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| 15:42 Uhr

Forst
Heiße Zeitreise ins Mittelalter

Johannes-Gaudium in Forst FOTO: Margit Jahn
Forst. Auf dem 5. Johannes-Gaudium in Forst drehte sich der Jubiläumsochse.

Am Sonnabend haben sich die Tore der Alten Feste Forst geöffnet. Zum fünften Mal, wie Johannes-Gaudium-Chef Aimo Bartel und seine Mitstreiter betonten und deshalb einen Jubiläumsochsen auf das Gelände bringen ließen. „Göttlich speisen wie bei Odin“ ist der Leitspruch von Paule von „Walhallas Grill“ aus Spremberg. Und göttlich war auch der prachtvolle Brandenburger Ochse, der stundenlang über dem offenen Feuer gedreht wurde.

Besonders dicht umlagert bei den heißen Temperaturen war der Eisstand. Nach dem Marktumzug mit den Spielleuten von „Rabenzauber“ und „Tagasuna“ gab es nach Grußworten der Bürgermeisterin Simone Taubenek, Rosenkönigin Jessica I. und dem „in Gewandung“ getauchten stellvertretenden Landrat Herrmann Kostrewa gleich eine atemberaubende Fakir- und Schlangenshow von „Braxas A“ zu sehen. Geschmeidig tanzte Aline mit ihrer weiß-gelben und großen Schlange zu rasanten Rhythmen. Alle mutigen Kinder durften die Schlange streicheln. „Sie fühlt sich ganz weich an“, sagte Lena aus Cottbus, die mit ihren Eltern angereist war. „Das Gelände ist wunderschön, die Händler haben gute Angebote, das Essen ist immer super“, so das Fazit der Familie.

Überhaupt war für die Kleinen neben einem großen Strohballen-Berg am Eingang ein eigener Platz unter Schatten spendenden Bäumen vorhanden, wo man auf Schatzsuche gehen konnte, geschminkt wurde, alte Spiele ausprobieren konnte und beim Gaukler Hummlerus den schwarz glänzenden Hahn Heinrich erlebte. Dieser wurde bisweilen wie früher in einem Tragekorb auf dem Rücken über den Platz getragen und erfreute die Zuschauer. Umschwärmt war „Nickel von Rothe“. Er war als Raubritter und teils als Blechmann unterwegs. Auch er unterhielt vor allem das kleine Volk.

Gegen Mittag durften die Gaudium-Gastgeber eine polnische Gastgruppe vom ZAMEK-Kulturzentrum aus Kozuchow begrüßen. Im Rahmen der neuen Partnerschaft, die unlängst in Kozuchow besiegelt worden war, brachten die polnischen Gäste eine große Kinder-Tanzgruppe mit, die mittelalterliche Tänze vor der Bühne präsentierte und für ihre lebensfrohen Tänze und strahlenden Gesichter viel Applaus erntete.

Applaus bekam auch der glutrot geschminkte Teufel mit seiner Gespielin, der Teufelin, die über das Gelände spazierten und aus Berlin angereist waren. Aus der Nähe waren sie den Kindern unheimlich, aber aus der Ferne kamen dann doch schüchtern-winkende Grüße an das diabolische Paar. Die Schaukämpfe der Ritter der Löwen zogen viele Besucher an die sonnige Turnierbahn. „Vogelfrey“ spielte am Abend auf.

Ein Augenschmaus war das polnische Turnier zu Pferde unter dem Titel „Husaria“. In prachtvollen Gewändern boten die Reiter der einst historischen Flügelhusaren den Gästen ein unterhaltsames Turnier.

Ebenso prachtvoll war der polnische Bürgermeister aus Brody, Ryszard Kowalczuk, mit seiner Abordnung unterwegs. Ihm gefiel es sehr zum Forster Gaudium: „Das Fest ist eine super Idee und hat eine super Atmosphäre“ sagte er. Vormittags war er noch in Jasien bei einem Fest, um später eine Zeitreise in Forst zu unternehmen. Viele nachbarschaftliche Freundschaften sind über die Jahre entstanden und werden kulturell bereichert.

Veranstalter Aimo Bartel resümierte: „In diesem Jahr ist uns das beste Ambiente, der beste Aufbau seit fünf Jahren gelungen. Wir haben die Mitte gedreht.“ Sie haben nach Jahren des Ausprobierens nun einen optimalen Weg gefunden, dass die Händler von allen Besuchern gleich gut entdeckt werden. Auch das Lager hat sich vergrößert. Besonderen Dank zollt Aimo Bartel seiner Vorbereitungscrew, den unzähligen Helfern und den Sponsoren, ohne die ein solches Fest nicht stattfinden könnte. Für ihn selbst war „das Highlight“ die polnische Reiterei.

Das polnische Feuerspektakel „Signum Ignas“ hat Aimo Bartel zweimal in Kuzuchow gesehen und für so gut befunden, dass er die Gruppe nach Forst zum Johannes-Gaudium verpflichtet hat. Der Turnierplatz war gegen 22.30 Uhr dicht von Zuschauern umlagert, als zu mystischen Klängen die Feuerkünstler mit ihren schwarzen Mänteln ihren Auftritt starteten. 20 Minuten lang hielt so mancher den Atem an. „So etwas habe ich noch nie gesehen, das war spektakulär“, sagte eine Besucherin in der hinteren Reihe begeistert zu ihrer Freundin.

Johannes-Gaudium in Forst FOTO: Margit Jahn