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| 13:43 Uhr

Sind Großveranstaltungen im Deutschen Haus in Döbern in Gefahr?
Heizung droht Totalausfall

 Das Deutsche Haus in Döbern ist eine beliebte Veranstaltungsstätte. Volles Haus heißt es regelmäßig bei den Vortragsabenden der Döberner Heimatfreunde.
Das Deutsche Haus in Döbern ist eine beliebte Veranstaltungsstätte. Volles Haus heißt es regelmäßig bei den Vortragsabenden der Döberner Heimatfreunde. FOTO: Angela Hanschke
Döbern. Die im Jahr 1992 errichtete Heizungsanlage im Deutschen Haus in Döbern wird zum Problemfall. Sie entspricht nicht mehr dem aktuellen Standard und würde so heute keine Zulassung mehr erhalten. Bei einem Defekt droht wegen fehlender Ersatzteile ein Totalausfall. Die Döberner Verwaltung arbeitet deshalb derzeit an einem Notfallplan. Von Sven Hering

Es kann jeden Tag passieren. Ohne Vorwarnung. Und dann bleibt der Saal kalt. Uwe Eppinger, Chef des Fachbereiches Bauen, Gebäude- und Liegenschaftsmanagement im Amt Döbern-Land, redete im jüngsten Bau- und Finanzausschuss Klartext.

Die Heizungsanlage im Deutschen Haus in Döbern – einem beliebten Austragungsort von Großveranstaltungen – ist nicht nur in die Jahre gekommen. Sondern sie entspricht schon längst nicht mehr den aktuellen Standards. „Für diese Art von Gebäude wäre sie heutzutage nicht mehr zulässig“, sagte Eppinger.

Ein Defekt der im Jahr 1992 errichteten Anlage würde zu einem echten Problem führen. Eppinger: „Wenn ein Hauptteil kaputt geht, gibt es keine Ersatzteile. Das heißt, die Anlage fällt dann komplett aus.“

In Döbern will man für diesen Fall gerüstet sein. So hat die Verwaltung jetzt eine Alternative vorbereitet. Demnach biete sich eine Wandheizung an. Diese kann als Trockenbausystem oder Nasssystem erichtet werden.

Beim Trockenbausystem wird auf die Außenwände von innen eine Dämmung aufgebracht. Auf diese Dämmung wird dann das Befestigungssystem, daran die Heizrohre und darauf das Trockenbauelement und ein Wandbelag befestigt.

Beim Nasssystem entspricht der Wandaufbau bis einschließlich der Heizrohre dem des Trockenbausystem. Darauf wird dann eine erste Putzschicht, ein Putzträger, eine zweite Lage Putzschicht und der Wandbelag aufgetragen. Die Kosten liegen zwischen 160 000 Euro (Nasssystem) und 205 000 Euro (Trockenvariante). Summen also, die Döbern nicht mal so eben aus der Portokasse bezahlt.

Die Verwaltung hat deshalb für die anstehende Stadtverordnetenversammlung zwei Vorschläge erarbeitet. Variante eins: Die Stadt investiert in eine neue Heizungsanlage. Als Anschubfinanzierung könnten dafür Mittel aus der kommunalen Investitionspauschale genutzt werden, die noch zur Verfügung stehen. Das wären knapp 48 000 Euro, die eigentlich für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen verwendet werden sollten. Dieses Geld muss bis November abgerufen werden, weil die Mittel ansonsten verfallen. Die übrige Summe müsste dann aus dem Haushalt finanziert werden.

Variante zwei: Die Verwaltung hofft, dass die Heizung noch durchhält und nutzt das Geld wie geplant für die Straßenlampen. Uwe Eppinger appellierte an die Ausschussmitglieder: „Wir brauchen eine Entscheidung.“

An Alternativen für den Fall, dass die Heizung ihren Dienst versagt, hat Eppinger bereits gedacht. „Die Beheizung des Saals mit einer mobilen Anlage ginge schon, dann müsste man die Anlage aber auch haben für den Tag X. Kurzfristig muss man allerdings damit rechnen, dass Veranstaltungen ausfallen.“

Im Bauausschuss gab es Befürworter für beide Varianten. Bernd Peter (Die Linke) erklärte: „Wir sollten das Geld für die Beleuchtung verwenden – und die Amtsverwaltung müht sich so gut es geht um Fördertöpfe für die Heizung.“ Eberhard Koch (FDP) plädierte dafür, das Geld in das Deutsche Haus einzustellen. „Die Umstellung der Straßenbeleuchtung können wir verschieben, da passiert doch nichts.“

 Die Verwaltung hat viel Geld in die Hand genommen, um das Deutsche Haus zu dämmen. Jetzt wird die Heizung zum Problemfall.
Die Verwaltung hat viel Geld in die Hand genommen, um das Deutsche Haus zu dämmen. Jetzt wird die Heizung zum Problemfall. FOTO: Angela Hanschke