ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:10 Uhr

Neu bauen für die Alten
Horno baut sich eine Tagespflege

 So soll das geplanten Gebäude für die Tagespflege in Horno einmal aussehen.
So soll das geplanten Gebäude für die Tagespflege in Horno einmal aussehen. FOTO: Architektur- und Ingenieurbüro / Architektur- und Ingenieurbüro B
Mit Stiftungsgeld wird der Neubau finanziert, in dem auch sechs Wohnungen entstehen. Von Katrin Kunipatz

Im jüngsten Forster Ortsteil Horno soll in diesem Jahr ein Neubau entstehen, in dem eine Tagespflege für Senioren und barrierefreie Wohnungen entstehen. Im Bauausschuss informierte Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke kürzlich über das Projekt, bei dem die Stadt Forst im Namen der Stiftung Horno als Bauherr auftritt.

„Es ist ein mutiger Schritt“, sagt Ortsvorsteher Bernd Siegert. Der 67-Jährigen trägt die Idee schon länger mit sich herum. Aber seit etwa zwei Jahren befasse er sich ernsthaft mit dem Gedanken. Anlass sind die Gespräche mit den älteren Menschen im Ort. „Sie haben Angst, ihr Dorf zu verlassen“, so Siegert. Schließlich mussten sie im Zusammenhang mit der Umsiedlung Anfang der 2000er-Jahre schon einmal ihre Heimat zurücklassen. Zwar gilt Horno mit Blick auf das Durchschnittsalter als jüngster Forster Ortsteil, aber auch hier gibt es Senioren, die allein zu Hause bleiben, wenn ihre erwachsenen Kinder am Tag arbeiten sind.

Also hörte sich der Ortsvorsteher um. In Sachsen habe er sich ein konkretes Beispiel angesehen, so Siegert. In diesem Dorf war für  altengerechtes Wohnen ein ehemaliges Gutshaus um- und ausgebaut worden, berichtet er. Mit seiner Idee trat er an den Ortsbeirat Horno und die Stiftung Horno heran und traf auf offene Ohren. Pläne wurden gemacht und mit einem Architekturbüro in Guben gesprochen.

Das Ergebnis der Überlegungen ist ein zweistöckiges Gebäude, das an der Pfälzer Straße gebaut werden soll. Es ist 20 Meter lang und 17 Meter tief. Im Erdgeschoss sind Räume für die Tagespflege vorgesehen. Im Obergeschoss wird es insgesamt sechs kleine Wohnungen geben. Zwei sind etwa 45 Quadratmeter groß und rollstuhlgerecht. Die vier anderen sind etwas kleiner und werden altersgerecht hergerichtet. Wie Bernd Siegert erläutert, bietet jede Wohnung Platz für ein oder zwei Bewohner.

Der Ortsvorsteher geht davon aus, dass noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen wird. Die Baugenehmigung liegt vor. Mit Baumfällarbeiten wurde das Grundstück an der Pfälzer Straße in den zurückliegenden Wochen vorbereitet. In den nächsten Wochen erfolgt die Ausschreibung der Bauleistungen. Siegert rechnet mit etwa einem Jahr Bauzeit und hofft, dass Anfang 2020 die ersten Bewohner einziehen können. Dies sollen nicht allein Hornoer sein. „Wir bauen das Haus für alle Forster“, betont Bernd Siegert. Dies sei auch nötig, weil die möglichen 20 Plätze in der Tagespflege nur mit Einwohnern aus Horno gar nicht zu füllen wären.

Demnächst will sich die Stiftung als Eigentümer des Gebäudes auf die Suche nach einem Betreiber der Tagespflege machen. Ziel sei es, einen Betreiber aus Forst zu finden, so der Ortsvorsteher, der gleichzeitig auch im Stiftungsbeirat ist. Bevor der Innenausbau beginnt, soll er gefunden sein. Denn nach Möglichkeit solle der Betreiber bereits beim Innenausbau mitreden können, so Siegert.

Wie viel die Investition kostet, wollte Bernd Siegert nicht mitteilen. Im Haushaltsplan der Stadt Forst sind unter dem Stichwort „Anlagen im Bau“ bei der Stiftung Horno in diesem Jahr Ausgaben in Höhe von 900 000 Euro geplant.