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Grundschule Nordstadt: Kein Hinweis auf krebserregende Stoffe

Prüffilter des Landeslabors Berlin-Brandenburg, das am Mittwoch eine umfangreiche Messreihe in ausgewählten Klassenräumen und im Keller der Grundschule Nordstadt vorgenommen hat.
Prüffilter des Landeslabors Berlin-Brandenburg, das am Mittwoch eine umfangreiche Messreihe in ausgewählten Klassenräumen und im Keller der Grundschule Nordstadt vorgenommen hat. FOTO: Beate Möschl
Forst. Der Standort Grundschule Nordstadt in Forst ist frei von leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW). Das hat die Analyse einer zweiten Messreihe durch den Cottbuser Umweltservice ergeben und damit das Ergebnis der Messreihe, die vom Dräger-Analyseservice ausgewertet wurde, bestätigt. H. Landes

Am Dienstagnachmittag trafen die Ergebnisse der zweiten Analyse in der Forster Stadtverwaltung ein. Sven Zuber, stellvertretender Bürgermeister der Stadt, zeigte sich sichtlich erleichtert, dass auch die zweite Analyse keinen Grund für die Annahme liefere, dass die Krebserkrankungen von drei Kindern aus vierten Klassen an dieser Schule standortbedingt sein könnten.

Vertieft untersucht wurden bei der zweiten Messreihe mögliche Belastungen des Schulstandortes durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW). Diese stehen in Verbindung mit dem ehemaligen Standort der Chemischen Reinigung in der Frankfurter Straße / Ecke Blumenstraße. Von diesem Altlastenstandort geht eine Grundwasserkontamination aus, die vom Landkreis Spree-Neiße regelmäßig überprüft wurde. Die Schule liegt im Gebiet der Grundwasserfließrichtung, in dem der Landkreis im Jahr 2002 die Nutzung von Grundwasser untersagt hatte.

Noch einen Tag zuvor, als Zuber im Sozial- und Bildungsausschuss der Stadt über den Stand der Untersuchungen berichtete, hatten etwa 30 besorgte Eltern eine mangelhafte Kommunikation zwischen zuständigen Behörden, Schule und Elternhaus beklagt. Eltern seien zu spät über die Untersuchungen informiert worden, anfangs habe es an Transparenz gefehlt, hieß es. Auch die Frage, warum die Schule nicht geschlossen werde, wurde gestellt. Zuber stellte klar: "Dafür reichen die harten Fakten nicht aus."

Die Ergebnisse der zweiten Messreihe unterstützen die Auffassung, dass keine Gesundheitsgefährdung vom Schulstandort ausgeht. Falls sich entgegen der Erwartung der Verwaltung Verdachtsmomente erhärten sollten, werde auch eine Reihenuntersuchung der Kinder nicht ausgeschlossen. Aber dafür gebe es im Moment keine Anhaltspunkte.

Am Dienstag, 21. April, wird es 18 Uhr in der Schule eine Elternversammlung geben. Dort werden Landrat, Amtsarzt sowie Fachleute von Umwelt- und Gesundheitsbereich über die Ergebnisse informieren. Zur Versammlung soll auch über Möglichkeiten der Einsichtnahme in die Protokolle der Prüflabore informiert werden.