ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:00 Uhr

Kommunalpolitik
Horno ist gespannt auf die Neuen

 Der neue Ortsbeirat in Horno: Kerstin Handreck, Niklas Guttke-Riese und Heidi Palm (v.l.)
Der neue Ortsbeirat in Horno: Kerstin Handreck, Niklas Guttke-Riese und Heidi Palm (v.l.) FOTO: Sven Hering
In dem Forster Ortsteil Horno hat der neugewählte Ortsbeirat seine Arbeit aufgenommen. Schon jetzt ist klar: Es wird nicht alles beim Alten bleiben. Das zeigt eine Diskussion über ein hoch emotionales Thema. Von Sven Hering

An einer Tradition im Forster Ortsteil Horno scheiden sich die Geister. Es geht um den Umgang mit Jubiläen. Bislang war es üblich, dass der Ortsvorsteher den Einwohnern zum 70. Geburtstag einen Besuch abgestattet hat. Auch zum 75. kam er vorbei, zum 80. 85., 90. und dann sogar jedes Jahr. „Das hat dazugehört, dass am Vormittag der Bürgermeister kam mit einem großen Korb“, sagte eine Hornoerin am Donnerstagabend während der Sitzung des Ortsbeirates.

Doch der alte (in der Umgangssprache) Bürgermeister – oder korrekt formuliert Ortsvorsteher – Bernd Siegert wird höchstens noch in privater Mission auf der einen oder anderen Geburtstagsfeier erscheinen. Bei der letzten Kommunalwahl im Mai war er nicht mehr angetreten. Fast 30 Jahre hatte er die Geschicke des Ortes geleitet. Er war – und ist noch immer – eine Institution. Auch die anderen Mitglieder in dem Gremium stellten sich nicht mehr der Wahl.

Eine echte Herausforderung

So ist in Horno jetzt ein völlig neuer Ortsbeirat am Start: Kerstin Handreck (48) ist die neue Ortsvorsteherin, unterstützt wird sie von Heidi Palm (44) und Niklas Guttke-Riese (21). Ein Generationswechsel, ein junges Team, das nun gleich in seiner Anfangsphase vor einer echten Herausforderung steht.

Denn die Geburtstagsbesuche am Vormittag können sie nicht mehr absolvieren. „Wir sind alle berufstätig, arbeiten auswärts, ich habe manchmal erst um 20 Uhr Feierabend“, sagt Kerstin Handreck. Trotzdem weiß der Ortsbeirat, wie wichtig den älteren Einwohnern diese Besuche sind. So wurde in der Sitzung am Donnerstagabend eine Lösung gefunden: Die Besuche wird es auch weiterhin geben. Entweder allerdings erst am Abend. Oder ein Vertreter schaut im Auftrag des Ortsbeirates am Vormittag beim Geburtstag vorbei.

Die Debatte über ein für Außenstehende möglicherweise lapidares, für die Hornoer selbst aber sehr wichtiges Thema zeigt: der neue Ortsbeirat will und wird seine eigene Handschrift hinterlassen. Mit den riesigen Fußstapfen ihres Vorgängers, so sagt Kerstin Handreck mit großem Respekt vor dessen Arbeit, wolle sie es erst gar nicht nicht versuchen.

Sie freut sich jedenfalls auf eine spannende Aufgabe. Ihre Hornoer bezeichnet sie als sehr offen. „Ich fühle mich hier sehr wohl und gut aufgenommen“, so die Mutter von zwei Kindern, die durch ihren Mann in den 90er-Jahren in den Ort gezogen ist. Sie freue sich, dass es in Horno eine so vielfältige kulturelle Szene und ein intaktes Vereinsleben gibt.

„Ein bisschen mitmischen wollte ich schon ganz gern“, sagt sie zu ihrer Motivation, sich für den Ortsbeirat zu bewerben. „Dass ich am Ende zur Ortsvorsteherin gewählt werde, das hat mich dann aber doch schon ganz schön überrascht.“

Vorgänger mit im Boot

Dass das neue Team schon sehr gut harmoniert, davon konnten sich die Hornoer am Donnerstag überzeugen. Sie waren zahlreich ins Gemeindebüro gekommen. Die dort bereitgestellten Stühle reichten gerade so aus. Die Hornoer sind gespannt auf die Neuen. Die wiederum wollen gern noch von dem Erfahrungsschatz ihrer Vorgänger profitieren. Sonst gehe einfach zuviel Wissen verloren, sagten sie am Donnerstag und schlugen Bernd Siegert für eine Mitarbeit in der Stiftung Horno – einem der wichtigsten Gremien für die Entwicklung des Ortsteiles – vor.