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| 02:36 Uhr

Geschichte zum Anfassen und Ausprobieren

Vorsitzender Mario Kloas vor dem Hauptgebäude des Mühlenvereins.
Vorsitzender Mario Kloas vor dem Hauptgebäude des Mühlenvereins. FOTO: Wüstrich
Noßdorf. Jahresplanung beim Noßdorfer Mühlenverein: In großer Runde haben die Mitglieder ihre Vorhaben besprochen. Der Ausbau der historischen Wassermühlentechnik oder eines Sanitärtraktes sind zwar dringend nötig, aber kaum finanzierbar.

Der Mühlenverein Noßdorf hat seine Jahresplanung verabschiedet. Den Tanz in den Mai, das Mühlenfest und die Museumsnacht wird es auch in diesem Jahr geben. Bei den geplanten Bauvorhaben sieht das schon etwas anders aus.

Einig sind sich die Mitglieder, dass die Wassermühlentechnik ausgebaut werden sollte, ein Sanitärtrakt für Veranstaltungen im Außenbereich nötig ist, der Getreidespeicher mit Veranstaltungsraum und auch das Mittelstück vom Nebengelass mit einer Schmiede und Tischlerei wiedererrichtet werden sollten. All diese Projekte sind zwar in Planung, aber es fehlen dem Verein das nötige Geld, um diese Vorhaben in die Tat umsetzen zu können.

"Leider haben wir nicht immer die nötige finanzielle Unterstützung, um hier alles gut erhalten zu können", berichtet Mario Kloas, der Vorsitzende des Vereins. Es seien zumeist Einzelpersonen und private Sponsoren, die sich mit Geld, Material und Arbeitsleistung für das historische Ensemble engagieren.

Bei einem Rundgang über das Vereinsgrundstück zeigen Mario Kloas und Schriftführerin Christin Richter voller Stolz das Museum mit der alten Mühle. Sie wäre voll funktionsfähig wäre, wenn alles wieder in Ordnung gebracht würde, berichten Kloas und Richter.

"Seit 1990 haben wir hier schon sehr viel Geld und Zeit investiert, aber es reicht noch nicht", erklärt der Vorsitzende. In den ersten Jahren nach der Wende habe der Verein gemeinsam mit dem Denkmalschutz des Landkreises das Dach und das Fachwerk wieder repariert. Es sei wichtig, dieses Stück Geschichte erhalten zu können.

"Es fasziniert mich, dies alles hier den Kindern zu zeigen. Sie sollen auch sehen können, wie das damals war", sagt Kloas weiter.

Auch Christin Richter kann sich begeistern: Das Technische Denkmal Wassermühle biete Geschichte zum Anfassen und Ausprobieren. Sie erinnert sich daran, was ihre 86-jährige Großmutter ihr schon erzählt hat. "Sie hat bereits als Kind hier gestanden und darauf gewartet, dass das Mehl fertig wird. Und auch ich fand es toll, dies hier als Kind zu erleben, wie alles wieder aufzubauen versucht wird. Das schweißt mehrere Generationen zusammen und jeder kann sich einbringen, ohne benachteiligt zu werden", erklärt sie.

"Ja, die Mühle schafft den Rahmen, dass die Leute untereinander sich verstehen und helfen. Schon früher war der Müller dafür mitverantwortlich und hat Streits geschlichtet oder den Leuten geholfen. Er und die Mühle waren Mittelpunkt des Dorfes", meint Mario Kloas weiter dazu und freut sich darüber, wie viel der Verein in den Jahren schon schaffen konnte. "Die Mühle ist ein Entwicklungsmotor", fasst er zusammen.

Bei der weiteren Begehung des Grundstücks fällt ihm ein: "Natürlich wollen wir nicht, dass es hier komplett überlaufen wird, wenn alles fertig ist. Das gemütliche Flair soll erhalten bleiben."

Der Mühlenverein Noßdorf ruft für den 5. April zu einer gemeinsamen Putzaktion. "Jeder, der helfen möchte, kann gern zu diesem Datum um 10 Uhr an der Dorfaue erscheinen", sagt Vereinsvorsitzender Mario Kloas.

Zum Thema:
Ein lohnendes Ausflugsziel ist die 1624 erstmals erwähnte Noßdorfer Wassermühle. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie von verschiedenen Familien bewirtschaftet. 1968 stellte die Mühle aus wirtschaftlichen Gründen ihren Betrieb ein. Im Jahr 1990 wurde die Mühle unter Denkmalschutz gestellt und 1993 als Technisches Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.