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Gute Hoffnung auf Pfiffiges im Tagebau Welzow-Süd

Welzow.. An dem Vorhaben der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land (IBA), im Tagebau Welzow-Süd ein herausragendes Landschaftsprojekt zu installieren, wird auch nach der zweiten Sitzung der gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Vertretern der Anrainergemeinden festgehalten. Gabi Böttcher

Die Arbeitsgruppe war notwendig geworden, nachdem die IBA-Vision einer Wüste-Oase-Landschaft unter Bürgern auf breite Ablehnung gestoßen war.
Dr. Hans Schönherr (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Drebkau nach der internen Beratung am Dienstag im Welzower Rathaus: „Wir sind auf gutem Wege, ein Projekt zu entwickeln, das in der Region ankommt und überregional ausstrahlt.“ Obwohl die spektakuläre Idee einer Wüste-Oase-Kontrastlandschaft nun begraben ist, denkt Schönherr, dass „etwas Pfiffiges“ entwickelt werden kann.
Franz-Georg Blaschke (CDU), der als Spremberger Abgesandter die Stadt erstmals in der Arbeitsgruppe vertrat, plädiert für eine dem beschlossenen Braunkohleplan möglichst nahekommende Lösung. Auch wenn ein Änderungsverfahren notwendig werde, sollte dieses vor Ort mitbestimmt werden. Das Neupetershainer Fließ, das im Gegensatz zum ursprünglichen Plan nun in das Welzower Landschaftsprojekt einbezogen werden soll, könne man zu einem echten Highlight gestalten. Franz-Georg Blaschke, der auch im Braunkohleausschuss mitarbeitet, hebt die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Landschaftsplanern und Architekten und dem Bergbauunternehmen hervor. „Unter den vielen Gestaltungsvarianten, die uns am Dienstag vorgestellt wurden, muss nun das Machbare geprüft werden.“
Da das Neupetershainer Fließ nach den überarbeiteten Plänen nun nicht mehr zur Disposition stehe, sei das wasserwirtschaftliche Gutachten nicht mehr so dringlich, schätzt Dr. Schönherr aus Drebkau ein. Ihm liege es sehr am Herzen, dass eben dieses Fließ eine zentrale Bedeutung im Gesamtprojekt erhält. Das Gutachten ist am Dienstag entgegen ursprünglicher Ankündigungen nicht in der Arbeitsgruppe vorgestellt worden. Es ist für März avisiert worden.
Brigitte Scholz, Projektverantwortliche von der IBA, spricht im Rückblick auf die zweite Beratung der Arbeitsgruppe von einem frischen Wind, der in die Überlegungen gekommen sei, neue Ideen und Möglichkeiten hätten sich aufgetan. Von sechs vorgestellten Varianten seien zwei als denkbar favorisiert. Bis zum Sommer kommenden Jahres müsse eine Einigung mit Vattenfall erreicht werden, um die Umsetzung des Landschaftsprojektes in die Betriebsabläufe des Unternehmens integrieren zu können. Verändern werde sich in diesem Zusammenhang wohl noch die Fläche, die in Anspruch genommen werde.
Uwe Krohn, bei Vattenfall Referent für den Tagebau Welzow-Süd, betont, dass das Landschaftsprojekt ohne Leistungseinschränkungen für Kohlefreilegung und -förderung umgesetzt werden müsse. Ob die entwickelten Ideen umsetzbar seien, könne im Moment noch nicht abgeschätzt werden. In der zweiten Beratung der Arbeitsgruppe konnte Uwe Krohn jedoch einen Erkenntniszuwachs für die beteiligten Seiten ausmachen. Vom Ingenieurbüro seien nun viele Fragen konkret zu beantworten.
Für Detlef Pusch, den stellvertretenden Bürgermeister von Welzow, der die Arbeitsberatung moderierte, war klar erkennbar: „Alle Beteiligten befinden sich auf einer Wellenlänge und sind Willens, ein außergewöhnliches touristisches Projekt zu verwirklichen, das vorhandenes Potenzial ausnutzt. Wir sind auf jeden Fall einen Schritt vorangekommen.“
Am 7. Dezember trifft sich die Arbeitsgruppe erneut im Welzower Rathaus. Brigitte Scholz baut darauf, dass man sich dann angesichts der verschiedenen Varianten auf eine Vorgehensweise verständigen kann.