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Geoparktouristik wird international

Im Oktober 2004 eröffnete der 36 Meter hohe Aussichtsturm im Muskauer Faltenbogen am Felixsee bei Bohnsdorf. Mit dem Felixturm ist eine markante Sehenswürdigkeit aus sechs konkav gebogenen Holzstützen entstanden.
Im Oktober 2004 eröffnete der 36 Meter hohe Aussichtsturm im Muskauer Faltenbogen am Felixsee bei Bohnsdorf. Mit dem Felixturm ist eine markante Sehenswürdigkeit aus sechs konkav gebogenen Holzstützen entstanden. FOTO: Rainer Weisflog/rws1
Döbern. Zwischen dem 29. Juni und 6. Juli geht es international in Döbern zu. Das Geoparkbüro Muskauer Faltenbogen plant ein Geoparktreffen, an dem sich fünf Nationen beteiligen. Der Vorbereitungen dazu und zur Saisoneröffnung am 10. April laufen auf Hochtouren. Christian Köhler

Ewa Riemer vom Geoparkbüro Muskauer Faltenbogen in Döbern ist schon ein bisschen aufgeregt: "Wir planen ein internationales Geoparktreffen hier in Döbern", sagt sie. Unter dem Motto "Kunst trifft Geologie" kommen in der Glasmacherstadt Döbern Kinder und Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren zusammen. Sie werden ab dem 29. Juni von regionalen Kunstschaffenden betreut. "Dabei werden verschiedene Kunstwerke entstehen", weiß Ewa Riemer. Die Künstler, unter ihnen Maler, Töpfer, Steinmetze und Holzkünstler, kommen nicht nur aus Sachsen und Brandenburg, sondern auch aus dem Nachbarland Polen.

Eine Woche lang nehmen die Kinder dann an verschiedenen Exkursionen beispielsweise zur Ziegelei nach Groß Kölzig, zum Handwerker- und Gewerbemuseum Sagar oder an einer Bootstour auf der Neiße teil. "Wir arbeiten intensiv an der Organisation", berichtet Ewa Riemer. Das Büro habe für das Treffen Schulen zum Beispiel in Polen, Tschechien und England angeschrieben. "Wir haben leider noch nicht von allen die Zusage, daher kann ich noch nicht verraten, wer uns noch besuchen wird", erläutert Ewa Riemer. Zusagen aus Polen liegen jedoch schon vor.

Ohnehin wolle das Geoparkbüro die Zusammenarbeit mit den polnischen Nachbarn in Zukunft intensivieren. "Unser erklärtes Ziel ist es, in Brandenburg, Sachsen und im polnischen Legnica Parkbüros einzurichten. Gegenwärtig haben wir zwar überall Anlaufstellen für Touristen, jedoch noch keine rund um die Uhr besetzten Büros", erklärt Riemer.

Zwar biete das Büro Ferienangebote für Kinder und Jugendliche in der Wojewodschaft Lebuski an, bei denen die Teilnehmer wissenschaftliche und geologische Experimente durchführen können, aber die gestiegene Nachfrage auf polnischer Seite könne man noch nicht im vollen Umfang befriedigen.

"Wir haben derzeit geotouristische Publikationen auf Polnisch und Deutsch erarbeitet", sagt Ewa Riemer. Speziell für Kinder wurde sogar ein Geoparkminiheft erstellt, wobei sich die Nachwuchswissenschaftler geologisches Wissen auf spielerische Weise aneignen können. "Auch das wollen wir auf ins Polnische übersetzen und herausgeben", so die Mitarbeiterin des Büros.

"Zur Auftaktveranstaltung der Geoparksaison am 10. April im Marstall des Muskauer Schlosses in Bad Muskau werden allen Interessenten die umfangreichen Tätigkeiten des Büros und die diesjährigen Veranstaltungen erläutert. Schon einen Monat später, am 10. Mai, lädt das Büro alle Interessenten zum ersten Event, das Anradeln im europäischen Muskauer Faltenbogen, ein. In Jerischke startet eine 20-Kilometer-Radtour durch den Geopark.

Zum Thema:
Im September 2001 wurde der deutsch-polnische Geopark "Muskauer Faltenbogen" in das europäische Geopark-Netzwerk aufgenommen. Damit ist er der sechste "Globale Geopark" aus Deutschland. Seit August 2012 gibt es die Geschäftsstelle des Geoparkes Muskauer Faltenbogen in Döbern.Für 2014 hat sich das Team des Geoparks einiges vorgenommen: 10. April Saisoneröffnung, 10. Mai Anradeln durch den Geopark, 31. Mai bis 8. Juni Geoparktage und -woche im Muskauer Faltenbogen. Informationen unter www.muskauer-faltenbogen.de