Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Vorstand des Verbandes den Gemeinden Neiße-Malxetal, Groß Schacksdorf-Simmersdorf und Wiesengrund eine Frist gesetzt. Wenn diese nicht bis zum 31. Dezember einem größeren Entsorgungsverband - dem Eigenbetrieb oder direkt dem GWAZ - beitreten, ende das Engagement von GWAZ-Geschäftsführer Wolfram Nelk nach einjähriger Tätigkeit zum 21. April kommenden Jahres, kündigte der Vorstand an.

Nelk war zum 22. April dieses Jahres zum Geschäftsführer des Trinkwasserversorgungs GmbH Döbern-Land berufen worden. Diese GmbH agiert zugleich als Betriebsführer für den dortigen Eigenbetrieb Abwasser. Die endgültige Betriebsführung in Döbern-Land könne der GWAZ aber nur übernehmen, wenn Klarheit in den Strukturen herrsche, sagte Nelk gestern. Der Beitritt sei die Voraussetzung, um das dem Land Brandenburg vorgelegte Sanierungskonzept auch realisieren zu können. Es müsse eine einheitliche Organisationsform für den Bereich Abwasser geben.

Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) sagte: "Wir wollen helfen, aber es gibt Grenzen." Aufgrund der wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen müsse der Gubener Verband jetzt Druck machen. Hübner zeigte sich optimistisch, dass die Frist 31. Dezember trotz der Kommunalwahl zu halten ist. Es sei noch genug Zeit für zwei oder drei Sitzungen der neuen Gemeindevertretungen.

Der Neuzeller Amtsdirektor Hans-Georg Köhler verwies darauf, dass das was in den drei Döbern-Land-Gemeinden bisher laufe, tweilweise einer illegale Abwasserentsorgung gleichkomme. Der Jänschwalder Bürgermeister Heinz Schwietzer wies darauf hin, dass die Gemeinden seit der vergangenen Gebietsreform fünf Jahre Zeit gehabt hätten, um solche Probleme anzupacken. In einer Pressemitteilung erklärte Nelk gestern, er hoffe auf eine Entscheidung in den nächsten Wochen, sonst "steht das Sanierungskonzept auf dem Spiel. Davon wären dann 13 400 Menschen betroffen." Es gehe auch um die Sicherheit der Arbeitsplätze von 15 Mitarbeitern der GmbH, so Nelk.

Weniger scharf hatte er sich am Dienstag vor der Gemeindevertretung Wiesengrund ausgedrückt. Zur letzten GWAZ-Vorstandssitzung in diesem Jahres am 17. November empfahl er eine Entscheidung, ob die Gemeinde zum 1. Januar der GWAZ beitritt. Rumpfgeschäfte durch einen späteren Beitritt machten steuerlich und buchhalterisch "Ärger", so Nelk.

Bürgermeister Egbert S. Piosik erklärte gestern auf RUNDSCHAU-Nachfrage, dass eine Sondersitzung der alten Gemeindevertretung auch nach der Wahl möglich sei, um schnell zu entscheiden. Als zwingende Frist habe er den Termin aber nicht verstanden. Wie auch die Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf ist in Wiesengrund ein direkter GWAZ-Beitritt im Gespräch, um Einfluss auf Gebühren zu bewahren.