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Grüne Mitte in Forst fast ohne Wasser

Es bleibt grün um die Kirche. Gebäude sind nur südlich und hinter den Platanen möglich.
Es bleibt grün um die Kirche. Gebäude sind nur südlich und hinter den Platanen möglich. FOTO: slu
Forst. Wie das Areal an der Kirche gestaltet werden soll, beschäftigt die Stadtverordneten seit Jahren. Wie Verwaltungsvorstand Bauen, Heike Korittke, in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) am Freitag darstellte, liege den Fraktionen seit März der Beschlussvorschlag der Verwaltung vor, der auch intensiv in den Ausschüssen beraten wurde. Katrin Kunipatz

Trotzdem haben SPD- und FDP-Fraktion zwei Tage vor der Stadtverordnetenversammlung einen Änderungsvorschlag eingereicht. Kritik dazu äußerte auch CDU-Fraktionschef Jens-Holger Wußmann. Einig sind sich die Stadtverordneten, dass die Forster Innenstadt attraktiv sein muss. "Unser Ziel ist es, Bürger und Gäste in die strukturschwache Innenstadt zu bekommen", erklärt Andreas Landow (SPD). Mit diesen Worten unterstützt er den Änderungsantrag, eine Wasserfläche zwischen Platanenhain und Mühlgraben zu planen, so wie es vom Planungsbüro SINAI einmal vorgesehen war. FDP-Fraktionsvorsitzender Lothar Lischke führte Cottbus oder Weimar an, die mit Wasser einen Anziehungspunkt geschaffen haben. Mit einem in Szene gesetzten Mühlgraben würde dies nicht gelingen, argumentiert Klaus-Dieter Stenzel, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Im Verlauf der Diskussion wirft Ingo Paeschke, Fraktionschef der Linken, der Stadtverwaltung vor, sich nicht um die Umsetzung des Beschlusses vom Juli 2016 gekümmert zu haben, der eine Bebauung rund um die Kirche vorsah. Dem widerspricht Jens Handreck als stellvertretender Bürgermeister: "Mehrere Wochen haben wir die Grundstücke auf der Homepage der Stadt angeboten, aber es gab keine Nachfragen."

Vor der Abstimmung erläuterte Heike Korittke erneut, dass man versucht habe, mit der Vorlage die große bassinförmige Wasserfläche auszuschließen. Der Kompromiss halte die Innenstadt für eine Bebauung offen, und auch eine Wasserfläche sei immer noch möglich. In der Abstimmung unterliegen FDP und SPD. Mit 13 Ja- und elf Neinstimmen bei einer Enthaltung ist aber auch die Mehrheit für den Kompromiss knapp. Klar ist damit: Gebäude sind an der Süd- und Ostseite der Kirche möglich. Der Platanenhain hat Bestand, und es entsteht dahinter eine öffentliche Grünanlage. Die Nordseite wird entsprechend des Wettbewerbskonzeptes gestaltet. Diese Eckpunkte können nun ins Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) eingearbeitet werden. Es wird Thema in der nächsten SVV sein.