Das bedeutet laut Verwaltungsgerichtssprecher Gregor Nocon, dass der Antrag auf aufschiebende Wirkung abgelehnt wurde: Das Amt Döbern-Land hatte Rechtsschutz beantragt, so lange die Klage gegen das Vorgehen der Kommunalaufsicht laufe. Diese hatte gefordert, dass das Amt die vakante Amtsdirektorenstelle ausschreiben müsse. Mehrfach hatte sich der Amtsausschuss mehrheitlich gegen die Ausschreibung der Stelle gestellt, da diese für acht Jahre besetzt und bezahlt werden müsse, sich die sieben amtsangehörigen Gemeinden jedoch für die Bildung einer amtsfreien Gemeinde mit Bürgermeister entschieden hatten.

Laut Gregor Nocon laufe die Klage weiter, aber der gestrige Entscheid zum Eilantrag lasse bereits eine Tendenz erkennen. "Die Kammer ist davon ausgegangen, dass die Kommunalaufsichtsbehörde im Wesentlichen rechtsfehlerfrei entschieden hat", heißt es in der Begründung des Verwaltungsgerichtes. Dem Amtsausschuss stehe kein Entscheidungsspielraum zu, wann er die Stelle des Amtsdirektors ausschreibe - und auch eine Klage habe in diesem Ausnahmefall keine aufschiebende Wirkung. Es sei zudem völlig ungewiss, wann es zur Bildung einer Einheitsgemeinde komme, so das Gericht. Deshalb steht nun eine erneute Entscheidung des Amtsausschusses an - denn gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichtes kann Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden. "Ich werde das Thema dem Amtsausschuss erneut vorlegen, das Gremium muss entscheiden", sagt der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke.

Mit dem Amtsausschussvorsitzenden Egbert Piosik einigte sich Lenke auf den 11. April um 19 Uhr für eine Sondersitzung des Amtsausschusses.

"Ich persönlich bin der Meinung, dass wir Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen sollten, um das Thema nochmal prüfen zu lassen. Denn ich denke weiterhin, die Ausschreibung der Amtsdirektorenstelle gefährdet den Prozess der Bildung einer amtsfreien Gemeinde", sagt Döberns ehrenamtlicher Bürgermeister Jörg Rakete.

Eberhard Müller, Bürgermeister von Neiße-Malxetal, findet es dagegen "schade und traurig", dass die Angelegenheit überhaupt vor Gericht gelandet ist. Man hätte die Stelle gleich ausschreiben sollen, dann hätte der Amtsdirektor schon einige Monate arbeiten können. "Vielleicht wären wir dann auch schon weiter in Sachen Einheitsgemeinde", so Eberhard Müller. Er fürchtet nun, dass dem Amtsausschuss auch die Entscheidung über die Ausschreibung die Amtsdirektorenstelle aus der Hand genommen werden könnte. Der Landrat hatte angedroht, dies zu tun, wenn das Amt nicht selber ausschreibt.

Zum Thema:
Die Amtszeit des bisherigen Amtsdirektors Günter Quander, der im vergangenen Jahr ein Abwahlverfahren nur knapp überstanden hatte, war im November 2016 ausgelaufen. Seitdem ist sein Stellvertreter Mike Lenke amtierender Amtsdirektor. Im Dezember 2016 hatte sich der Amtsausschuss mit knapper Mehrheit entschieden, die vakante Stelle vorerst nicht zu besetzen, weil parallel an der Bildung einer Einheitsgemeinde mit hauptamtlichem Bürgermeister an der Spitze gearbeitet wird.Die Kommunalaufsicht hingegen forderte eine Ausschreibung der Stelle bis zum Februar 2017, wogegen der Amtsausschuss mehrheitlich votierte. Er sah es als Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung. Die Sache landete beim Verwaltungsgericht.