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| 16:31 Uhr

Erfrischendes Bad
Vom Zehner ins kühle Nass

Der Sprungturm mit vier verschiedenen Höhenplattformen lockt auch viele Besucher aus dem Umland nach Forst.
Der Sprungturm mit vier verschiedenen Höhenplattformen lockt auch viele Besucher aus dem Umland nach Forst. FOTO: Danny Herzog
Forst. 31 000er-Marke ist geknackt: Anhaltende Hitze beschert Forster Freibad hohe Besucherzahlen. Von Danny Herzog

Lange Schlangen bilden sich derzeit an den Rutschen und an den Sprungbrettern, Kinder tummeln sich unter dem Wasserpilz und den Fontänen. „Mit rund 800 Besuchern pro Tag sind wir in diese Saison gestartet“, berichtet Bäderleiter Lutz Berbig. Die anhaltende Hitzewelle beschert dem modernen Sport- und Erlebnisbad inzwischen 1500 bis 1700 Badegäste täglich. Es sind zwar Höchstwerte dieses Sommers, aber ein absoluter Besucher-Rekord über mehrere Jahre hinweg ist damit noch nicht erreicht. „Seit der Eröffnung des Freibades im polnischen Zary im Jahr 2016 hat sich die Lage bei uns etwas normalisiert. Ungefähr die Hälfte der Besucher stammt aber nach wie vor aus unserem Nachbarland“, sagt Lutz Berbig.

Die Besucher nutzen die Öffnungszeiten komplett aus. Als zum Beispiel am Dienstag das Bad morgens um 9 Uhr öffnete, wurden in den ersten fünfzig Minuten bereits 300 Gäste gezählt. Viele Besucher, die lediglich einige Bahnen schwimmen wollen, suchen das Bad nach Öffnung oder kurz vor der Schließung um 20 Uhr auf. Insbesondere Senioren meiden die lebhaften Zeiten. Das kann sich auch noch lohnen, denn ab 18 Uhr sind die Eintrittspreise um die Hälfte reduziert. „In den letzten Jahren ist der Familienanteil wesentlich höher“, stellt der Bäderleiter fest. Früher waren eher die Jugendlichen die größte Besuchergruppe. Feste Größe sind freilich die Schüler, die ihre Ferien im benachbarten Kinder- und Jugenddorf verbringen. Nora Lippert und Vanessa Winkler (beide 16) vom Forster Gymnasium haben sich durch Urlaubsreisen längere Zeit nicht gesehen: „Wir sind hier, um Freunde zu treffen und genießen die Abkühlung“, erzählen sie.

Wunsch des Bäderpersonals ist es, eine Wassertemperatur von 24 Grad Celsius anzubieten. „Seit den durchweg heißen Tagen geht das nicht mehr“, erklärt Berbig. Aktuell liegen die Temperaturen bei 26 Grad. Jede  Nacht werde das Wasser herunter gekühlt. Dafür werden etwa 150 Tonnen frisches aufbereitetes Brunnenwasser mit einer Temperatur von etwa 14 Grad Celsius zugeführt. Die Desinfektion mithilfe von Chlor verläuft völlig automatisiert durch die moderne Anlage des Bades. Die vorhandene Technik vor der Sanierung 2003 schaffte pro Tag nur eine Wasserumwälzung. Das reichte nicht aus, gefordert wird nach aktuellen Standards das Vier- bis Fünffache. Die heutige Steuerungsanlage speist darüber hinaus verloren gegangenes Wasser, beispielsweise durch das Aussteigen aus den Becken, selbstständig nach.

Ausgelegt ist das Freibad für 50 000 Besucher jährlich. In der gesamten Saison 2017 kamen aufgrund des deutlich mieseren Wetters nur etwas mehr als 26 000 Gäste. In dieser Woche wurde bereits die 31 000-Besucher-Marke geknackt – sechs Wochen bleiben dann noch.

Pro Schicht sorgen etwa drei bis fünf Bademeister für Ordnung und für die Sicherheit der Gäste. „Besonders an Wochenenden können wir auch spontan Rettungsschwimmer von der Wasserwacht zur Verstärkung anrufen“, so Bäderleiter Lutz Berbig. In der aktuellen Saison musste bisher glücklicherweise noch keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Es gab lediglich einen Zwischenfall auf der breiten Rutsche. Ein polnischer Jugendlicher war dort mit dem Kopf voraus hinunter gerutscht und gegen den Boden des Wasserbeckens. Er konsultierte später zu Hause einen Arzt. Ansonsten hat das Team der Forster Bäder nur kleine Zwischenfälle zu vermelden. Jugendliche, die die Rutschen nicht zweckentsprechend benutzen, oder Kinder, die nach dem Springen das Becken nicht verlassen, rufen regelmäßig das Personal auf den Plan.

Besonders attraktiv für die Besucher aus der ganzen Region ist der große Sprungturm mit den vier Höhenstufen. Er ist ein Alleinstellungsmerkmal, denn die Freibäder in der näheren Umgebung wie Spremberg, Guben und  Zary besitzen kein Zehn-Meter-Brett. Auch die Lagune in Cottbus verfügt nicht über einen Turm mit dieser Höhe.

Diese Angebot lockt sogar Gäste aus dem Landkreis Dahme-Spreewald an. „Wir haben zwar rund um Königs Wusterhausen unsere Seen zum Abkühlen, aber meine beiden Jungs fahren auf den Sprungturm ab“, erzählt die gebürtige Forsterin Katja Meyer. „Selbst Kinder, die kaum über das Geländer gucken können, springen vom Zehner“, ergänzt Lutz Berbig.

Der Eintritt des Forster Freibads beträgt für Erwachsene 4 Euro und für Kinder 1,50 Euro. Auch für die Ablegung der Schwimmstufen steht das Bäderpersonal täglich ab 9 Uhr gern zur Verfügung.