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Holpernd nach Friedrichshain

Die Spremberger Straße in Döbern ist in einem beklagenswerten Zustand. Gleiches gilt für Fußwege und Wasserleitungen unter der Straße.
Die Spremberger Straße in Döbern ist in einem beklagenswerten Zustand. Gleiches gilt für Fußwege und Wasserleitungen unter der Straße. FOTO: Kunipatz
Döbern. "Die Spremberger Straße wird in den nächsten Jahren nicht erneuert", fasst Sigrun Kniewel, stellvertretende Fachbereichsleiterin Bauen des Amtes Döbern-Land, das Ergebnis mehrerer Anfragen beim Landesbetrieb Straßenwesen (LS) zusammen. Die Spremberger Straße ist in einem schlechten Zustand. Katrin Kunipatz

Die Autos mühen sich über das holprige Pflaster. Löcher sind teilweise mit Asphalt gestopft worden, der selbst schon wieder bröckelt. Uneben und keinesfalls barrierefrei sind die Fußwege.

Die Stadt Döbern möchte gern die Fußwege erneuern und könnte dafür bis 2019 auf Fördermittel zurückgreifen. Dies ist aber nur sinnvoll, wenn gleichzeitig die Fahrbahn erneuert wird oder wenigstens Pläne für die künftige Straßenführung und die Ausbaubreite bekannt sind. Da es sich bei der Spremberger Straße um die Landesstraße L 49 handelt, ist der Landesbetrieb Straßenwesen für die Erneuerung der Straße zuständig. Sigrun Kniewel berichtet den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses, dass der Landesbetrieb bisher keine Planungen zum Neubau der Verkehrsanlagen an der Spremberger Straße vorgenommen hat und bis zum Jahr 2024 keine Mittel für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Döbern zur Verfügung stehen. Für Verärgerung sorgt der Hinweis vom Landesbetrieb, den Sigrun Kniewel im Originalton wiedergibt: "Wenn die Straße einbricht, dann ist es so. Notfalls erfolgt eine Vollsperrung." Die Stadtverordneten wollen sich mit dieser unbefriedigenden Situation nicht abfinden. Mario Handrek (SPD/ St. Florian): "Eine Sperrung der Spremberger Straße ist nicht hinzunehmen. Hier befindet sich der Stützpunkt der Feuerwehr und eine neue Rettungswache wird gerade gebaut." Nobert Elsner (CDU) gibt den Hinweis, beim Spremberger Abwasserzweckverband (SWAZ) nachzufragen, welche Pläne es gibt, möglicherweise Leitungen unter der Straße zu reparieren. Der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke merkt an, dass eventuell eine politische Intervention noch zu Erfolgen führen könnte. Ausschussvorsitzende Yvonne Fischer will die Spremberger Straße im nächsten Bauausschuss noch einmal zum Thema machen. Es müsse eine Möglichkeit geben, den Zustand der Fußwege an der Spremberger Straße zu verbessern.

Um die zur Verfügung stehenden Fördermittel nicht zu verlieren, könnten das Geld für die Fußwege an der Bundesstraße B 115 verwendet werden, schlägt die Amtsverwaltung vor. Denn hier gibt es seitens des Landesbetriebes konkretere Vorstellungen. Immer noch nicht ausgebaut ist der dritte Abschnitt der Ortsdurchfahrt Bundesstraße B 115, zwischen der Einmündung Ringstraße bis zum Ortsausgang. Wie Sigrun Kniewel nach dem Gespräch mit dem Landesbetrieb mitteilt, sei in den nächsten Jahren ein Ausbau denkbar. Dafür müsse die Stadt Döbern eine entsprechende Planungsvereinbarung mit dem Landesbetrieb schließen. Eine Grundlagenplanung liegt bereits vor. Zu prüfen sei, ob eine zusätzliche Abbiegespur für den geplanten neuen Netto-Markt nötig ist. Der Landesbetrieb stellt in Aussicht, dass in den Jahren 2019 und 2020 dieser letzte Teil der Ortsdurchfahrt B 115 gebaut werden könnte. Grundsätzlich müssen aber die Stadtverordneten dem Projekt ihre Zusage erteilen.

Zum Thema:
Der Abschnitt zwischen der Ampelkreuzung und dem Ortsausgang ist rund 1,7 Kilometer lang. In das Förderprogramm "Sanierungsgebiet Stadtkern Döbern", über das die Stadt bis 2014 die Erneuerung einiger Straßen finanzierte, konnte dieser Abschnitt nicht einbezogen werden.Der SWAZ hat mit den Leitungen unter der Spremberger Straße im Moment keine Probleme. Die häufigen Rohrbrüche gab es an der Muskauer Straße stadtauswärts, erklärt Verbandsvorsteher Bernd Schmied. Grundsätzlich würde der SWAZ die Leitungen unter der Spremberger Straße erneuern, wenn der Straßenbaulastträger die Initiative ergreift und ausbaut.