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| 18:18 Uhr

Der besondere Fall
„Ich hatte bedrohliche Angst zu ersticken“

Bei der Nachkontrolle: Werner Augsten wird von Dr. Slawomir Artur Drabek in der Forster Lausitz Klinik untersucht.
Bei der Nachkontrolle: Werner Augsten wird von Dr. Slawomir Artur Drabek in der Forster Lausitz Klinik untersucht. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. In unserer Serie „Der besondere Fall“ erzählen wir von außergewöhnlichen Schicksalen, Diagnosen und medizinischen Wegen. Der 41. besondere Fall kommt aus der Lausitz Klinik Forst.

Es war im September 2016, als Werner Augsten Halsschmerzen bekam. Erstmal nichts Ungewöhnliches. Der Hausarzt schrieb den 57-Jährigen aus Trebendorf (Gemeinde Wiesengrund) eine Woche krank, er bekam Lutschtabletten verordnet. Doch statt besser zu werden, wurden die Schmerzen dann erst richtig schlimm. „Ich hatte bedrohliche Angst zu ersticken, konnte kaum reden“, berichtet der gelernte Elektriker Werner Augsten, der im Kraftwerk arbeitet. „Ich konnte kaum reden.“ Er fuhr zur Notbehandlung nach Mattendorf.

Doch der dortige Arzt habe ihn sofort in die Lausitz Klinik nach Forst geschickt. Dort kam er in die Obhut vom Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dr. Slawomir Artur Drabek – und wurde sofort operiert, obwohl an dem damaligen Freitag gar kein OP-Tag war. „Herr Augsten hatte einen Gaumenmandelabszess, der die schlimmen Schmerzen verursacht hat. Deshalb haben wir ihm sofort die Mandeln entfernt“, erzählt der Arzt.

Nur rund ein- bis zweimal im Quartal komme diese Krankheit in der Lausitz Klinik vor, sei also recht selten. Man hätte den Abszess auch spalten können, aber dann bestehe die Gefahr, dass dieser sich wieder bilden könne. Und die Mandeln hätten nur im Vorschulalter eine wichtige Funktion für den Körper beziehungsweise für das Immunsystem und die Abwehr. Eine Entfernung im Erwachsenenalter habe aus diesem Grund keine Auswirkungen. „Deshalb war die Operation die optimale Methode“, freut sich Dr. Drabek, als der Trebendorfer kürzlich wieder zur Kontrolluntersuchung kam. Alles ist gut verheilt.

Der besondere Fall 4c
Der besondere Fall 4c FOTO: LR / Katrin Janetzko

Auch Werner Augsten ist froh. Denn seine Erinnerungen an die Zeit kurz nach der Operation sind nicht die besten. „Als die Schmerzmittel nachließen, hatte ich schon ganz schöne Schmerzen“, berichtet er. Eine Woche musste er im Krankenhaus bleiben. Das Schlucken sei anfangs äußerst schwierig gewesen, deshalb gab es Flüssignahrung. „Ein Stückchen Brot fühlte sich beim Herunterschlucken an wie eine Feile“, erinnert er sich.

Besonders habe er sich deshalb über das Eis gefreut, das seine Frau mit ins Krankenhaus brachte. „Denn das hatte ich auch noch so im Gedächtnis gerade bei Kindern, dass die Eis bekommen, wenn ihnen die Mandeln entfernt werden“, schmunzelt der Patient.

Auch in der Lausitz Klinik habe er sich gut aufgehoben gefühlt. Das Essen und die Betreuung seien sehr gut gewesen. Netter Nebeneffekt: In einer der Krankenschwestern erkannte er eine frühere Schulfreundin wieder.

In der Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt ging es ihm dann bedeutend besser. Er hatte auch Glück, dass er keine der schlimmen Komplikationen bekam, die bei dieser Krankheit vorkommen können. „Denn nach sieben Tagen kann es zu einer Spätblutung kommen, weil sich der Wundschorf ablöst“, erklärt Dr. Slawomir Artur Drabek. „In diesem Fall empfehlen wir das Lutschen von Eiswürfeln oder das Eis­essen.“ Sollte dies nicht helfen und die Blutung nicht gestoppt werden, müsse sofort noch einmal operiert werden. „Denn sonst verblutet der Patient“, so der Arzt, der seit zwei Jahren in Forst arbeitet und vorher unter anderem in Freiberg tätig war. Inzwischen gebe es in der Lausitz Klinik durch den Ausbau des operativen Zentrums auch mehr Platz und noch modernere Operationstechnik.

Bei dem Trebendorfer ist alles gut verheilt. Und auch seine Frau kann sich über einen tollen Nebeneffekt freuen: Denn im Zuge der Mandeloperation ist Werner Augsten auch gleich das Gaumensegel gekürzt worden. Denn seine Frau hatte sich über sein Schnarchen beschwert. „Jetzt sagt meine Frau, dass ich weniger schnarche“, freut sich der 57-Jährige.

www.lr-online.de/besonderer-fall

Dr. Drabek
Dr. Drabek FOTO: Lausitz Klinik Forst