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| 15:11 Uhr

Wetter im Mai
Der Mai 2018 in der Lausitz – zu trocken und sehr warm

Eine blühende Robinie an der Akazienstraße in Forst.
Eine blühende Robinie an der Akazienstraße in Forst. FOTO: Heido Briesemann
Forst. 33,8 Grad waren neuer Mai-Hitzerekord in Forst.

Nachdem der Monat April einen Super-Frühlingsstart hingelegt hatte, legte der Mai noch eine Schippe drauf. Die erste Dekade des Wonnemonats verlief meistens sehr sonnig. Ein starkes Hoch namens „Quinlan“ versorgte halb Europa mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen. Tags meistens über 20 Grad, sorgte doch ein kühler Ostwind und die fehlende Wolkendecke nachts für recht tiefe einstellige Werte. Aber- der bei den Kleingärtnern gefürchtete Bodenfrost blieb aus. Tiefstwert des Monats: 1,9 Grad am 2. Mai. In diesem Jahr hatten auch die zahlreichen Ausflügler am Himmelfahrtstag viel Glück. Bei schwülen 29 Grad gab es viel Sonne und erst am späten Nachmittag eine kräftige Gewitterdusche. Letztmalig gab es mit 27 Grad im Jahr 2003 einen sommerlichen Vatertag.

Die Natur war eine Augenweide. Prächtig blühten in diesem Jahr die Robinien (auch falsche Akazie genannt), die den Flieder ablösten. Ungewöhnlich dank des warmen Wetters: Die ersten Süßkirschen gab es zu verkosten, aber nur, wenn man schneller war als die Stare. Auch Rosen zeigten sich bereits ab Mitte Mai in den Vorgärten. Nicht zum ersten Mal sind wir durch die schnelle Abfolge des Blühens und Verblühens um die Farbenvielfalt des Frühlings betrogen worden.

Auffällig in diesem Mai war das massive Auftreten des gelben Blütenstaubs auf Autos und Hausdächern. Schuld war laut Experten ein sogenanntes Mastjahr bei den Nadelbäumen, besonders bei den Fichten. Diese bilden alle sechs bis zehn Jahre besonders viele energiehaltige Samen. Dabei geht das Holzwachstum stark zurück, später zu erkennen an den Jahresringen. Da die Pollen bis zu 200 Kilometer weit transportiert werden, hatte jeder etwas davon, auch wenn kein Nadelbaum in der Nähe stand.

Mitte des Monats gab es eher unbeständiges Wetter bei einem böigen Ostwind, die Temperaturen erreichten keine 25 Grad mehr. Das letzte Maidrittel, eines der bisher heißesten überhaupt, war dann wieder geprägt von viel Sonne und hochsommerlichen Werten bis über 30 Grad.

Dieser Wonnemonat wartete in Summe mit 15 Sommertagen, davon fünf hochsommerlichen mit über 30 Grad und einem Rekord auf: Der Monatshöchstwert von 33,8 Grad bedeutete eine neue Höchstmarke. Noch nie seit dem Jahr 1872 war ein Tag im Mai so heiß! Das Monatsmittel lag bei 17,35 Grad. Es war der drittwärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Auswirkungen der Hitze und des geringern Niederschlags von nur 32 Millimeter sind auf den Feldern und den Gärten zu erkennen: erste Dürreschäden, Notreife bei Getreide und Obst sowie verbrannte Wiesenflächen.

(hib)