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| 02:39 Uhr

Hobbyfotografen auf Spreewaldpirsch

Fotostopp für die Exkursionsteilnehmer.
Fotostopp für die Exkursionsteilnehmer. FOTO: Peter Becker
Stradow. Auf Motivjagd im Spreewald: Die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur hatte jüngst dazu eingeladen. Viele Hobbyfotografen hatten sich schwerer Kameraausrüstung eingefunden. Peter Becker

Die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur in Cottbus hatte eingeladen, und viele ambitionierte Hobbyfotografen kamen, um an einer Fotowanderung von Stradow über Fleißdorf und Naundorf zurück nach Stradow teilzunehmen. Neben der Fotografie war auch der sportliche Aspekt nicht zu verachten. Mancher hatte seine kiloschwere Fotoausrüstung dabei, die er tapfer anfangs durch die Wärme des Tages und später durch den kräftigen Regen schleppte. Wie bei einer 17 Personen großen und nicht immer leisen Gruppe nicht anders zu erwarten war, hielten sich die klassischen Motive wie Seeadler und Silberreiher wohl eher im Hintergrund.

Eine einsam des Weges daher kommende Kröte war dann das Objekt der Wahl. Dutzendfach klickten die Auslöser, um dann das Bild sofort im Fachgespräch auszuwerten. Da war die Rede von ISO-Werten, Belichtungszeiten, Blenden und Objektivdaten - jeder favorisierte so seine Einstellungen, nahm aber auch gern die Tipps der anderen an. Wem wirklich Fotografenblut in den Adern fließt, sollte sich eher zufällig herausstellen: Mehrere Rehe schossen urplötzlich aus dem Gestrüpp und unmittelbar an den Fotografen vorbei. Die Hälfte, die mit dem Fotografenblut, riss die Kameras hoch und hielt den Auslöser durchgedrückt. Der Rest genoss den Augenblick - und ärgerte sich über eine verpasste Gelegenheit.

Matthias Nerenz war am Ende des Tages durchnässt: "Mir macht es Spaß, in einer Gruppe unterwegs interessante Motive zu entdecken, und die Motive mit meinem Fotoapparat eigenständig zu interpretieren. Außerdem hat jeder Fotograf eine eigene Sichtweise auf die Dinge und davon kann man lernen, ob nun Profi oder Laie. Leider hat zum Schluss die fehlende Sonne und der viele Regen etliche schöne Motive versaut. Aber ich werde wahrscheinlich mit einigen Mitgliedern der Gruppe FotoGen des Heimatvereins Calau demnächst einen Teil der Tour wiederholen."

Auch die Radduscherin Melanie Schapp war zufrieden: "Die Wanderung war ein tolles Erlebnis. Ich habe viele Tipps rund um die Fotografie erhalten. Schade, dass Petrus nicht ganz auf unserer Seite war, trotz allem sind einige wunderbare Bilder unterschiedlichster Motive entstanden. Auch wenn der Fußmarsch anstrengend und der Muskelkater vorprogrammiert war, würde ich gern jederzeit wieder an solch einer Veranstaltung teilnehmen."

Den Test mit dem Fotografenblut sollte es noch ein zweites Mal geben, als am Ende der Wanderung ein Seeadlerpärchen am verregneten Himmel erschien: Die Kamera nach oben in den Regen halten und in den dunklen Himmel fotografieren oder nur die Tiere bewundern? Beide Reaktionen wären richtig gewesen, die erste wegen des Überraschungsmoments, die zweite aber auch. Erfahrenere Fotografen wissen, dass das oftmals nichts wird, wenn eine Bewegung ins Dunkle fotografiert wird.

Die drei besten Motive des Tages durften für eine Onlinebewertung eingereicht werden - eine etwas andere Art des Erfahrungsaustausches, denn jeder Teilnehmer kann sich nun in Ruhe mit den Ergebnissen der anderen vergleichen.