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Forst
Hochzeitswelle erreicht auch Wiesengrund

Tamina und Evan posierten mit den gefiederten Gästen fürs Erinnerungs-Hochzeitsfoto.
Tamina und Evan posierten mit den gefiederten Gästen fürs Erinnerungs-Hochzeitsfoto. FOTO: Angela Hanschke
Wiesengrund. In Trebendorf und Gosda wird die Vogelhochzeit von den Kindern traditionell weiter gefeiert.

Eine Hochzeitswelle ist Donnerstag durch die Lausitz gerollt. Um 9 Uhr erreichte sie die Kita „Bienchen“ in Gosda I und die Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Trebendorf. Dort gaben sich in der Gruppe „Himmelblau“ die vierjährige Tamina aus Trebendorf und der gleichaltrige Evan aus Gahry das Ja-Wort. „Seit dem Jahre 1992 haben wir diesen Brauch noch nie ausfallen lassen“, berichtete die stellvertretende Kita-Leiterin Elke Lis, die alle Hände voll zu tun hatte, Brautleute und Hochzeitsgesellschaft herauszuputzen. Routiniert half sie der Braut ins  pastellblaue Traumkleid mit weitem Rock, gebauschten Ärmeln und Schärpe, das bereits ihre eigene Tochter Jen­nifer trug und das inzwischen zum Kita-Fundus gehört; steckte den zarten Schleier an. Der Bräutigam schlüpfte unterdessen in seinen kleinen Nadelstreifenanzug und setzte unternehmungslustig den Zylinder auf. Sogar an Brautstrauß und ein seidenes Ringkissen hatten die Hochzeitsausstatter von der Kita gedacht. Starke Nerven waren bei der Erzieherin gefragt, denn der Wiedehopf fehlte; die schönen, selbstgebastelten Masken drückten und nebenan wartete schon das nächste Brautpaar: Lena aus Gahry und Levin aus Jocksdorf – beide fünf Jahre jung aus der Vorschulgruppe „Wiesengrün“. Dort gab es derart viele Bewerber, dass das Los entscheiden musste. „Eigentlich heiraten bei uns traditionsgemäß nur Vorschulkinder und am Nachmittag die Hortkinder“, hieß es. Doch in diesem Jahr begehrten die Jüngeren mit „Auch wir wollen Vogelhochzeit feiern!“ auf. „Jeder Gruppe hat ein eigenes Vogelhäuschen vor dem Fenster oder im Garten. Täglich wird Futter gestreut“, berichtete Elke Lis. Groß war die Zahl der Gaben, die den beiden strahlenden Bräuten unter den Klängen des Vogelhochzeitsliedes mit dem geschmetterten Refrain „Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala“ überreicht wurden. Nach dem kleinen Festprogramm tafelte Kita-Köchin Katrin Sedlick liebevoll dekorierte „Schwalbennester auf. Etwas bitter: Die Vogelhochzeitsfeier der Hortkinder musste mangels Mitwirkenden ausfallen. Doch die glasierten Meisenringe zum Vesper versüßten den Schmerz.

(aha)