ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:35 Uhr

Ekel-Toiletten haben Priorität
Grundschule Keune: Kommt der Gestank aus maroden Leitungen?

 Bei den maroden Toiletten in der Grundschule Keune ist vor allem der Gestank das Problem für die Schüler.
Bei den maroden Toiletten in der Grundschule Keune ist vor allem der Gestank das Problem für die Schüler. FOTO: privat
Forst. Die Ursache für die Geruchsbelästigung an der Grundschule Keune steckt vermutlich in maroden Teilen der Abwasserleitung. Die Stadtverwaltung prüft am Montag, was genau getan werden muss und will dann die Arbeiten ankurbeln. Von Steffi Ludwig

Die übel riechenden Toiletten an der Grundschule Keune und vor allem im Hort-Nebengebäude beschäftigen seit einiger Zeit eine Elterninitiative um Enrico Schnick, Vater eines Erstklässlers. Die Stadtverwaltung müsse so schnell wie möglich tätig werden, hatten die Fraktionsvorsitzenden gefordert. Am Dienstagabend hat sich der Bauausschuss der Stadt mit dem Thema befasst. Die Stadtverwaltung habe sich mit Enrico Schnick und einem Forster Baubetrieb vor Ort getroffen und arbeite nun an den Ursachen, sagte Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke.

Grund des Geruch-Problems womöglich identifiziert

Das Problem liege vermutlich in den Abwasserleitungen, teilte Sirko Nitzschke, Leiter des Bereichs Zentrales Gebäudemanagement der Stadt, mit. Er habe sich Pläne des Eigenbetriebes Städtische Abwasserbeseitigung zuarbeiten lassen die noch vor den Bauarbeiten an der Turnhalle mittels einer Kamerabefahrung erstellt wurden. Dort seien sanierungsbedürftige Teile erkennbar, so Nitzschke. Am Montag schaue er sich dies mit einem Fachplaner an und bespreche, welche Arbeiten genau vonnöten seien. Dann müssten diese Arbeiten ausgeschrieben und eine Fachfirma gefunden werden. Deshalb könne auch jetzt noch nichts zu den Kosten gesagt werden, sondern erst im nächsten Bauausschuss am 10. September, kündigte Heike Korittke an.

Das klinge alles nach einem lange dauernden Verfahren, kritisierte Thomas Engwicht (Gemeinsam für Forst). Denn wie Enrico Schnick auch noch einmal betonte, habe es das Angebot eines Forster Baubetriebes gegeben, die Arbeiten sofort als Spende über die Elterninitiative zu verrichten. Doch dies halte die Stadt, in deren Eigentum sich das Gebäude befindet, für schwierig. Denn gerade in versicherungstechnischer Hinsicht sei das Problem komplexer, weshalb sich die Stadt hier mit Verträgen festlegen wolle, um sicherzugehen, so Heike Korittke. Denn es gehe auch um die Leitungen zu den Klassenräumen und einer Wohnung im Hortgebäude – also etwas mehr als ursprünglich gedacht, so Nitzschke. Das hätte auch die Baufirma so erkannt, die sich auch auf die Ausschreibung bewerben könne.

Toilettenproblem an Keuner Grundschule oberste Priorität

Dennoch habe das Toilettenproblem oberste Priorität und werde so schnell wie möglich bearbeitet, versichert der Leiter des Zentralen Gebäudemanagements. In jedem Falle wolle die Stadt die Kosten für die Installation – also die Leitungsverlegung und den Einbau von neuen Toiletten und Waschbecken im Hortnebengebäude – übernehmen und müsse dies aus Haushaltsmitteln zahlen, bemerkt Nitzschke. Über die Erneuerung beispielsweise der Fliesen könne man im Gespräch mit der Elterninitiative bleiben. Enrico Schnick wartet indes auf den Termin einer Kamerabefahrung der Rohre, bei der er dabei sein sollte. Doch eine nochmalige Befahrung sei erstmal, auch aus Kostengründen, nicht notwendig, da zudem die Ergebnisse des Abwasserbetriebes vorliegen, so Sirko Nitzschke.

Für Schnick bleiben viele Fragen offen, wie die nach Ausweichtoiletten während der Bauarbeiten. Dazu bemerkt Sirko Nitzschke, dass es am besten wäre, wenn in den Herbstferien gebaut werde und keine Ausweichtoiletten nötig seien: „Das hängt davon ab, wie schnell alles geht.“ Auch der schlechte Zustand des Schulgebäudes insgesamt bewegt die Eltern. Laut Heike Korittke warte die Stadt dringend auf ein passendes Förderprogramm, das es momentan noch nicht gebe. Vielleicht könne man auch mit der Grenznähe punkten und etwas in Richtung deutsch-polnisches Projekt aufstellen, schlägt Enrico Schnick vor.