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Großbaustelle wird zur Nervenprobe

Die Baustelle auf der Spremberger Straße wird noch bis Ende 2017 die Nerven der Anwohner auf die Probe stellen.
Die Baustelle auf der Spremberger Straße wird noch bis Ende 2017 die Nerven der Anwohner auf die Probe stellen. FOTO: Schauff
Forst. Die Beschwerden der Anwohner entlang der innerörtlichen Umleitung für die Großbaustelle Spremberger Straße werden immer lauter. Raser und Falschfahrer rauben ihnen die Nerven. Nun will die Polizei handeln. Daniel Schauff

Mittlerweile liegen die Nerven der Anwohner blank. Regelmäßig würde entlang der Umleitungsstrecke gerast. Verkehrsschilder würden missachtet und eigentlich für den Durchgangsverkehr gesperrte Straßen als Abkürzung zur Autobahn oder Innenstadt genutzt. Eine Anwohnerin nutzte am Freitag in der Forster Stadtverordnetenversammlung die Einwohnerfragestunde, um ihrem Ärger Luft zu machen. Manchmal, berichtete sie, führen Lkw so nah an ihrem Haus vorbei, dass sie Angst habe, sie könnten gegen die Wand krachen. "Wir fühlen uns nicht mehr wohl", sagte sie.

Die Polizei sei zwar bereits in den Anliegerstraßen unterwegs gewesen und habe den Verkehr kontrolliert, das aber habe nichts gebracht. Das Ordnungsamt, so habe man sie informiert, sei nicht zuständig. Ein persönlicher Termin beim Bürgermeister sei abgesagt worden. Daher, so die Anwohnerin, sei sie in die Stadtverordnetenversammlung gekommen.

Bekanntes Problem

Der Termin beim Bürgermeister wird nachgeholt, kündigte Philipp Wesemann (SPD) an. Das Problem sei bekannt, nicht nur bei den Stadtverordneten und der Verwaltung. Auch die Polizei hat in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden über Falschfahrer und Raser erhalten, heißt es aus dem Forster Revier. Für kürzere Fahr- und Fußwege würden Schilder missachtet, Straßen, die für den Durchgangsverkehr während der Bauarbeiten gesperrt sind, weiter genutzt.

Ein Anwohner in der Triebeler Straße berichtete gegenüber der RUNDSCHAU, dass auch die Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw von 30 Stundenkilometer regelmäßig missachtet würde, sodass der Verkehrslärm kaum noch aushaltbar sei. Da lasse sich richtig Geld verdienen, schätzte die Anwohnerin am Freitag ein, wenn nur die Polizei öfter vor Ort sei. Von ihr aber fühlten sich die Betroffenen nicht ernst genommen.

Dem widerspricht die Polizei jedoch. "Die Beschwerden der Anwohner haben auch uns erreicht", sagt Torsten Wendt, Sprecher der Polizeidirektion Süd. In Kürze, kündigt er an, wird die Polizei entlang der Umleitungsstrecke eine Verkehrsüberwachungsaktion starten. Neben der Geschwindigkeit würden auch die Einbahn- und Anliegerstraßen besonders kontrolliert.

Termin bleibt offen

Wann genau die Aktion stattfindet, lässt er offen, sodass sich die Verkehrssünder nicht vorab darauf einstellen können und sich nur für den einen Tag an die vorgegebenen Verkehrsregeln halten.

Bis Ende 2017 wird die Baustelle nach derzeitigem Plan noch das Stadt- und Verkehrsbild in Forst prägen. Die Arbeiten lägen im Zeitplan, sagte Wesemann am Freitag. Bis dahin sind aktuelle Meldungen über den Fortgang der Arbeiten auf der Internetseite der Stadt hinterlegt. Insgesamt 2,9 Millionen Euro kostet die Sanierung der Forster Hauptverkehrsader bis Ende des kommenden Jahres - und die Anwohner entlang der innerörtlichen Umleitung offenbar ähnlich viele Nerven.