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Touristische Attraktion
Geopark legt zu bei Gästezahlen

Der Geopark Muskauer Faltenbogen, der sich wie ein Hufeisen beidseitig der Neiße zeigt, bietet begehrte Ausflugsziele. Auch die Wanderung zu den Drachenbergen ist immer wieder beliebt bei Touristen.
Der Geopark Muskauer Faltenbogen, der sich wie ein Hufeisen beidseitig der Neiße zeigt, bietet begehrte Ausflugsziele. Auch die Wanderung zu den Drachenbergen ist immer wieder beliebt bei Touristen. FOTO: Geopark Geschaftsstelle
Klein Kölzig. Die Saison im Muskauer Faltenbogen wurde offiziell eröffnet.

Die Saison 2018 des brandenburg-sächsisch-polnischen UNESCO Global Geoparks Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa  wurde am 13. April offiziell im Beisein von Vertretern aus Deutschland und Polen in der Alten Ziegelei Klein Kölzig eröffnet. Unter den Gästen war auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU).

Für Uwe Eppinger, Vorsitzenden des ortsansäsigen Ziegeleibahnvereins, war dieser Freitag, der 13., ein Glückstag. Seit dem Jahr 2008 wird die Alte Ziegelei als Informationspunkt für den Geopark sowie als Domizil für die Eisenbahnfreunde touristisch genutzt. Eppinger konnte in seiner kurzen Begrüßungsrede mitteilen, dass der Verein einen Fördermittelbescheid für den Ausbau der Bahnstrecke rund um den Ziegeleiteich erhalten habe. Zum zehnjährigen Jubiläum im September soll der 650 Meter lange Rundkurs fertiggestellt sein. „Ein zweites Lächeln zaubert mir ein Fördermittelbescheid ins Gesicht, den wir Ende April bekommen werden und der für den Umbau der Ziegelei zum zentralen Geopark-Zentrum bis 2019/2020 gedacht ist.“

Die Bedeutung des transnationalen Geoparks Muskauer Faltenbogen hat Klaus-Peter Schulze in seinem Grußwort gewürdigt: „Es ist als großer Erfolg zu werten, dass das Auswärtige Amt der Bundesrepublik im Rahmen einer Projektförderung eine Stelle für den Geopark eingerichtet hat. Der Bund muss sich bemühen, die ehrenamtliche Arbeit der Geoparkführer und weiterer Freiwilliger zu unterstützen.“

Welche Arbeit in der vergangenen Saison von den Mitarbeitern des Geoparks geleistet wurde, ließ sich an den Zahlen ablesen, die Nancy Sauer, Leiterin der Geschäftsstelle des Unesco-Geoparks, bekanntgab.

So nahmen 7483 Teilnehmer an geführten Wanderungen durch den Geopark teil. Das entspricht einer Steigerung von knapp 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beliebtester Zielort war dabei die Grube Babina auf polnischer Seite. Viele Wanderungen starten auch in Bad Muskau.

An geoparkeigenen Veranstaltungen nahmen 977 Personen teil. 33 750 Nutzer wurden auf den Geopfaden rund um Leknica, Weißwasser oder Döbern gezählt.

Als beliebteste Wanderroute kristallisierte sich dabei die Glastour heraus. „Der Geopark ist mittlerweile ein wichtiges Instrument der Regionalentwicklung geworden, denn die Besucher lassen durch die Nutzung unter anderem von gastronomischen Einrichtungen Geld in der Region“, so die Leiterin.

Ewa Brauer und Paulina Nicpon vom Geopark-Büro gaben einen Ausblick auf die kommende Saison, in der es zahlreiche Angebote geben wird.

So findet Ende Mai ein Sporttreffen von deutschen und polnischen Grundschulen statt. Ziel ist dabei die Integration deutscher und polnischer Kinder, der gemeinsame Wettbewerb und die Förderung einer aktiven Freizeitgestaltung.

Vom 4. bis 11. August findet das dritte Internationale Geopark-Camp mit Teilnehmern aus Rumänien, Italien, Polen und Deutschland statt. Unter dem Motto „Energie trifft Geologie“ sollen die Teilnehmer des Camps die Kräfte der Natur kennenlernen. Die vier Elemente Feuer, Erde, Wind und Wasser stehen im Mittelpunkt verschiedenster „grüner Workshops“. Geplant sind im Rahmen des Camps auch Nationalitätenabende, bei denen die Teilnehmer Typisches ihrer Heimatregion vorstellen.

Krzystof Czahajda vom Geopark-Büro erläuterte ein neues Projekt, das noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll. So soll ein Netzwerk von Produzenten regionaler Erzeugnisse und Dienstleistern aus der Tourismusbranche geschaffen werden..

Diese Anbieter werden zertifiziert und zu Geopark-Botschaftern ernannt. „Es geht darum, dass Besucher an den Stätten, an denen das Zertifizierungs-Siegel zu finden ist, eine hohe Qualität an Produkten und Leistungen erwarten können“, so Krzystof Czahajda.

Ebenfalls in Planung ist der Ausbau einer alten Tischlerei in Leknica. Vom Bau her ähnlich der Alten Ziegelei in Klein Kölzig könnte die Tischlerei später die Funktion einer Geschäftsstelle für die polnische Seite übernehmen. Größtes Hindernis ist momentan die fehlende Förderung der erforderlichen 750 000 Euro. So wurden der Stadt Leknica bereits zwei Mal europäische Fördermittel nicht bewilligt.