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| 14:37 Uhr

Erlebnisse in den Sommerferien
Indianerkunst im Kinderdorf

Die Cottbuser Kunstreiter-Truppe Ompah mit Pferd Moosi war am Freitag im Forster Kinder- und Jugenddorf zu Gast. Die Hortkinder Janina Heller, Luca Raschke, Rosemarie Kriwonows und Kim Neumann (v.l.) hatten viel Spaß.
Die Cottbuser Kunstreiter-Truppe Ompah mit Pferd Moosi war am Freitag im Forster Kinder- und Jugenddorf zu Gast. Die Hortkinder Janina Heller, Luca Raschke, Rosemarie Kriwonows und Kim Neumann (v.l.) hatten viel Spaß. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Der „Hort am anderen Ort“ hatte die Kunstreiter der Cottbuser Truppe Ompah zu Gast. Von Steffi Ludwig

Pferdegetrappel, Büffeltänze, halsbrecherische Kunststücke und durch die Luft fliegende Tomahawks waren am Freitagvormittag im Forster Kinder- und Jugenddorf zu erleben. Hier, in der idyllischen Anlage nahe Rosengarten und Freibad, wo jeden Sommer die Forster Hortkinder der Stadt ihre Ferien verbringen, war erstmals eine Indianerwoche angesagt. „Wir haben Kopfschmuck, Halsketten, einen indianischen Wurfball und eine Axt gebastelt“, berichtet die achtjährige Rosemarie Kriwonows. Das alles haben sie am Freitag – dem Höhepunkt der Woche – dabei. Denn die Cottbuser Kunstreitergruppe Ompah hat sich angekündigt.

Kim Neumann (8) hat sogar mit ihrem Papa aus einem alten Bettbezug ein Indianerkleid gebastelt. Auch Janina Heller (7) hat sich indianisch in Schale geschmissen – genau wie die Erzieher rund um die Leiterin des Hortes „Sonnenstadt“, Silke Hagen, die in den ersten drei Ferienwochen die Verantwortung für das Kinder- und Jugenddorf trägt. Die nächsten drei Wochen ist der Hort der Grundschule Mitte dran. Jedes Jahr werde dies abgewechselt, so Silke Hagen. Der „Hort am anderen Ort“ komme an, in diesem Jahr hätten sich mit reichlich 100 Kindern mehr pro Woche angemeldet als in den Vorjahren, berichtet die Hortleiterin. Die meisten blieben ein bis zwei Wochen, manche auch vier Wochen. „Auch einige Kinder, die den Hort bereits verlassen haben, kommen uns in den Sommerwochen noch einmal besuchen“, erzählt Silke Hagen.

An diesem Freitag sind es jedoch nur rund 60 Kinder, die den Kunstreitern zuschauen. Wegen der großen Hitze hätten einige Eltern die Kinder abgemeldet. Auch die Indianer der Ompahs – einer Gruppe, die es seit 1976 gibt – schwitzen in ihrer Kleidung. „Die Perücken sind jedoch ein guter Sonnenschutz“, sagt Trainerin Grit Füller schmunzelnd. Auch das Pferd Moosi, mit vollständigem Namen Moose Foot Son, macht bereitwillig alle Kunststücke mit. „Seit 21 Jahren, also seit seiner Geburt, ist Moosi bei unserer Gruppe“, so Grit Füller. „Es hat sogar schon bei ,Pipi Langstrumpf’ im Cottbuser Staatstheater mitgespielt.“

Der elfjährige Vincent Otto, genannt „Listiges Wiesel“, stellt sich auf dem laufenden  Pferd auf und hält sich am Vordermann fest. Auch eine Kniewaage auf dem Pferderücken zeigt er. Die Forster Kinder applaudieren fasziniert. Bereits im Alter von sechs Jahren beginnt bei den Ompahs das Training – zunächst an einem Holzpferd, berichtet Grit Füller. Dann werde an einem richtigen Pferd an der Longe trainiert, bis dann beispielsweise ein Kopfüberhängen am Pferd möglich sei.

Die erwachsenen Mitglieder der Ompahs zeigen gewagte Sprünge von einer Seite des Pferderückens auf die andere. Das gefällt dem sechsjährigen Luca Raschke am besten. Rosemarie und Janina sind vor allem vom Bogenschießen begeistert, das sie nach der Vorführung selber ausprobieren dürfen. Kim hat einfach der ganze Indianertag gut gefallen.

Aber auch die anderen Angebote des „Hortes am anderen Ort“ haben den Kindern Spaß gemacht. Gut angenommen wurde beispielsweise wieder die kleine Angelschule in Theorie und Praxis, wie Silke Hagen berichtet, ebenso der alljährliche Ausflug zur Kulturinsel Einsiedel. Der Verkehrssicherheitstag, Malen mit Kohle und natürlich Ausflüge in die nähere Umgebung und ins Freibad haben das Programm komplettiert. In der ersten Ferienwoche sei zudem das deutsch-polnische Schwimmlager auf dem Gelände des Kinderdorfes zu Gast gewesen, in dieser Woche ein deutsch-polnisches Camp. Denn in den Finnhütten kann auch übernachtet werden.