| 17:17 Uhr

Halloween
Groß Schacksdorf freut sich über Teilnehmerrekord

Erwartungsvolle Gesichter der kleinen Geister. Die Anwohner ließen sich nicht lange bitten.
Erwartungsvolle Gesichter der kleinen Geister. Die Anwohner ließen sich nicht lange bitten. FOTO: Angela Hanschke
Groß Schacksdorf. Zahlreiche Kinder forderten lautstark beim Halloweenumzug am Montag „Süßes sonst gibt’s Saures“

Brot backen wie in alten Zeiten, hieß es am Montag in Groß Schacksdorf. Wolf-Reiner Jeschke fütterte den Hausbackofen aus dem Jahre 1952 auf seinem Grundstück mit Holzscheiten. 41 Brotlaibe a 750 Gramm schob der Vorsitzende des Traditionsvereins, Bäckermeister Karl-Heinz Nitzsche, ins bis auf 220 Grad Celsius aufgeheizte Innere. Assistiert von seinem Sohn Florian, inzwischen Bäcker in vierter Familiengeneration.

Nach 50 Minuten wurden die duftenden Brote mit dem hölzernen Schieber herausgeholt. 41 „Halloweenbrote“ für die Einwohner beziehungsweise zum Verzehr am Abend im Festzelt. Das wurde aufgrund von Sturmtief „Herwart“, der den Ort bis auf kleinere Blessuren verschonte, erst am Nachmittag aufgestellt.

Erneut hatte der Verein den Halloweeenumzug – es ist inzwischen der Achte - einen Tag vorverlegt.  „Das ist in diesem Jahr absoluter Teilnehmerrekord. Trotz des Regens“, sagte Madeleine  Chollee begeistert. Längst hatten die Organisatoren aufgehört, die lautstark „Süßes sonst gibt’s Saures“ scandierenden Kinder zu zählen.

Mary-Lou Joel (5) hatte ihr schönstes Hexenoutfit angelegt und die gleichaltrige Charlotte Haller war sogar mit einem echten Reisigbesen „angereist“. „Teilen“, mahnten die spendablen Anwohner der Dorfaue. Eine raffinierte akustische und optische „Gruselshow“ erwartete die Teilnehmer auf dem Grundstück Ribback. Waltraud Schönrock reichte den Kindern, von denen manche recht „entgeistert“ dreinschauten, gesunde Möhren und Äpfel.

Im Zelt wurden anschließend die letzten Schmalzstullen, Bouletten und Bratwürste verzehrt. Die Eltern wärmten sich am Glühwein. Es war eine kurze Nacht des Grauens. Um 15.17 Uhr läuteten am nächsten Tag die Glocken der benachbarten Kirche, riefen zum Gottesdienst anlässlich der 500. Wiederkehr des Thesenanschlages. Die Reformation setzte sich in der Region nur langsam durch.  Ums Jahr 1555 hatte sie Pfarrer Martin Preiser in Groß Schacksdorf eingeführt, wie Luther geheiratet und wurde daraufhin abgesetzt.

(aha)