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| 01:33 Uhr

Illegale junge Hundewelpen in Forst sichergestellt

Die Welpen wurden durch die Bundespolizei erst einmal mit Wasser versorgt. Foto: Bundespolizei
Die Welpen wurden durch die Bundespolizei erst einmal mit Wasser versorgt. Foto: Bundespolizei FOTO: Bundespolizei
Forst. Schnelles Geld hatte sich wohl ein 32-Jähriger erhofft, der mit einem gefälschten litauischen Führerschein von Beamten der Bundespolizei auf der Autobahn 15 bei Forst gestoppt wurde. Bei der Kontrolle des deutschen Staatsbürgers entdeckten die Polizisten 15 kleine Hundewelpen im Kofferraum. Von Daniela Kühn

Mittlerweile leben nur noch elf der Hundebabys, die aus drei verschiedenen Würfen stammen und ihren Müttern viel zu früh entrissen wurden. „Sie hatten Infektionen. Außerdem fehlte die Fürsorge der Mütter“, erklärt Dr. Dietmar Vogt, Amtstierarzt des Landkreises Spree-Neiße. Er hat dafür gesorgt, dass die 15 Hundewelpen und eine Perserkatze sichergestellt wurden und nun unter amtlicher Beobachtung stehen.

Der Tiertransport im Pkw, der von Polen nach Deutschland kam, hat unter anderem gegen das deutsche Tierschutzrecht sowie den Seuchenschutz verstoßen. „Die für die Hunde und die Katze notwendigen Dokumente konnte der Fahrzeugführer nicht vorweisen“, sagt Jürgen Maresch, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Forst.

Die Beamten haben daraufhin die Tiere aus den engen Boxen befreit, ihnen Wasser gegeben und den Amtstierarzt informiert. „In so einem Fall gibt es drei Alternativen“, sagt Dietmar Vogt. Zurückweisung in das jeweilige Land, Isolation unter amtlicher Kontrolle oder Tötung, zählt er auf, wobei letztes für ihn nicht in Frage kam.

„Wir haben die Tiere mitgenommen und zwischenzeitlich anderweitig untergebracht“, sagt Vogt. „Dort bleiben sie, bis alle Auflagen erfüllt und sie gegen Tollwut geimpft sind sowie einen Heimtierpass haben.“ Allerdings können Welpen erst mit der zwölften Lebenswoche geimpft werden, so dass die Hunde, die kaum sechs bis acht Wochen alt sind, weiterhin unter Quarantäne stehen.

Welche Krankheitserreger die Winzlinge, die noch keiner Rasse zugeordnet werden konnten, in sich tragen, weiß Dietmar Vogt nicht. „Sie stehen aber unter ärztlicher Beobachtung und wir hoffen, dass wir die elf Welpen retten können.“

Dass der Mann aus Tierliebe gehandelt habe, glaubt Dietmar Vogt nicht. „Da ging es darum, auf Kosten der Tiere schnelles Geld zu machen.“ Denn Abnehmer finden junge Hunde und Katzen unbekannter Herkunft und ohne Papiere leider immer wieder, sagt Vogt. „Das Krankheitsrisiko ist aber hoch, nicht selten sterben die Tiere.“

Einige Tausend Euro könnte der Besitzer der Hunde bestimmt mit den Welpen verdienen, schätzt der Amtstierarzt. „Er muss aber für alle Kosten aufkommen, die durch Unterbringung und medizinische Versorgung entstehen.“ Der Verkaufserlös werde diese Kosten auf keinen Fall decken können. Wegen des Verstoßes gegen Tierseuchen- und Tierschutzrecht sei ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet worden. „Erfüllt der Mann alle Auflagen und begleicht die entstandenen Kosten, muss er die Tiere zurückbekommen. Rein rechtlich sind sie sein Eigentum“, so Vogt.

Die Entdeckung der 15 Welpen ist wegen der sporadischen Kontrollen ein Zufall, erklärt Jürgen Maresch. „In diesem Jahr waren es bisher zwei Fälle.“ Erst in dieser Woche wurde ein Hund ohne Papiere sichergestellt. Anders als bei dem Einzeltier geht Amtstierarzt Vogt bei den 15 Welpen davon aus, dass der Mann sie zu Handelszwecken gekauft hat. „Die Dunkelziffer geschmuggelter Tiere ist sicher enorm hoch.“