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| 18:00 Uhr

Forst
Illegaler Müll bleibt Ärgernis

Seit einigen Wochen liegt dieser Müll im Wald am Klein Jamnoer Teich. Nah am Weg hat sich jemand dieser Sachen entledigt.
Seit einigen Wochen liegt dieser Müll im Wald am Klein Jamnoer Teich. Nah am Weg hat sich jemand dieser Sachen entledigt. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Forst sammelt jährlich 30 Tonnen herrenlose Abfälle ein. Grundstückseigentümer bezahlen. Von Katrin Kunipatz

Teichwirt Christoph Junghanns ärgert sich über kleine und größere Müllhaufen. Ins Wasser oder ans Ufer seiner Teiche  bei Muknitz und Eulo oder entlang der Wege kippen Leute ihre Abfälle. Kleidung in Säcken, Computerbildschirme oder alte Reifen, Dachpappe und Gipskartonplatten hat er schon gefunden.  Problematisch für den Fischer sind aber vor allem zerschmissene Flaschen. „Wenn wir beim Abfischen in die Scherben oder Flaschenböden treten, gehen Schuhe und Gummihosen kaputt.“

Mit illegal entsorgten Abfällen kämpft nicht nur der Euloer Teichwirt. Auch die Verantwortlichen der Stadt Forst begleitet dieses Problem. „Es gab schon Jahre, da war es schlimmer“, sagt Betriebsleiter Roland Obst, „aber einen direkten Rückgang können wir nicht verzeichnen.“ Alte Möbelstücke, Beutel mit Haushaltsmüll an den Wertstoffcontainern, alte Fernsehgeräte oder abgelegte Reifen stellen die Mitarbeiter des Betriebsamtes immer wieder bei ihren Rundfahrten im Stadtgebiet fest. Andere Hinweise kommen von Bürgern, dem Ordnungsamt oder gehen bei der Stadt über das Meldeportal Maerker ein, erläutert Ilona Lehmann vom Sachgebiet Allgemeine Ordnung bei der Stadtverwaltung.

Das Betriebsamt versucht in jedem Fall, schnell zu reagieren und räumt die Abfälle weg. „Wir wollen so vermeiden, das andere noch mehr dazulegen“, so Roland Obst. Seine Mitarbeiter fahren die Abfälle zur Deponie. Entsprechend einer Vereinbarung zwischen dem Landkreis und der Stadtverwaltung übernimmt der Kreis die Entsorgungskosten. Ilona Lehmann erläutert, dass grundsätzlich der Grundstückseigentümer für die Beseitigung der auf seinem Grundstück lagernden Abfälle verantwortlich ist. Deshalb nehme das Ordnungsamt auch Kontakt zu den Grundstückseigentümern auf, wenn keine städtischen Flächen betroffen seien. „Die meisten zeigen sich einsichtig und beräumen den Müll“, so Ilona Lehmann.

Leider gelingt es aus Einschätzung der kommunalen Vertreter selten, den Verursacher der Verschmutzung ausfindig zu machen. Die Mitarbeiter des Betriebsamts achten auf Adressaufkleber oder anderen persönlichen Dingen im vorgefundenen Müll. „Manchmal werden sie tatsächlich fündig“, so Roland Obst. Der mögliche Verursacher erhält dann Post vom Ordnungsamt. Doch der Nachweis, dass wirklich er die Dinge abgelegt hat, sei schwer. Eigentlich müsse man den Täter beim Abladen des Mülls beobachten und noch einen Zeugen dabei haben, so Teichwirt Christoph Junghanns. Dies sei nahezu unmöglich. Deshalb sind er und seine Mitarbeiter dazu übergegangen, jedes verdächtige Nummernschild aufzuschreiben und Fotos zu machen. Nur so bestünde irgendeine Chance, vom Verursacher Schadenersatz zu erhalten, erklärt er. Die Entsorgungskosten fallen auf ihn als Pächter zurück. Zwischen 500 und 600 Euro seien es pro Jahr.

Rund 2000 Euro bezahlt der Landkreis für die Entsorgung der herrenlosen Abfälle, die allein von der Stadt Forst zur Deponie gebracht werden. „In den zurückliegenden drei Jahren kamen Mengen zwischen 29 bis 33 Tonnen zusammen“, teilt Susanne Neuer, Werkleiterin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft, mit. Wobei es keine eindeutige Tendenz zu mehr oder weniger Müll gebe. Der Landkreis hat mit allen anderen Städten, Ämtern und Gemeinden ähnlich wie in Forst Vereinbarungen getroffen. Die Kommunen sammeln und lagern die Abfälle und der Landreis entsorgt den Müll, so Susanne Neuer.

Warum jemand Haushaltsmüll, alte Elektrogeräte oder Kleidung erst ins Auto lädt, um die Abfälle im Wald zu entsorgen, können Roland Obst und Christoph Junghanns nicht nachvollziehen. Gerade von Forst ist der Weg zur Deponie der AGNS nicht weit. Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft nimmt hier gebührenfrei Fernseher, Kühlschränke, andere elektrische Haushaltgeräte, aber auch Kleidung, Papier und Schrott entgegen. Für Bauschutt und Grünabfälle werden je nach Menge Gebühren fällig. Wer nicht selbst zum Wertstoffhof fahren kann, beantragt im Internet beim Eigenbetrieb (www.eigenbetrieb-abfallwirtschaft.de) die kostenfreie Sperrmüll- oder Elektronikschrottabholung. Den Termin für eine Straßensammlung erhalte man nach etwa drei Wochen, erklärt die Eigenbetriebsleiterin. Und selbst an Kleingartenanlagen sei so eine Abholung möglich.