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| 18:28 Uhr

Das zweite Turmfest soll auf ein ehrgeiziges Projekt aufmerksam machen
Die Retter des Schlosses geben ein Fest

 Das Torturm des Schlosses in Biecz (Beitsch) gehört der Stiftung, die sich aber auch um die Sicherung des Schlosses kümmert. 
Das Torturm des Schlosses in Biecz (Beitsch) gehört der Stiftung, die sich aber auch um die Sicherung des Schlosses kümmert.  FOTO: Marek Fiedorowicz
Biecz (Beitzsch). Für den Erhalt von Schloss und Torhaus in Biecz sollen neue Unterstützer gewonnen werden.

Typisch deutsch, das empfinden deutsche Besucher häufig angesichts der Schlösser und Herrenhäuser östlich der Neiße. Einen jungen Blick auf Schlösser und Herrenhäuser in Deutschland und Polen haben Schüler aus Deutschland und Polen geworfen. Die von ihnen gemachten Fotografien werden in einer Ausstellung präsentiert, die am kommenden Samstag beim zweiten Turmfest in Biecz gezeigt wird.

Zum ersten Fest waren im vergangenen Jahr rund 200 Besucher in den kleinen Ort gekommen, der in etwa zwischen Guben und Forst liegt – aber eben nur östlich der Neiße. Ein 250-Einwohner-Ort mit  zwei prägnanten Gebäuden – einer Kirche, die als  eine Art kleiner Vorgängerbau der Frauenkirche in Dresden gilt, und dem Schloss mit seinem imposanten Turmhaus.

Tor- und Turmhaus sowie Schloss sind in einem schlechten Zustand. Um sie kümmert sich eine kleine Stiftung, die eigentlich nur Eigentümer des Torhauses ist – aber mit Genehmigung des Insolvenzverwalters auch erste Sicherungsarbeiten am Schloss vorgenommen hat. Bereits im vergangenen Jahr wurden durch die Stiftung, Einwohner aus Biecz und weitere Unterstützer auch aus Deutschland Dach und Fassade gesichert. Ziel der kleinen Stiftung ist neben dem Denkmalschutz die Pflege und der Erhalt des Ofenbaus und der Ofensetzertradition.

Schon im vergangenen Jahr machten Stiftung und Gemeinde mit dem Fest auf ihr Ziel aufmerksam und warben um Unterstützer. Nur so kann auch das zweite Fest auf die Beine gestellt werden, bei dem es einen Keramikworkshop, einen Kunsthandwerkermarkt, eine Schatzsuche für Kinder, natürlich Besichtigungsmöglichkeiten für Schloss und Kirche sowie die Ausstellung der deutschen und polnischen Schüler geben wird. „Alle Angebote sind zweisprachig“, betont Stiftungsvorsitzender Pawel Kosicki. Mit dem Fest sollen weitere Unterstützer auf das Projekt aufmerksam gemacht werden, denn neben finanzieller Hilfe sind auch alte Gerüste, Baumaschinen und Werkzeuge ebenso gefragt wie für historische Gebäude geeignete Baustoffe, Elektro- und Wasserleitungen sowie Kleinteile in großen Mengen –  die  auch innerhalb der Lausitz abgeholt würden.

Die Ausstellung zu den Schlössern und Herrenhäusern in Deutschland un Polen ist im vergangenen Jahr schon im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg gezeigt worden. Dabei sei es nicht nur um die Geschichte der Denkmale, sondern um die subjektive Wahrnehmung gegangen, die durch Fotografien und Texte zur Sprache kommt, charakterisierten die Geschichtsexperten des Landes die Arbeit der Schüler aus dem Gymnasium Campus Neuzelle, der Integrativen katholischen Grundschule Neuzelle, der Medienschule Potsdam  und dem Europäischen Gymnasium in Zielona Góra.  Mit dem „jungen Blick auf Altes“ sollen die gemeinsamen kulturellen Identitäten beiderseits von Oder und Neiße bewusst gemacht und gestärkt werden. Das Projekt ist in Buchform verarbeitet worden.

www.schloss-beitzsch.de">Mehr zu dem Projekt in Biecz und den Zielen der Stiftung Monumenta Poloniae stehen im Internet auf