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| 19:15 Uhr

Auszeichnung für besonderes Engagement
Tolle Kleider und viel Praxis

 Lehrerin Heidrun Hanniske am Oberstufenzentrum mit einem Kleid, das ihre Schüler einst für ein Projekt mit Galeria Kaufhof genäht haben.
Lehrerin Heidrun Hanniske am Oberstufenzentrum mit einem Kleid, das ihre Schüler einst für ein Projekt mit Galeria Kaufhof genäht haben. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Heidrun Hanniske vom Forster Oberstufenzentrum erhält brandenburgischen Lehrerpreis. Von Steffi Ludwig

Wieder geht der brandenburgische Lehrerpreis nach Forst: Nachdem im Vorjahr Michal Kwasniewski vom Forster Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium ausgezeichnet wurde, ist es in diesem Jahr Heidrun Hanniske vom Oberstufenzentrum 1 Spree-Neiße (OSZ) in Forst. Am Donnerstagabend wurde sie in der Potsdamer Staatskanzlei von Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsministerin Britta Ernst (beide SPD) geehrt.

Bis zuletzt war das ein gut gehütetes Geheimnis. Auch Heidrun Hanniske wusste bis zur Festveranstaltung nicht, ob sie den Preis bekommt. Die 57-Jährige rechnete sich auch keine Chancen aus, wie sie Anfang der Woche mutmaßte. Die ganze Nominierung sei ihr sowieso etwas unangenehm: „Denn das ist mein Job“, sagt sie über den Lehrerberuf. Gefreut habe sie sich natürlich sehr. Das zeige, dass ihre Arbeit und ihre Projekte von Schulleitung und Schulkonferenz gewürdigt werden. „Schließlich tue ich alles für die Azubis – und freue mich dann auch, wenn sie die Prüfungen bestehen.“

In der Begründung der Schulkonferenz liest sich das nicht so bescheiden: „Heidrun Hanniske ist die personifizierte Freude am Lehrerberuf. Mit ihrer Einsatzbereitschaft setzt sie Maßstäbe.“ Und an zu würdigenden Projekten sind bei Heidrun Hanniske eine ganze Reihe zusammengekommen. Einmal sind da die Aktionen, die mit ihrer Ausbildung als Konfektionsnäherin und Lehrerin für die Textil- und Bekleidungsbranche zusammenhängen. 2008/2009 haben ihre Auszubildenden der Maßschneiderei mit Galeria Kaufhof zusammengearbeitet und Modellkleider für die Jugendweihe und den Abiball entworfen, genäht und bei einer Modenschau präsentiert, nach dem Motto „junge Mode für junge Menschen“. „Das war toll, da haben die Azubis gemerkt, dass es doch etwas anderes ist, wenn die Kleider nicht nur als Kunstwerke entworfen werden, sondern am Schneidertisch umgesetzt werden“, schwärmt Heidrun Hanniske noch heute. Auch zwei Kleider für die Spremberger Spreenixe haben ihre Schüler entworfen. Im Leonardo-Programm hat sie erfolgreich Projekte mit Schneiderlehrlingen an einer Modeschule in Portugal initiiert. Leider gebe es seit drei Jahren das Bekleidungsfach nicht mehr am Forster OSZ. Ihr Hauptbereich sei jedoch sowieso seit Jahren Politische Bildung/Wirtschafts- und Sozialkunde, den sie am OSZ auch seit vielen Jahren leitet.

Seit einiger Zeit unterrichtet die ehemalige Leistungssportlerin der Leichtathletik auch Sport am OSZ und nimmt mit den Azubis erfolgreich an Landeswettbewerben für Lehrlinge und Auszubildende teil. Aber auch einen Sicherheitswettbewerb der Berufsgenossenschaft und das Lernspiel Börse integriert Heidrun Hanniske immer wieder in den Unterricht. Auch hier belegen ihre Schüler vordere Plätze.

„Mir geht es einmal darum, dass die Schüler durch ihr Wissen Unfälle oder unnötigen Lärm in den Werkstätten vermeiden – und dass der Unterricht durch die viele Praxis nicht so trocken ist“, sagt die gebürtige Zittauerin, die in Forst aufgewachsen ist und 1986 an der Ingenieurschule für Textiltechnik als Lehrerin begann. Trotzdem unterrichte sie im Stil „alte Schule“, was sicher nicht allen Schülern gefalle, wie sie augenzwinkernd betont. Dennoch seien auch diese ihr dankbar, wenn sie vielleicht auch dadurch die Prüfung geschafft haben.