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Hundetreff fordert Notdurft-Behälter

Melanie Dolge zeigt die von ihr erstellte Dokumentation, in der Missstände aufgelistet sind.
Melanie Dolge zeigt die von ihr erstellte Dokumentation, in der Missstände aufgelistet sind. FOTO: H. Landes
Forst. Wohin mit dem Hundekot? Er ist in Forst ein Ärgernis auf Gehwegen, öffentlichen Plätzen und in Grünanlagen. Jetzt machen Hundebesitzer wegen fehlender Hundekotbehälter mobil, fordern das Aufstellen solcher Behältnisse. Hartmut Landes

Vor der Wahl warb Sven Zuber, unterlegener Bürgermeisterkandidat der CDU, medienwirksam für einen Tiergipfel in Forst. Auch der siegreiche Bewerber, Philipp Wesemann von der SPD, setzte sich im Vorfeld des Urnengangs für Hundebesitzer ein und plädierte für Hundetoiletten im Rosengarten. Nun steht dem künftigen Rathauschef Besuch ins Haus. Wenige Tage nach seiner Amtseinführung wollen ihm Forster Hundebesitzer eine Unterschriftenliste überreichen. Sie steht für die Forderung nach Hundetoiletten und Freilaufflächen für Vierbeiner in der Stadt.

"Mehr als 400 Unterschriften haben wir seit Januar schon gesammelt", sagt Melanie Dolge vom Hundetreff Forst, einer Interessengruppe, die sich im sozialen Netzwerk Facebook gefunden hat. Die Mutter zweier Kinder und Frauchen eines Jack Russell Terriers macht sich für eine saubere Stadt stark. Um Hundekot an jeder Straßenecke und auf vielen Spazierwegen zu vermeiden, brauche es aber auch ein Mittun der Verwaltung, sagt sie. Im Klartext: Sie fordert spezielle Behälter, in denen die Beutel mit Hundekot entsorgt werden können. Dass die Notdurft der Vierbeiner in den wenigen offenen Papierkörben in Forst geworfen werde, sei unhygienisch. Andere Mitglieder der Interessengruppe betrachten es als nicht zumutbar, dass eine morgendliche Gassi-Runde mit Hund spätestens vorm Bäckerei-Geschäft zum Problem werde, weil man keine Möglichkeit habe, den Beutel vorher ordnungsgemäß zu entsorgen. Da sei es kaum verwunderlich, dass noch immer viele Hundebesitzer den Kot einfach liegen lassen. Die Folge: Viele Parks und viel genutzte Spazierwege strotzen nur so von Wuffis Notdurft.

Melanie Dolge nennt Straßen und Wege am Neiße-Ufer um den Rosengarten. Aber auch andere Teile der Stadt und der ländlich geprägten Ortsteile seien betroffen. Der Park gegenüber dem Robert-Koch-Platz, in dem die Kinder der Kita Friedrich Fröbel spielen könnten, sei voller Hundekot. Melanie Dolge bricht eine Lanze für die Besitzer der mehr als 1000 Hunde, die in Forst registriert und angemeldet sind, und betont: "Wir wollen eine saubere Stadt." Dafür sind sie und ihre Mitstreiter zweifelsfrei bereit, einen Beitrag zu leisten. Sie wissen, dass nicht der Hund, sondern derjenige am anderen Ende der Leine das Problem ist, wenn Hundekot auf Wegen und öffentlichen Plätzen liegen bleibt. Doch auch die Verwaltung müsse mehr tun, als zu strafen und zu kassieren. Alle paar hundert Meter müsse eine Hundetoilette verfügbar sein, dann werde die Stadt deutlich sauberer sein, ist Melanie Dolge überzeugt.

Sie setzt sich darüber hinaus mit ihren Mitstreitern auch für Freilaufflächen ein. Geeignetes Gelände gebe es in Forst zur Genüge. Ein eingezäunter Park, in dem Hunde mit Hunden toben könnten, wäre toll. Ein Ort, an dem keine Gefahr besteht, dass der Hund auf die Straße rennt oder jemanden anfällt.

Noch liegen die Unterschriftenlisten in verschiedenen Forster Geschäften aus. Bis zur Übergabe an den Bürgermeister haben sowohl Verwaltung als auch Hundebesitzer noch einige Wochen Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie sie dem Verlangen nach einer sauberen Stadt besser entsprechen können.

Zum Thema:
Hundetreff Forst ist eine Gruppe auf Facebook. Sie fordert Hundekotbehälter für eine saubere Stadt Forst. Dazu müssten Bürger und Verwaltung einen Beitrag leisten. Beutel mit tierischer Notdurft kilometerweit rumzutragen, sei unzumutbar und demotiviere so manchen pflichtbewussten Hundebesitzer. Seitens der Verwaltung sollten Tierhaltern nicht nur Pflichten und Verbote auferlegt werden, sondern Angebote unterbreitet.