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| 11:51 Uhr

Aktionstag
Höhenrettung lockt Besucher

Ein Publikumsmagnet auf dem Blaulichttag war die spektakuläre Höhenrettung am Kirchturm.
Ein Publikumsmagnet auf dem Blaulichttag war die spektakuläre Höhenrettung am Kirchturm. FOTO: Margit Jahn
Forst . An dem Blaulichttag am Sonnabend in Forst nahmen 29 verschiedene Hilfsorganisationen teil. Von Margit Jahn

Diesen sonnendurchfluteten Herbsttag wie er im Buche steht haben sich die 29 Partner verschiedener Hilfsorganisationen am Sonnabend rund um die Forster Kirche verdient. Das Motto der Veranstaltung „Retten, Schützen und Helfen“ war erstmalig so groß aufgezogen und bot für die ganze Familie spannende Informationen, aber auch Unterhaltung für Groß und Klein. Über 236 ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte zeigten den rund 2500 Besuchern auf welchem Gebiet sie sich für die Sicherheit der Bürger engagieren. Unterstützt wurden sie dabei von über 46 Einsatzfahrzeugen, welche besonders die Kinderaugen strahlen ließen. Ziel dabei war unter anderem, neue Helfer für diese wichtigen Dienste an den Menschen zu gewinnen.

Sissy Stahn von der Rettungshundestaffel des LKS Spree-Neiße Katastrophenschutzes zeigt sich zufrieden mit der Veranstaltung: „Wir hatten eine gute Resonanz. Es wollten so viele Mitglieder mitmachen das wir uns aufteilen mussten. Ein zweiter Teil kommt erst am Nachmittag.“ Am Vormittag boten die sieben Mitglieder mit ihren sechs Rettungshunden den Zuschauern zwei Vorführungen.

Auch der DRK-Stand von Kornelia Starke war umlagert. Hier konnten  Besucher einen mobilen Defibrillator kennenlernen. „Damit wollen wir den Leuten die Angst nehmen, das Gerät zu benutzen“, erklärte sie.

Peter Schiele und Enrico Meyer stellten die Personen-Auskunftsstelle vor. Bei Schadens-oder Katastrophenfällen können die Bürger mit Suchanfragen kommen. Diese werden auf Karteikarten notiert und am PC weiter verarbeitet. Auch sie suchen interessierte Ehrenamtliche als Nachwuchs.

Marko Bierholdt und seine zwei Töchtern Josefine und Elisabeth freuten sich besonders auf ein Highlight der Veranstaltung: „Wir wollen uns die Höhenrettung anschauen. Das haben wir noch nie gesehen.“ Diese Art der Eigenwerbung fand der junge Vater sehr gut. Auch Leon Müller und Lukas Rosentreter von der Jugendfeuerwehr verfolgten dann mit Spannung die Ansage des Moderators: „Straße frei, Bühne frei für die Rettung.“ Und dann ging es auch schon los. Feuerwehr und Rettungswagen kamen zum Hauptportal der Kirche gefahren. Auf der Aussichtsplattform lag ein Verletzter, der einen Schlaganfall simulierte. Während der Patient oben versorgt wurde, spannten die Kollegen der Feuerwehr die Spannseile, um den Verletzten mit begleitenden Helfern nach unten abzuseilen. Dies erforderte seine Zeit, müssen die Seile und Karabinerhaken doch erst fehlerfrei befestigt werden.

Die spektakuläre Abseilung verfolgten Hunderte von Schaulustige, denn so eine Aktion sieht man schließlich nicht alle Tage. Nachdem Patient und Helfer den Boden erreicht hatten wurde dieser von den Sanitätskräften übernommen und nach Cottbus transportiert. Martin Glöckner, der stellvertretende Ortswehrführer und Leiter der Feuerwache Jänschwalde von der Leag, freute sich: „Dies ist eine schöne Plattform. Wir nutzen sie gerne um zu zeigen, was wir können.“ Seine Gruppe ist die einzige in Südbrandenburg, die diese Arbeiten übernehmen kann. Auch Wohnungsbrände, der Industriebereich und Höhenrettung gehören in ihr Aufgabenfeld. 64 Mitarbeiter sind dafür ausgebildet und alles geht Hand in Hand. Für diese Demonstration waren die Kollegen aus Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Forst im Einsatz. Andre Schramm und Mario Platta seilten am Boden fest. Andre sagte später: „Die Kinder wollten am Ende alle die Karabiner haben, besonders die Roten. Ich habe ihnen gesagt, sie können alle zur Feuerwehr kommen.“ Mit Speck fängt man Mäuse, mit Karabinerhaken zukünftige Retter.

Günther Wotzka (88) der diese Aktion mit seinem Rad verfolgte sagte: „Ich bin in der Feuerwehr groß geworden. Wenn das mein Vater sehen könnte.“ Sein Vater war damals Gerätewart und hat 1945 in den Kriegstagen gerettet.

Vanessa Coumont (7) war mit Mutter und Bruder da. „Wir sind heute hier, weil der Papa dabei ist“, sagte sie stolz und winkend, währen ihr Vater mit seinen Kameraden im Feuerwehrauto vom Platz fuhr. Familie Richter, bestehend aus Vater sowie zwei Söhnen, Jeffrey (18) und Justin (13) sind bis auf die Mutter komplett in THW Uniform unterwegs. Sie werden später in Familie verunglückte Personen aus den Trümmern bergen. Auch „Toni“ das Polizeimaskottchen ging über den Markt.

Suchtprävention war das Thema am Tisch von Fanny Blatt. Hier konnte man simulierende Suchtbrillen aufsetzen und versuchen, einen Nagel in ein Holz zu schlagen. Andreas Kaiser sagte: „Die Brillen sind hier der Renner.“ Aufklärung gab es auch zu Malzbier, alkoholfreiem Bier oder der Milchschnitte. Denn was kaum jemand wusste: Auch in diesen Produkten ist Alkohol enthalten. „Ich bin froh, dass so viele Hilfsorganisationen zu diesem Tag beigetragen haben. Wir haben eine große Vielfalt an Haupt-und Ehrenamtlichen Helfern dabei“, resümierte Bürgermeisterin Simone Taubenek.