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| 14:33 Uhr

Schleppertreffen in Groß Schacksdorf
Andrang zur Schau der Kultobjekte

 Ein imposantes und farbenprächtiges Bild: mehr als 100 Schlepper während der Ausfahrt bei ihrem Treffen in Groß Schacksdorf.
Ein imposantes und farbenprächtiges Bild: mehr als 100 Schlepper während der Ausfahrt bei ihrem Treffen in Groß Schacksdorf. FOTO: Angela Hanschke
Groß Schacksdorf. Mehr als 1000 Besucher wurden beim Schleppertreffen in Groß Schacksdorf gezählt. Von Angela Hanschke

Am Samstag ist Groß Schacksdorf zum achten Mal zum Eldorado für Schlepperfreunde geworden. Trotz zahlreicher Groß-Veranstaltungen im Umland zeigte sich: Der Standort hat sich innerhalb der Schlepper- und Oldtimer-Szene fest etabliert. Erneut konnten die Gastgeber vom Verein der Oldtimer- und Schlepperfreunde Groß Schacksdorf-Simmersdorf mehr als 1000 Besucher zählen. Rund 150 leistungsstarke Zugmaschinen reihten sich zur großen Schlepperschau auf. Ganze Familien pilgerten aufs Festgelände.

Doch vor Rührung glänzende Augen bekamen vor allem männliche Technikenthusiasten jeden Alters. Lediglich eine einzige Schlepper-Amazone hatte sich hinters Steuer gewagt. Zu den Traktoren, die Geschichte schrieben, gehören auch die der Marke Lanz Bulldog. Zahlreiche Fotos und Videoclips entstanden, als Vereinschef Hans-Jürgen Christoph sein Kult-Gefährt aus dem Jahre 1948 mittels Lötlampe zum Vorglühen brachte. Der Marschrhythmus von „Alte Kameraden“ erklang, als er sich um 11 Uhr hinter dem Einsatzwagen von Polizeihauptkommissar Dirk Liebeck an die Spitze des kilometerlangen Konvoi setzte, der mit 17 km/h eine Ehrenrunde durch die Ortslagen von Simmersdorf und Groß Schacksdorf drehte.

Aus dem Baujahr 1939 stammte sein zweiter, von Sohn Sven gesteuerter, Lanz Bulldog, der am Samstag zu den ältesten Zugmaschinen zählte. Auf Sozius und Kotflügeln thronten während der Ausfahrt Kinder und Enkel der stolzen Zugmaschinenkapitäne – die Schlepperfahrer von morgen. „Schlepper, chromblitzende Oldtimerlimousinen, aber auch Mopeds und Motorräder wurden angemeldet“, informierte Marcel Dollan vom Anmelde-Stand. „Ihre Besitzer kamen aus den Landkreisen Spree-Neiße, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz sowie aus Sachsen“, ergänzten Irene Lockan und Jutta Christoph vom Einlass. Aus Werneuchen reiste Mark Grabsch mit einem Hürlimann an. Und ein Besucher kam gar mit einem Farmer des Herstellers Fendt aus Berlin vorgefahren.

Einst waren diese Oldies lebenswichtige Helfer in der Landwirtschaft, heute sind sie liebenswerte Kultobjekte. „Er ist nur zum Schönsein“, betonte Matthias Hauff aus Preschen, Besitzer eines 2017 neu aufgebauten Multicars aus dem Jahre 1986. Unmittelbar daneben: das 14 Jahre ältere Gefährt von Sebastian Drüsedau und ein Köbelner Barkas aus dem Jahre 1971 in modischem Gelb. Dicht umringt war der funktionstüchtige 84 Jahre alte Standmotor von Heinz Sebastian vom Verein „Historische Feuerwehren & Landtechnik Halbendorf“, der einst in der Oberlausitz eine Wassermühle antrieb. Großes Interesse gab es ebenfalls für die zehnminütigen Hubschrauberrundflüge mit dem „Robinson R44“ aus Cottbus-Neuhausen. „Damit können wir bis zum Tagebau Jänschwalde gelangen“, sagte Pilot Sanchez.

Für Kurzweil bei den Jüngsten sorgten kunstvoll aufgetürmte Strohballen, eine Kinderschleppe, eine Kinderrutsche und das Bungee-Trampolin. Groß und Klein versuchten sich beim Bogenschießen. Nicht zuletzt das bis zum späten Nachmittag gute Wetter und die volkstümlichen Preise für Speisen und Getränke schufen eine echte Volksfestatmosphäre.

Doch für die 30 Gastgeber war der Tag ein Knochenjob. Die Frauen vom Verein verarbeiten unter anderem 100 Eier, je zehn Kilogramm Mehl und Quark zu Quarkspitzen.

Nicht nur diese Leckerei sondern auch die gute Organisation und die praktischen Vorführungen zur Entwicklung der Landwirtschaft sind das Markenzeichen des Groß Schacksdorfer Treffens, das von elf Sponsoren unterstützt wurde. Erneut moderierte am Nachmittag der historisch, technisch und auch lyrisch bestens bewanderte Landwirt Rüdiger Budeck aus Horno das Rahmenprogramm, das in diesem Jahr unter dem Motto „Bodenbearbeitung im Wandel der Zeiten“ stand.

Der schwere Duft des sonnendurchwärmten Bodens stieg auf, als die Groß Kölziger Hobbylandwirte Eberhard und Christian Hein mit ihren schweren Warmblütern Benny und Saja die ersten Furchen zogen. Nach den Lokalmatadoren Uwe Zernsdorf, Hans-Jürgen Christoph, Dieter Jeschke, Egon Hänchen, Berthold Brink und Arnim Mettke brachte auch ein halbes Dutzend auswärtige Schlepperpiloten ihre Technik zum Einsatz, um  an diesem Tag rund 5000 Quadratmeter Ackerland umzubrechen.

 Ein imposantes und farbenprächtiges Bild: mehr als 100 Schlepper während der Ausfahrt bei ihrem Treffen in Groß Schacksdorf.
Ein imposantes und farbenprächtiges Bild: mehr als 100 Schlepper während der Ausfahrt bei ihrem Treffen in Groß Schacksdorf. FOTO: Angela Hanschke