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Hohes Unkraut behindert abfließendes Wasser der Teiche

Wildwuchs beeinträchtigt den Abfluss des Wassers in Groß Schacksdorf. Am Sonntag stieg der Pegel bedrohlich an.
Wildwuchs beeinträchtigt den Abfluss des Wassers in Groß Schacksdorf. Am Sonntag stieg der Pegel bedrohlich an. FOTO: kkz
Groß Schacksdorf. Erst nach Beschwerde mäht Gewässerverband Spree-Neiße das Gras im Dorfgraben. Der Teichwirt verdächtigt Jugendliche Abläufe verändert zu haben. Katrin Kunipatz

Ein schmaler Graben fließt in Groß Schacksdorf mitten durch den Ort. Am Sonntag führte er bedrohlich viel Wasser, berichten zwei Anwohner, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. "Das Wasser stand fast so hoch wie die Straße", berichtet ein Herr im Rentenalter. Er wohnt An der Aue und damit nur wenige Meter vom Graben entfernt. "Noch drei, vier Zentimeter mehr und es hätte die Brücke überspült."

Die Ursache haben die Anwohner schnell ausgemacht. Die südlich des Ortes gelegenen Teiche wurden zum Abfischen abgelassen. Ein Ritual, das sich jedes Jahr im Herbst wiederholt. "Aber weil die Gräben nicht gekrautet waren, konnte das Wasser nicht schnell genug abfließen und staute sich", erklärt der Anrufer am Montag am RUNDSCHAU-Lesertelefon. Nicht allein die ungemähten Gräben, sondern auch das überhastete Vorgehen des Teichwirts sei schuld, berichtet der andere Senior. Durch den hohen Wasserstand im Graben drückte es bei ihm in den Keller. "Es ist eine elende Sauerei", schimpft er. Gemeinsam mit der Frau habe er Sonntagnachmittag das Wasser herausgeschöpft. Seitdem ist der Wasserspiegel gefallen und nach dem Wischen ist auch sein Keller wieder trocken.

Sauer sind die beiden Groß Schacksdorfer auf den Wasser- und Bodenverband. Nicht ein einziges Mal sei in diesem Jahr der Graben gekrautet worden, so der Anrufer. Erst nach seiner telefonischen Beschwerde am Montag wurde im die Mahd für den nächsten Tag versprochen. Der zweite Herr bestätigt: Gemäht wurde seit dem vergangenen Jahr gar nicht.

Für die Pflege der Uferböschung und den ordnungsgemäßen Wasserabflusses und ist im Fall Groß Schacksdorfs der Gewässerverband Spree-Neiße mit Sitz in Cottbus verantwortlich. "Wir wussten nicht, dass die Teiche abgelassen werden, und haben erst am Montag von dem Problem erfahren", sagt Geschäftsführer Silvio Alich. Normalerweise gebe es von den Teichwirten im Vorfeld einen Hinweis und dann würden die Mäharbeiten so eingeplant, dass der Ablauf des Wassers entsprechend gewährleistet ist. Ansonsten richtet sich der Zeitpunkt der Mahd nach dem Unterhaltungsplan. Dieser sieht für die Gräben in Groß Schacksdorf einen Zeitraum zwischen August und September für Böschungsmahd und Sohlkrautung vor. Grundsätzlich könne der Gewässerverband bei einem Verbandsgebiet von 133 000 Hektar und nur 30 Mitarbeitern nicht alles im Blick haben, zumal gerade in diesem Jahr durch den vielen Regen das Gras besonders üppig gewachsen sei, ergänzt der Geschäftsführer. Nach der Beschwerde durch die Anwohner wurde am Dienstag gemäht. Damit sei man dieses Jahr genau eine Woche später als im vergangenen Jahr, als die Pflegemaßnahme am 19. September stattfand, so Alich.

Teichwirt Armin Kittner fühlt sich zu Unrecht beschuldigt. Seit einigen Jahren ist der Inhaber der Teichwirtschaft Petershain Pächter der Teiche bei Groß Schacksdorf. "Wir lassen so vorsichtig ab, dass es keine Probleme geben dürfte", sagt er. Auch seien die Teiche in diesem Jahr nicht so voll gewesen, deshalb habe er keinen Anlass für eine Mitteilung an den Gewässerverband gesehen.

Armin Kittner hat Jugendliche im Verdacht. Im Sommer würden sie in den Teichen angeln und jetzt im Herbst spielten sie an den Abläufen herum. "Sie ziehen mehr Bretter heraus als nötig, ein böser Schabernack", so Kittner. Deshalb fließe mehr Wasser ab, als er beabsichtigt hat.

Sein Verdacht deckt sich mit der Beobachtung des Anwohners, der von "Jungs" berichtet, die an den Teichen Bretter rausreißen.