"Wir haben keine Probleme bei der Betreuung. Wir sind sehr gut ausgestattet als Stadt", resümierte Verwaltungsvorstand Sven Zuber im Ausschuss Kultur, Bildung und Soziales bei der Vorstellung der Haushaltsplanung für 2016. Demnach werden derzeit knapp 1200 Kinder in acht Kindertagesstätten (Kitas) und drei Horteinrichtungen in Forst betreut. Drei Kitas und Horte befinden sich in Trägerschaft der Stadt Forst. Das sind die Kitas "Kinderland", "Regenbogen" (Noßdorf) und "Waldhaus" mit dem Hort "Pfiffikus (Keune) sowie der Hort "Sonnenstadt" in der Grundschule Forst-Nordstadt und der Hort der Grundschule Mitte.

In diesen Einrichtungen werden mehr als 620 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren beziehungsweise von der 1. bis zur 4. Klasse im Hort betreut. Das ist etwa die Hälfte aller in Kitas und Horten der Stadt betreuten Mädchen und Jungen, wie Zuber erläuterte. Die andere Hälfte verteilt sich auf private Einrichtungen und Kitas in freier Trägerschaft, darunter die Evangelische Integrationskindertagesstätte "Talita Kumi", die katholische Kita "Arche" und die Kita "Friedrich Fröbel" in Trägerschaft des Vereins "Kinder e.V. Forst".

In der Kindertagespflege werden derzeit rund 30 Kinder im Alter von null bis drei Jahren bei Tagesmütter und einem Tagesvater betreut. Neu hinzu gekommen sind im vergangenen Jahr mit der Kita "Archimedes Kinderhaus" in Noßdorf und der Kita "Kinderhaus Am Wasserwerk" in Keune zwei private Betreuungsangebote.

Für die Betreuung der Kinder sind circa 120 Erzieher im Einsatz. In den städtischen Kitas und Horten sind Zuber zufolge 72 Erzieher tätig, nicht alle in Vollzeit. Umgerechnet in Vollzeit, sind es 65,014 Personalstellen, informierte er auf Nachfrage von Doris Dreßler (Die Linke).

In die Kindereinrichtungen ist in den zurückliegenden Jahren viel investiert worden, insbesondere in die energetische Sanierung. Das größte Sanierungsvorhaben war die Kita "Kinderland" am Keuneschen Graben, mit einer Kapazität von 240 Plätzen die größte städtische Kita.

2014 hat auch die Kita "Friedrich Fröbel" in der Forster Blumenstraße eine warme Hülle bekommen. Die energetische Sanierung der Kindereinrichtung wurde aus Mitteln des Städtebauförderprogramms unterstützt. In diesem Jahr sind die Außenanlagen dran. Im Zuge der Baumaßnahmen zur Sanierung der Blumenstraße wird auch die Zufahrt zur Kita neu gestaltet.

Die Kita "Regenbogen" in Noßdorf ist ebenfalls schrittweise saniert worden. Abschließend soll hier nun noch ein Anbau erfolgen für die neue Essenausgabe.

Für die Kita "Waldhaus" mit dem Hort "Pfiffikus" in Keune stellte der Verwaltungsvorstand Finanzen und Sicherheit, Jens Handreck, eine Komplettsanierung in Aussicht, "nach Möglichkeit noch in diesem Jahr". Dafür sind rund 780 000 Euro im Haushalt eingeplant. Die Mittel kommen aus Zuweisungen für finanzschwache Kommunen. 2,2 Millionen Euro hat die Stadt Forst von Bund und Land als Finanzhilfe zur Förderung von Investitionen zugesagt bekommen. Die Mittel können ab 2016 abgerufen werden. Sie sollen schwerpunktmäßig in die Bereiche Infrastruktur und Bildung fließen.

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In Forst werden noch viele Kinder zu Hause betreut. "Wir liegen weit unter dem Durchschnitt der Kinderbetreuung in Kitas", so Zuber. Der durchschnittliche Versorgungsgrad Kindertagesbetreuung im Landkreis Spree-Neiße liege bei 75 Prozent. "Der Versorgungsgrad in der Stadt Forst liegt bei 69,3 Prozent." Grundlage der Ermittlung des Betreuungsgrades ist die Zahl der zum Stichtag 1. März 2015 in Forst lebenden Kinder im Alter von null bis zwölf Jahren. Nach Angaben des Fachbereiches Bildung und Soziales waren das 1168 Jungen und Mädchen und damit 69,3 Prozent aller zum 31. Dezember 2014 in der Stadt Forst lebenden 1686 Kinder im Alter von null bis 12 Jahren.