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Hammerschläge adeln den Rohbau

Geschäftsführerin Ines Gropp schlägt unterstützt von Bauleiter Maik Dreßler den letzten symbolischen Sparrennagel ein.
Geschäftsführerin Ines Gropp schlägt unterstützt von Bauleiter Maik Dreßler den letzten symbolischen Sparrennagel ein. FOTO: H. Landes
Forst. Mit dem Richtfest hat die Volkssolidarität Spree-Neiße ein Etappenziel beim Bau des neuen Pflegeheims am Markt in Forst erreicht. Im Oktober soll das moderne Haus fertig sein und 60 Bewohnern Platz bieten. Hartmut Landes

Ines Gropp hat gern festen Boden unter ihren Füßen. Am Freitag hat die zierliche Frau diesen Boden verlassen und sich für wenige Minuten auf die wackligen Planken eines Baugerüsts begeben. Aus mehr als zehn Metern Höhe begrüßte die Geschäftsführerin der Volkssolidarität Spree-Neiße Gäste und Bauarbeiter zum Richtfest für das neue Pflegeheim der Volkssolidarität am Markt in Forst. "Eigentlich ist ein Richtfest ja nur eine halbe Sache, mehr als der erste Spatenstich oder die Grundsteinlegung, aber doch weniger als die Einweihung", bekannte Gropp. Dennoch, feiere sie diese halbe Sache ausgesprochen gern, sei doch die Vorfreude auf das, was mit dem Pflegeheim entstehe, riesengroß. Und das nicht nur bei ihr und ihren Mitarbeitern, sondern ebenso bei den künftigen Bewohnern und Verantwortlichen von Stadt und Landkreis. Das machten Landrat Harald Altekrüger (CDU) und der künftige Forster Rathauschef Philipp Wesemann (SPD) in kurzen Grußworten deutlich.

Gropp blickte auf den langen Weg zurück, von der ersten Überlegung für den Neubau bis zum Richtfest, würdigte den Weg, als kluge und mutige Entscheidung des Vorstandes ihres Unternehmens. Gemeinsam mit Bauleiter Maik Dreßler von der Architektengemeinschaft Anka-Projekt, der den Richtspruch hielt, bewies Ines Gropp in luftiger Höhe auch sehr gute motorische Fähigkeiten. Beim Einschlagen des letzten - symbolischen - Sparrennagels zeigte sie Treffsicherheit und leistete sich lediglich einen Fehlschlag.

Zurück auf dem historischen Boden im Herzen der Stadt bestand dann auch der zukünftige Küchentrakt eine erste Bewährungsprobe. Denn dort war das Büfett aufgebaut, an dem sich Bauschaffende, künftige Bewohner und Gäste gern bedienten.

Urs Ganter, Geschäftsführer des Architekturbüros, lobt am Rande des Richtfestes die professionelle und gute Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern. Was den Zeitplan betrifft, so verspricht er: "Wir werden den Termin Oktober halten und damit binnen eines Jahres fertig sein."

Jetzige Bewohner des altersschwachen Pflegeheims "Am Haag" äußern Vorfreude auf den Umzug in das neue Haus. So auch Lieselotte Schiemann: "Ich bin mit meinem Zweibettzimmer zwar zufrieden, aber ich freue mich auf das neue Haus", sagt sie.

Insgesamt wird das Gebäude eine Fläche von 3000 Quadratmetern besitzen. Darin enthalten ist der Küchentrakt, in dem nicht nur Essen für die Bewohner gekocht wird, sondern auch andere Bürger aus der Stadt in einem öffentlichen Restaurant Essen erhalten können. In sechs Monaten soll das zum ersten Mal möglich und der Bau zügig und komplikationslos hochgezogen sein.

Zum Thema:
Das neue Pflegeheim bietet auf drei Etagen 60 Bewohnern Platz. Für jeden wird es ein geräumiges Einzelzimmer mit eigenem Sanitärtrakt geben. Es gibt eine Küche, in der für alle Bewohner gekocht wird. Aufgebaut ist das Pflegeheim nach dem Wohngruppenprinzip. Maximal zwölf Bewohner teilen sich die Gemeinschaftsräume. Rund fünf Millionen Euro investiert die Volkssolidarität Spree-Neiße in den Neubau, 3,7 Millionen Euro davon sind Bauleistungen.