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| 02:39 Uhr

Großer Bahnhof an der Noßdorfer Mühle

Karsten Mrosko an einer der Haltestellen für die Kölziger Bahn beim Mühlenfest. Foto: Jan Selmons
Karsten Mrosko an einer der Haltestellen für die Kölziger Bahn beim Mühlenfest. Foto: Jan Selmons FOTO: Jan Selmons
Forst. Der Erfolg des ersten Mühlenfestes im Forster Ortsteil Noßdorf hat die Organisatoren angestachelt – nun steigt das zweite Mühlenfest mit Handwerkerausstellung und Bademoden. Sogar die Bahn hält an der Mühle. Jan Selmons

Die Veränderungen am Rande der Noßdorfer Mühle sind unübersehbar. Karsten Mrosko, Ein-Euro-Jobber an dem alten Denkmal, ist einer der Leute, die hier regelmäßig werkeln und auch das Mühlenfest vorbereiten. Am liebsten würde er immer hier arbeiten, sagt er. Denn "ich interessiere mich für die alten Dinge und wie so eine Mühle funktioniert hat", erzählt er.

Dann beginnt er wieder zu räumen. Denn was sich die Vereine für das Mühlenfest vorgenommen haben, ist bemerkenswert. Aufgebaute Haltestellen deuten es an. Laut Günter Andreck fährt am heutigen Samstag eine Schmalspurbahn an der Mühle. "Die wird gerad von Klein Kölzig nach Noßdorf transportiert", sagt der rührige Mann vom Verein "Bündnis Noßdorf". Kran und Lkw-Hänger sind geordert worden, um die Technik in den Forster Ortsteil zu transportieren. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Höhepunkte des Mühlenfestes. Angespornt von der Besucherzahl von mehreren Tausend bei dem ersten Mühlenfest vor zwei Jahren hat nach Angaben Andrecks ein harter Kern von bis zu acht Leuten die Vorbereitungen in die Hand genommen. "Eine kulturelle Bereicherung für die Stadt soll das Fest sein", so Andreck, der mit seinen Mitstreitern im Zusammenhang mit den bundesweiten Mühlentagen auf die Idee für das Fest gekommen ist.

Die Mühle ist für ihn eine wichtiges Stück der Geschichte der Industrialisierung. Zudem sei die Mühle immer ein dörflicher Sammelpunkt gewesen, an dem Geschichte und landwirtschaftliche Entwicklungen ablesbar seien. Um 1640 ist nach Angaben Andrecks die Noßdorfer Mühle erstmals in Kirchenaufzeichnungen erwähnt worden. Doch Scherbenfunde hätten gezeigt, dass die Mühle älter ist. Andreck glaubt, dass das Interesse "an den alten Dingen" wieder wächst. "Jetzt müssen wir den Leuten natürlich was bieten", sagt Andreck.

Neben der Schmalspurbahn warten ab 10 Uhr viele Höhepunkte auf die Gäste.

Eine traditionelle Handwerkerausstellung gibt es zu sehen. Laut Andruck wird dabei typisch Noßdorfer Handwerk gezeigt. Tischler, Böttcher, Steinmetz und Imker werden erwartet.

Parija bietet Kinderpaddeln auf der Malxe an.

Eine Ausstellung mit Dutzenden Puppen der Noßdorfer Heimatstube ist aufgebaut. Dabei wird eine Szene des dörflichen Lebens mit zahlreichen Figuren in traditionellen Gewändern gezeigt.

Weiterer Höhepunkt ist eine historische Bademodenschau am Malxestrand. Entsprechender Sand und Liegestühle sind seit Wochenmitte zu sehen. Andreck: "Früher wurde schließlich in der Malxe gebadet."

Live-Musik mit Dudelsacksängern und irischer Musik von Wolfgang Dannat steht ebenfalls auf dem Plan.

Auch in Sachen Essen und Trinken hat sich der Verein laut Andreck etwas Besonderes einfallen lassen.