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Rückbau
Abriss in Forst geht weiter

In der Ringstraße 6 werden gerade 40 Wohnungen mit dem Kran abgerissen.
In der Ringstraße 6 werden gerade 40 Wohnungen mit dem Kran abgerissen. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. In der Ringstraße verschwindet planmäßig ein Block, 2018 folgt einer Am Keuneschen Graben. Von Steffi Ludwig

Die Fenster sind ausgebaut, das Haus ist entkernt, nun ist der Kran angerückt: Seit etwa zwei Wochen wird in der Forster Ringstraße 6 ein weiterer ehemaliger Wohnblock abgerissen. 40 Wohnungen mit 2025 Quadratmeter Wohnfläche verschwinden vom Markt. Für die Forster Wohnungsbaugesellschaft FWG ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wir haben 34 Prozent Leerstand, rund 1000 Wohnungen sind nicht vermietet“, sagt Geschäftsführer Uwe Engelmann. Auf ganz Forst bezogen stünden rund 2000 Wohnungen leer.

Das bedeute für die Wohnungsunternehmen nicht nur ausbleibende Mieten. Sondern auch den Fakt, dass die Betriebskosten auch für nur zum Teil bewohnte Häuser voll zu zahlen seien, so Uwe Engelmann.

Auch in der Ringstraße waren laut Ulrich Winkler von der FWG vor einem Jahr nur noch 13 der 40 Wohnungen bewohnt. Die ehemaligen Mieter sind nun in andere Wohnungen gezogen – der größte Teil bleibt laut Uwe Engelmann bei der FWG in vergleichbaren Wohnungen, der andere Teil ziehe beispielsweise zu Kindern oder Enkeln.

Ende Dezember soll der Block verschwunden sein – im Rahmen des Teilprogramms Rückbau des ­Stadtumbaus Ost, das durch Bundes- und Landesmittel finanziert wird. Er ist im integrierten Stadtentwicklungskonzept Forst (Insek) enthalten, wo Objekte mit Rückbaupotenzial aufgelistet sind, die aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahl in Forst notwendig sind.

Auch der Block Am Keuneschen Graben 30 steht im Insek – er soll ab Oktober 2018 abgerissen werden. „Hier stehen von den 72 Wohnungen 51 leer“, so der FWG-Geschäftsführer. „Wir versuchen, den Großteil der Mieter in die Hausnummer 32 direkt nebenan umzusetzen.“ Da es in diesem Haustyp viele kleinere Wohnungen gebe, betrage die potenzielle Abrissfläche nur 2877 Quadratmeter.

Im Frühjahr 2019 sei dann die Mühlenstraße 8-16 an der Reihe. Dort befinden sich auch die Wohneinheiten für die Flüchtlinge. Hier müsse dann eine Lösung gefunden werden, laut Uwe Engelmann besteht der Vertrag mit dem Landkreis Spree-Neiße bis Herbst 2018.

Laut dem FWG-Geschäftsführer sind seit 2003 in Forst rund 100 000 Quadratmeter Wohnfläche abgerissen worden – bei einer Wohnungsdurchschnittsgröße von 52 Quadratmetern seien das  50 komplette Blöcke.

Mitte Dezember will die FWG mit der Versteigerung von Eigentumswohnungen Neuland betreten. Die FWG habe von der damaligen Wohnungsbaugenossenschaft FWO mehr als 400 Eigentumswohnungen übernommen. Es gebe jedoch nur wenige Eigentümer, so Engelmann. Beim Rest sei dies die FWG, die dann auch zahle. 18 Eigentumswohnungen in der Kirchstraße, Rüdigerstraße, Mühlenstraße und Fruchtstraße seien nun ausgesucht worden, die jeweils im Paket versteigert werden sollen. „Das ist unsere Chance, denn auf herkömmlichem Weg sind hier keine neuen Eigentümer zu finden“, sagt Engelmann.

Für die FWG ist das die vierte Auktion nach 2009. Im Juni waren sieben Häuser, die die FWG selbst nicht weiter entwickeln wollte, versteigert worden. Geschäftsführer Uwe Engelmann wird in der Stadtverordnetenversammlung am 8. Dezember über vergangene und künftige Vorhaben der FWG berichten.