folgenden flotten Titel "Fliegermarsch" mit dabei sein und zu singen. Zu flotten Marschklängen von der Konserve schmetterten die Männer diesen populären österreichischen Marsch, der auch von der Bundeswehr als Traditionsmarsch eingesetzt wird. Bei diesem Titel des Komponisten Hermann Dostal, der ihn 1912 unter dem Titel "Kerzengrad steig ich zum Himmel" seiner Operette "Der fliegende Rittmeister" als Gesangsstück für einen Ballonfahrer geschrieben hat, brodelte und klatschte wieder der Saal.

Als Höhepunkt gab es zum Schluss vom "Liederkranz" sowie dem Volkschor Cottbus das sehr anspruchsvolle Stück "Adiemus", von Vogel für drei Stimmen arrangiert, zu hören. Von Ramona Pietkiewicz am Flügel begleitet, läutete David Vogel die letzte Gesangsrunde des ausgehenden Nachmittages ein. Das war noch mal Gänsehaut-Gefühl pur am Schluss eines sehr harmonischen Sonntages. "Der Mai ist gekommen" klang es am Ende nochmals aus allen Kehlen der versammelten Sänger im Forster Hof.