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Gemeinsam feiern Zelz und Trzebiel an der Neiße

Beim Brückenfest zeigte die Kinderfeuerwehr Debinka, wie sie einen Teddy retten können.
Beim Brückenfest zeigte die Kinderfeuerwehr Debinka, wie sie einen Teddy retten können. FOTO: aha
Neiße-Malxetal/Trzebiel. Am Samstag haben Deutsche und Polen beim 10. Brückenfest zusammengefunden, das jährlich wechselnd auf westlicher und östlicher Neißeseite ausgerichtet wird. Angela Hanschke

Gefeiert wurde das Jubiläum diesmal nicht an der Neißetalbrücke sondern auf dem Festplatz neben dem Sitz der Gemeindeverwaltung in Trzebiel (Triebel), wo zuvor auch das Erntedankfest der Gemeinde Trzebiel mit einer heiligen Messe begangen wurde.

Maria Kasper aus Eichwege gehörte zu den ersten Besuchern des Brückenfestes, die den stündlich verkehrenden kostenlosen Shuttle zwischen Siedlec und Trzebiel nutzten. Wie es sich für einen "runden Geburtstag" gehört, schnitten Bürgermeister Marek Iwlew und sein deutscher Amtskollege Eberhard Müller nach den Grußworten eine Cremetorte an, die an die Gäste verteilt wurde. Die Grundschüler aus Zarki Wielki (Groß Särchen) und Niwica (Zibelle) eröffneten das Programm. Die Kinderfeuerwehr Debinka (Eichenrode) rückte mit Mini-Einsatzfahrzeug aus, um einen Teddy zu retten. Leider wurden die recht umfangreichen Anmoderationen für die polnischen Künstler nicht für die deutschen Besucher übersetzt. Die Veranstalter im kinderfreundlichen Polen punkteten mit Spielwarenständen, Hüpfburg, Riesenrutsche, Trampolin und vielen Mitmachangeboten. Seifenblasenkünstler zauberten Riesenexemplare hervor. Stefan Mai, einst Fakir mit artistischen Ambitionen, aus Jocksdorf mischte sich unter den Nachwuchs und erprobte das Diabolo-Spiel. Dicht umringt auch die Mal- und Bastelstraße des Bildungszentrums für Umweltpädagogik aus Marszow (Marsdorf).

"Die Brückenfeste werden immer schöner und vielfältiger", lobte Karin Förster das Estradenprogramm, bei dem auch die schmucken Funken vom Klein Kölziger Karnevalsverein und der Chor der Freiwilligen Feuerwehr Groß Kölzig, der zu Ehren der Gastgeber ein polnisches Volkslied anstimmte, viel Beifall erhielten. Begeistert begrüßt ebenfalls: die Kindergruppe vom Kulturhaus Trzebiel, das Sextett "Swojaki" aus Tuplice (Teuplitz) sowie die Frauenchöre "Zurawianki" aus Zarki Wielkie und "Debinianki" aus Debinka, die in ihren schönen Trachten auftraten. Beide Formationen beteiligten sich ebenfalls am Wettbewerb um die schönste Erntekrone. Strahlend nahm Krystina Adamkiewicz aus Zarki Wielkie den Siegerpreis entgegen, während die Sängerinnen aus Debinka um Stanislawa Mlynarczak über den Vizerang jubelten. Platz drei belegten die Landfrauen aus Jasionów (Jessmenau) vor dem Team aus Trzebiel. "Ein schönes Volksfest", sagte Stammbesucher Eberhard Böttcher, der aus Döbern mit dem Auto angereist war.

Der neue Festplatz und die Museumsnacht hätten allerdings für erheblich weniger deutsche Besucher gesorgt. "Das Essen ist immer gut in Polen", lobte Karin Böttcher angesichts leckerer Piroggen, Bigos, Schaschlik und Kuchen. Anke Schülzke aus Zelz meinte: Für uns ist der Besuch in unserer Partnergemeinde eine Ehrensache".