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| 02:35 Uhr

Grenzenlos Fairplay

420 Turnierteilnehmer standen am Wochenende in Forst auf dem Platz bei den Volleympics.
420 Turnierteilnehmer standen am Wochenende in Forst auf dem Platz bei den Volleympics. FOTO: mle1
Forst. Richtig etwas los war am Wochenende auf dem Stadiongelände am Wasserturm bei den Forster Volleympics. Das Volleyballturnier fand in diesem Jahr zum elften Mal in Folge statt und stand unter dem Motto "Grenzenlos Fairplay". michael leske / mle1

59 Teams trafen trafen sich zum Wettstreit, um in drei Leistungskategorien die besten Mannschaften zu ermitteln. Von den Veranstaltern wurden insgesamt rund 500 Teilnehmer erwartet, gekommen sind 420 Turnierteilnehmer mit vielen Freunden und Familienangehörigen, vorwiegend aus Forst, Cottbus und Umgebung sowie der gesamten Lausitz. Die Teilnehmer von außerhalb hatten die Möglichkeit, ihre Zelte auf dem Stadiongelände aufzuschlagen.

Die Volleympics sind ein zweitägiges Volleyballturnier, bei dem Freizeitspieler und Vereinssportler an einem Wochenende um zahlreiche Preise spielen. Es heißt, die Volleympics seien Ostdeutschlands größtes Breitensport-Volleyballturnier, wahrscheinlich sogar das größte Breitensportturnier für Jugendliche im Volleyball überhaupt.

Pünktlich um neun Uhr am Samstag wurden die ersten zwölf Partien angepfiffen, die letzten waren gegen 19 Uhr zu Ende, und am Sonntag ging es weiter bis zur Siegerehrung gegen 16 Uhr - rund 17 Stunden Volleyball pur.

Insgesamt gab es 60 Startplätze, zwischenzeitlich lagen sogar 61 Anmeldungen vor, einige Anmeldungen wurden aber kurzfristig zurückgezogen, war von den Organisatoren zu erfahren. Gespielt wurde in drei Kategorien: Die Vereinsspieler oder auch Profis blieben unter sich und ermittelten auf vier Feldern im Modus "jeder gegen jeden" den Turniersieger. Auf den anderen Feldern spielten die Volleyballer in den Klassen Semipro und Fun im Gruppenmodus um den Sieg. In jedem Team mussten mindestens zwei Damen spielen.

Auf dem Rasen des hinteren Teils des Stadions waren zwölf Volleyballfelder aufgebaut. Auf den Feldern und daneben, auf fast jedem freien Rasenstück wurde Ball gespielt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, dazwischen Spieler mit silbernem Haar. Der Spaß stand im Vordergrund, denn auch das Wetter war optimal.

Die Teams an sich waren für den Außenstehenden allerdings kaum zu unterscheiden, viele trugen das extra zum Turnier angefertigte Volleympics-Shirt. Mittendrin spielte Jessica Schmidt, die Forster Rosenkönigin. Angemeldet mit ihrem Team "Mut zur Lücke" wurde die Mannschaft noch kurzerhand umbenannt und ihre Majestät spielte im Team "Die Königin und ihre Freunde".

Dass das Turnier überhaupt stattfand, ist der Initiative von zwei Gymnasiastinnen zu verdanken. Cheforganisator Andreas Hauff hatte im letzten Jahr "Tschüss" gesagt, und "wenn es am schönsten ist, soll man aufhören". Das Turnier sollte eigentlich auch das letzte Turnier seiner Art sein. Aber es fanden sich zwei junge Damen, die es nicht sterben lassen wollten: Alina Gäbler und Anne Willsch.

Es gab sozusagen eine Staffettenübergabe. "Wir wollten das traditionelle Turnier nicht sterben lassen", sagte Anne und ergänzte: "eigentlich wollte keiner das Ende des Turniers". Dieses Wochenende im Forster Stadion habe für die Jugend eine große Bedeutung. "Viele junge Spieler - teilweise ab zwölf Jahren - entdecken hier ihre Leidenschaft für den Volleyballsport", schloss sich Alina ihrer Mitschülerin an. Die sportbegeisterten Schülerinnen spielen beim SV Malxe 83 Noßdorf Freizeit-Volleyball und waren schon einige Male bei den Volleympics dabei. Auch Turniervater Andreas Hauff spielt in seiner Freizeit in Noßdorf bei Malxe 83. Man kennt sich unter Vereinsfreunden, und so kam man ins Gespräch. "Auf die Erfahrung des alten Org-Teams konnten und wollten wir nicht verzichten", erklärte Alina. Und so kam es, dass fast die komplette Mannschaft mit dem jahrelang gesammelten Erfahrungsschatz zum Mitmachen gewonnen werden konnte. Etwa 35 Personen sind im Orga-Team und kümmern sich um alles, zum Auf- und Abbau kommen noch einmal etwa zehn Leute dazu. Alina ist zufrieden. Mit dem Wetter und den Gesamtbedingungen. Selbst ein sonntäglicher Mittagsschauer tat der Spielfreude keinen Abbruch. "Wir haben zum Glück ein sehr gut eingespieltes Orga-Team", sagte sie. "Viele Leute machen das schon jahrelang."

So ein großes Turnier lässt sich aber nicht ohne Geld organisieren. "Rund zehn- bis zwölftausend Euro kostet das Wochenende", erklärte Alina Gäbler. Es wird über Startgebühren und viele Sponsoren finanziert. Andreas Hauff half den Organisatorinnen, wo er konnte, stand mit Rat und Tat zur Seite. Auf seinen Rat hin wurde in diesem Jahr kein Nachtturnier am Freitag ausgespielt. Im nächsten Jahr soll es aber wieder stattfinden, erklärten die Organisatoren.

Und es wird auch die 12. Volleympics geben. Trotz Abiturstress wollen die sportbegeisterten Schülerinnen das Turnier wieder organisieren. "Die 12. Volleympics sind bereits in Planung", verriet Alina Gäbler schmunzelnd. "Das macht hier solchen Spaß, da will man einfach weitermachen".

Im kommenden Jahr sind aber auch die Abiturprüfungen. Alina lacht: "Da muss man Prioritäten setzen. Und solange die Noten stimmen, ist alles Ordnung". Ärger mit den Eltern gibt es nicht, wegen den Volleympics. Im Gegenteil.

Zum Thema:
Um 17.12 Uhr wurde das Turnier abgepfiffen. In drei packenden Sätzen über fast 90 Minuten bezwang das Team "SVD - voll wie eh und je" die Mannschaft "Die Aufschläger". Es war ein wirklich spannendes Finale bei den Profis, immer wieder gab es Gleichstand. Die anderen Kategorien gewannen "Jahr für Jahr für die T-Shirts da" bei den Semis und "Die Unfairen" hatten bei den Fun-Teams die Nase vorn. "Die Königin und ihre Freunde" mit Rosenkönigin Jessica Schmidt belegte Rang 13.