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Hier wird jetzt Politik gemacht

Mit einem Vortrag weihte Verwaltungsvorstand Sven Zuber den neuen ein. Der Raum ist vielfältig und kann mit einer Trennwand geteilt werden.
Mit einem Vortrag weihte Verwaltungsvorstand Sven Zuber den neuen ein. Der Raum ist vielfältig und kann mit einer Trennwand geteilt werden. FOTO: kkz
Forst. Nach 72 Jahren hat die Stadt Forst wieder einen Sitzungssaal im Rathaus. Am Montag wurde der Raum in der zweiten Etage des Rathauses eingeweiht. Katrin Kunipatz

In Zukunft werden hier in großer Runde die 28 Stadtverordneten tagen. Ausreichend Platz bleibt für Zuschauer und Fachleute aus der Verwaltung. Es sind sehr wandlungsvolle Räumlichkeiten. Bei Bedarf teilt eine Trennwand den Saal in einen kleineren und einen größeren Raum. So sind hier Ausschusssitzungen, Beratungen der Verwaltung oder Treffen mit Vertretern anderer Kommunen möglich.

Beim ersten Vortrag in dem modernen Saal ging Verwaltungsvorstand Sven Zuber detailliert auf die Geschichte der Forster Rathäuser ein. Bis 1945, fast 200 Jahre lang, stand das Rathaus östlich der Stadtkirche. Nach dem Krieg musste die Stadtverwaltung umziehen und bezog das AOK-Gebäude an der Promenade, welches Mitte der 1920er-Jahre errichtet worden war. In dem Haus mit der markanten Ziegelfassade hatte zu DDR-Zeiten auch die Sparkasse ihren Sitz. 1990 baute die AOK ein neues Gebäude, diesmal am Lindenplatz. Nach einer Umstrukturierung wurde das Gebäude wurde nicht mehr gebraucht und vor vier Jahren an die Stadt Forst verkauft. Schritt für Schritt wurde es zum neuen Rathaus umgebaut. Zuerst zog im November 2013 die Stadtbibliothek ein. Es folgten 2015 der Bürgermeister und die Wirtschaftsförderung, der Bereich Service, Personal und Bildung sowie das Bürgeramt. Seit Herbst vergangenen Jahres wurde an den neuen Beratungsräumen gearbeitet. 350 000 Euro hat der Umbau gekostet. Vor allem Forster Unternehmen waren an der Planung und Umsetzung beteiligt, betont Heike Korittke, Verwaltungsvorstand Bauen. Nicht immer sei es wie geplant gelaufen, weil selbst dieser Bau aus den 90er-Jahren Überraschungen bereithielt, so Korittke.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Klar und hell sind die Wände und Möbel. Für frische Luft sorgt eine fest installierte Lüftung. Dank der Konferenztechnik ist jeder Abgeordnete gleich gut überall im Raum zu hören. Forst sei damit ähnlich ausgestattet, wie die Rathäuser in Spremberg und Guben, erläutert Sven Zuber. Es gibt schnurlose Mikrofone für die Zuhörer und spezielle Kopfhörer für Menschen mit Hörgeräten. Die Fenster können mit Jalousien verdunkelt werden. Ein Beamer wirft die Bilder der Präsentation wahlweise auf die Leinwand an der Wand oder vor dem Fenster. Vier große, auf Tischhöhe angebrachte Flachbildschirme erleichtern die Arbeit im kleinen Sitzungssaal. Mit der neuen Konferenztechnik wird auch die alte nicht mehr ganz zuverlässige Aufzeichnungstechnik ersetzt. Probeweise nahmen der stellvertretende Bürgermeister Jens Handreck und Dietmar Tischer am Montag ihre neuen Plätze ein. Klar und hell tönte die Stadtratsglocke. Für die Konferenztechnik wünscht sich Dietmar Tischer, der als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung den Abgeordneten das Rederecht erteilt, noch eine kurze Einführung. Die sichert Sven Zuber zu. Damit ist für die Stadtverordnetenversammlung am 12. Mai alles klar. Zuvor werden verschiedene Ausschüsse die neue Technik ausprobieren.

Zum Thema:
Die Forster Stadtverordneten verfügen seit 1945 über kein Rathaus mit einem entsprechenden Sitzungssaal. Nach der Wende tagten die Stadtverordneten unter anderem im bereits abgerissenen Schützenhaus, in der Aula der heutigen Grundschule Mitte, in der Aula der heutigen Förderschule an der Hochstraße und schließlich im Schulungsraum der Feuerwehr in der Hochstraße. Die erste öffentliche Veranstaltung nach der Eröffnung findet am Mittwoch im neuen Sitzungssaal statt. Ab 19 Uhr gibt es die Film-Foto-Show "Island - im Rausch der Sinne" von Dirk Bleyer. Organisiert hat die Veranstaltung die Stadtbibliothek Forst