| 11:30 Uhr

Grün statt Stein rund um die Kirche

Platanenhain und Kirche
Platanenhain und Kirche FOTO: Katrin Kunipatz (LR-FOR-RED-350)
Forst. Öffentliche Grünflächen oder ein mit Häusern umbauter Marktplatz? Fördermittel oder kein Geld vom Land? Auf diese Fragen lässt sich die Diskussion für das Areal um die Stadtkirche reduzieren. Und trotzdem ist es für die Stadtverordneten nicht einfach, die richtige Entscheidung zu treffen.

Seit Jahren sind die Forster auf der Suche nach einem Konzept für die Gestaltung ihres Zentrums rund um die Stadtkirche. Es gab viele Vorschläge und intensive Diskussionen - auch über die Aufgabe der Forster Wohnungsbaugesellschaft mbH (FWG). Teile des 2010 vom Büro Sinai erstellten Projektes wurden bereits umgesetzt. Der Platanenhain östlich der Kirche ist ein Beispiel dafür. Dafür hat die Stadt Forst bereits Fördermittel erhalten und muss nun die Planung auch für die anderen innerstädtischen Flächen vorantreiben. Wegweisend dazu war der Beschluss der Stadtverordneten im Juli vergangenen Jahres. Demnach sollen statt eines grünen Zentrums an der Süd-, Ost- und Nordseite Bauflächen ausgewiesen werden, die der ursprünglichen Bebauung folgt, wie sie in den 1930er Jahren war. Rund um die Kirche entstünde dann ein abgeschlossener Markt. Teile der bereits mit Fördermitteln errichteten Grünanlagen wie der Platanenhain an der Ostseite und der Park an der Nordseite müssten diesen Gebäuden weichen.

Beim Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) stoßen die Pläne der Stadt Forst deshalb auf wenig Unterstützung, wie Verwaltungsvorstand Heike Korittke im November im Bauausschuss darlegte. Man behalte sich sogar vor Fördermittel zurückzufordern, berichtet sie. Einzig unstrittig sei die Bebauung auf der Südseite.

Viel Überzeugungskraft habe sie in Potsdam gebraucht, um die Rückforderung bereits ausgereichter Fördermittel abzuwenden, so die Chefin der Bauverwaltung. Damit Forst weiterhin Städtebaufördermittel erhält, müssen die Stadtverordneten einen neuen Beschluss fassen, der den im Stadtentwicklungskonzept formulierten Ziele entspricht. Welche Eckpunkte enthalten sein müssen, hat die Stadtverwaltung den Fraktionen aufgeschrieben. Demnach soll die Nordseite unbebaut bleiben und entsprechend dem Wettbewerbskonzept "Grüne Mitte" gestaltet werden. An der Ostseite bleibt der Platanenhain bestehen und wird durch eine öffentliche Grünfläche ergänzt, die einer möglichen Bebauung Raum lässt. Die umstrittene Wasserfläche entfällt. Drei- bis viergeschossige Gebäude könnten an der Südseite entstehen, so sich Investoren finden. Wie Angelika Geisler, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung jüngst beim Frauenfrühstück des Zak-Vereins erläuterte, gibt es im Moment aber niemanden, der dort bauen möchte.

Bis Ende März müssen sich die Stadtverordneten über eine neue Beschlussvorlage verständigen, die am 30. März im Bauausschuss diskutiert werden sollen. Nur mit einer Aussage zur Grünen Mitte ist das Integrierte Stadtentwicklungkonzept (Insek) komplett. Das MIL erwartet bis Mai eine Antwort aus Forst. Die Stadt läuft sonst Gefahr, in der dritten Runde keine Mittel für die Städtebauförderung zu erhalten. Dann steht nicht nur die Grüne Mitte auf dem Spiel sondern auch andere Projekte bei Stadtumbau und Sanierung.

Stadtumbau in Forst - Abriss weiter notwendig

Aktuell leben in Forst einschließlich aller Ortsteile weniger als 19 000 Menschen, informiert Fachbereichsleiterin Angela Geisler. Der Rückbau weiterer Wohngebäude bleibt deshalb ein wichtiges Thema beim Stadtumbau. Bisher wurden 1900 Wohnungen abgerissen und trotzdem stehen aktuell immer noch rund 1900 Wohnungen vor allem bei der FWG leer. Und diese Tendenz werde sich auch in Zukunft fortsetzen. Gemeinsam mit der FWG, der die meisten Wohnungen in der Innenstadt gehören, müssten Lösungen für einen senioren- und behindertengerechten Umbau gefunden werden, so Geisler beim Frauenfrühstück.

Das Areal um die Stadtkirche soll zur Mitte von Forst werden. Unstrittig sind Gebäude auf der Südseite

.