| 02:36 Uhr

Hallo Schule, wir kommen!

Fröhliches Winken vor der Evangelischen Grundschule: Hallo wir kommen, rufen die Vorschulkids aus der Kita "Talitha Kumi".
Fröhliches Winken vor der Evangelischen Grundschule: Hallo wir kommen, rufen die Vorschulkids aus der Kita "Talitha Kumi". FOTO: B. Möschl
Forst. Mit großem Hallo haben sich Vorschulkinder und Grundschüler am Mittwoch in der evangelischen Grundschule Eulo begrüßt. Die einen nahmen den Schulhof unbefangen in Beschlag, die anderen folgten konzentriert ihrem Unterricht. In den Pausen hatten sich die Kids dann viel zu erzählen. Beate Möschl

Die 20 Steppkes aus der evangelischen Integrationskita "Thalita Kumi" (Mädchen steh auf) waren noch nicht mal alle aus dem kleinen Bus geklettert, der sie am Mittwochvormittag zum Schnuppertag in die evangelische Grundschule Forst-Eulo brachte, als die Viertklässler der Schule ihnen schon fröhlich zuwinkten aus ihrem Klassenzimmerfenster. Die großen Geschwisterkinder warteten offensichtlich schon genauso aufgeregt wie die Vorschulkids auf ihren großen Tag. Und die stürmten das Schulgelände sofort mit großer Begeisterung.

Begeistert und konzentriert dabei

Das ließ auch Erzieher und Pädagogen der beiden durch eine enge Kooperation verbundenen Einrichtungen schmunzeln. Sie freuten sich sichtlich über den Volltreffer gleich zum Auftakt des in diesem Jahr erstmals gestarteten gemeinsamen Vorschulprojektes. Bis zum Schuljahresende können die Vorschulkinder der evangelischen Kita nun jeden Mittwoch einen Tag in der Schule verbringen. "Damit wollen wir unser Schulleben transparent machen und den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Schule erleichtern", sagt Schulleiterin Andrea Kockott. Betreut werden die Vorschulkinder dabei von ihren vertrauten Kita-Erzieherinnen Steffi Bache und Elke Leopold und den dann zuständigen Horterziehern der evangelischen Grundschule. Hortleiterin Nadine Lange-Hartwig und ihr Team haben viel vorbereitet für die Vorschüler, die Gelegenheit zur individuellen und kreativen Entfaltung bekommen sollen. Mithilfe unterschiedlicher Materialien und Übungen sollen Grundfertigkeiten und Fähigkeiten gesch werden wie das Halten von Stiften, der Umgang mit Schere, Kleber und Papier, Genauigkeit und Durchhaltevermögen. Auch naturwissenschaftliche Experimente werden folgen. Schulgarten, Küche und Werkraum bieten dafür ideale Bedingungen. "Unsere Schützlinge werden im Zuge der Förderung mit Aufgaben konfrontiert, die Selbstvertrauen stärken, Kompetenzen fördern und Zusammenhänge verdeutlichen", sagt Hortleiterin Nadine Lange-Hartwig.

Deutlich mehr Lernanfänger

"Durch die wechselnden Inhalte haben die angehenden Schüler die Möglichkeit, immer wieder Bestätigung und positive Erfahrungen zu sammeln, was sich an einer inneren Stärke und ihrer zunehmenden Sicherheit hier in der Schule und im Hort bemerkbar machen wird", unterstreicht Schulleiterin Andrea Kockott Konzept und Ziel der Projektreihe. "Es gibt viele, die sich schon richtig auf die Schule freuen und es kaum erwarten können, und andere, die noch ein wenig ängstlich sind. Wir sind darauf eingestellt", sagt sie und lässt außer Zweifel: An der Schule freuen sich alle, die Erwartungen der Neuen zu erfüllen und die verständlichen kleinen Unsicherheiten und Ängste zu nehmen.

"Wir haben deutlich mehr Anmeldungen", berichtet Andrea Kockott auf Nachfrage. 122 Schülerinnen lernen derzeit an der Evangelischen Grundschule. Im neuen Schuljahr kommen 27 Lernanfänger dazu. In den zurückliegenden Jahren lag die Zahl der Lernanfänger bei etwa 20 Mädchen und Jungen. "Die Forster Eltern sind gut informiert über unsere Schule und zeigen starkes Interesse", beobachtet die Leiterin der Evangelischen Grundschule.

Die Vorschulprojektreihe steht allen Vorschulkindern der evangelischen Kita "Talitha Kumi" offen, unabhängig davon, ob sie an der Evangelischen Grundschule Eulo eingeschult werden oder nicht. Grundlage ist die Kooperation zwischen Kita und freier Grundschule.

Kita-Leiterin Claudia Lehnigk weist daraufhin, dass die Integrations-Kita ebenfalls eine Kooperation mit der Wichernschule in Forst pflegt und auch hier am Mittwoch eine gemeinsame Vorschul-Projektreihe begonnen hat für ein Kind, das als Lernanfänger im neuen Schuljahr dort eingeschult wird. Auch ihm wird die Möglichkeit gegeben, ab der kommenden Woche jeden Mittwoch das neue Schulgebäude, die neuen Erzieher, Lehrer und Mitschüler kennenzulernen - in Begleitung seiner vertrauten Betreuer und Erzieher. An der Wichern-Schule lernen mehr als 70 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus dem Landkreis Spree-Neiße.

Drei Vorschulkinder der Integrationskita "Talitha Kumi" wechseln mit Beginn des Schuljahres an die Wichern-Schule Forst und an die Förderschule in Spremberg.