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| 11:50 Uhr

Explosion in Döbern
Geldautomat gesprengt – Täter auf der Flucht

Bankautomat in Döbern gesprengt FOTO: LR Medienverlag / Angela Hanschke
Döbern. Am frühen Dienstagmorgen haben Unbekannte in Döbern einen Geldautomaten der Sparkasse in die Luft gejagt und dadurch erheblichen Schaden angerichtet. Von Frank Hilbert und Katrin Kunipatz

Ein lauter Knall hat in der Nacht zum Dienstag in der Döberner Aufbaustraße Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Unbekannte haben dort laut Polizei gegen 0.45 Uhr unweit des Lidl-Marktes einen Geldautomaten der Sparkasse gesprengt. Zeugen hätten noch gesehen, wie die Täter mit einem dunklen Fahrzeug geflohen sind.

Eine sofortige Fahndung der Polizei, bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, blieb bisher ergebnislos. Auch über die Höhe des Diebesgutes gebe es noch keine Erkenntnisse, informierte ein Polizeisprecher am Morgen auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Eine Tatortgruppe des Landeskriminalamtes ermittle bereits vor Ort.

Durch die Sprengung seien neben dem Geldautomaten auch das kleine Gebäude, in dem er sich befand, sowie eine Grundstücksmauer erheblich beschädigt worden.

Großes Entsetzen herrschte Stunden später in der kleinen Stadt. Kunden des benachbarten Lidl-Marktes bleiben stehen und betrachten das Horror-Szenario. Autos fahren langsam vorbei, stoppen kurz. Der Anbau des Sparkassenhäuschens mit dem Bankautomaten ist komplett zerstört.

Risse zeichnen sich auch deutlich an der Wand des benachbarten Imbisses ab. „Eine Katastrophe“ und „Vandalismus ohne Ende. Dafür habe ich kein Verständnis“, schimpft eine Passantin aus dem Wohnteil Eichwege, die um 9 Uhr am Automaten Geld für den Einkauf abheben wollte.

Unterstützt von regionalen Unternehmen führte die Sparkasse noch am Dienstag die Aufräumarbeiten durch. Aufgrund des erheblichen Sachschadens sei der Betrieb dieser Selbstbedienungsgeschäftsstelle bis auf Weiteres nicht möglich, teilt Dirk Engler, Mitglied im Vorstandsstab der Sparkasse Spree-Neiße auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Jedoch könnten die Kunden der Sparkasse die Geschäftsstelle Döbern (Forster Straße 65) und die dort vorhandenen Geldautomaten nutzen. Weitere Angaben zur Höhe des entstandenen Schadens, dem entwendeten Geld oder den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen machte Dirk Engler nicht. Dies sei so üblich, erklärte er.

Seit dem 19. Juni haben unbekannte Täter insgesamt zehn Sprengstoffanschläge auf Geldautomaten in Brandenburg und Berlin verübt. Die Höhe der Beute ist nicht bekannt.

Die jüngsten Taten gab es in der Nacht zu Sonntag in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) und in der Nacht zum Montag in Oranienburg (Oberhavel).

Am vergangenen Freitag hatten Unbekannte in einem Baumarkt in Berlin-Niederschönhausen einen Geldautomaten gesprengt und Behältnisse erbeutet. Weitere Angriffe gab es in Erkner (Oder-Spree), Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) und in weiteren Berliner Bezirken.

Die Vorgehensweise in Döbern lasse nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht auf eine inzwischen für Bankautomaten-Sprengungen ins Visier der Polizei geratene holländische Bande schließen. Darauf verweist Torsten Herbst, Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam.

„Die Täter in Döbern verfügten nicht über die Kenntnisse der Holländer, denn das eingesetzte Sprengmittel war zu überdimensioniert. Die Holländer sprengen im Vergleich zu diesem Fall doch sehr professionell“, betont Herbst.

Durch die Wucht der Detonation lag kein Stein mehr auf dem anderen und der Geldautomat wurde total zerstört, sodass die Täter an das Geld gelangen konnten. Wie groß die Beute ist, darüber gibt es jedoch laut Polizei noch keine Erkenntnisse.

Bankautomat in Döbern gesprengt FOTO: LR Medienverlag / Angela Hanschke