| 12:59 Uhr

Forst
Familie Simon schließt die Gaststätte Harnasch

Ein Nachfolger fand sich für die Gaststätte Harnasch in Noßdorf nicht. Sie schließt Ende Januar nach vier Generationen in Familienhand.
Ein Nachfolger fand sich für die Gaststätte Harnasch in Noßdorf nicht. Sie schließt Ende Januar nach vier Generationen in Familienhand. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Noßdorf. Ab Februar bleibt das Lokal in Noßdorf geschlossen. Männergesangverein Noßdorf sucht nach neuem Probenraum. Von Katrin Kunipatz

In Noßdorf endet eine Ära. Am 30. Januar schließt Edelgard Simon die Gaststätte Harnasch für immer. „Aus Altersgründen“, erklärt die 70-Jährige. Ihr Mann Günter Simon ist 71 Jahre alt und hat sich bereits aus dem täglichen Geschäft zurückgezogen. Einen Nachfolger für die Gaststätte hat das Ehepaar nicht gefunden. 17 Jahren haben sie es übers Internet, mit Broschüren und Makler versucht, ohne Erfolg. Ihre Kinder hätten andere Berufe und wollen die Gaststätte in Noßdorf nicht weiterführen, so Edelgard Simon.

Damit endet eine Familientradition. Max Harnasch gründete 1831 das Lokal. Die Mutter von Günter Simon war eine geborene Harnasch und betrieb mit ihrem Mann die Gaststätte. Als beide 1979 in Rente gingen, übernahm Günter Simon mit seiner Frau Edelgard in vierter Generation das Lokal. Er bediente die Gäste und zapfte Getränke und sie bereitete in der Küche die beliebten Schnitzel und Noßdorfer Plinse zu. „Während mein Mann in der Gaststätte groß geworden war, musste ich mich bemühen und lernte von der Schwiegermutter die Zubereitung der Gerichte“, erzählt Edelgard Simon. Im Saal gab es Tanz, anfangs mit Band, später mit Disco. Bis 2006 fanden öffentliche Veranstaltungen statt. Später mietete sich drei- bis viermal im Jahr eine Diskothek ein. Die Gaststätte Harnasch, war auch Vereinslokal. Der Angelverein Forst Süd oder der 1. Billardclub Noßdorf kam, berichtet Edelgard Simon. Geblieben ist nur noch der Männergesangverein Noßdorfer, dessen Mitglieder sich wöchentlich zu den Proben bei Harnasch treffen oder nach dem Zampern hier einkehrten.

Nun sucht der Männergesangverein nach einem neuen Raum für die freitägliche Probe, berichtet Andreas Tischler. Der erste Vorsitzende hofft, dass der Chor ab Februar im Speisesaal der Archimedes Grundschule in Noßdorf singen kann. Gespräche mit Schulleiter Daniel Böhm gab es bereits. Nur eine Stimmprobe stehe noch aus, so Tischler. Die Gaststätte „Rennbahn“ komme nicht in Frage, so der Vorsitzende: „Die Akustik ist für Chorgesang ungeeignet.“ Die Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins am 28. Januar wird eine der letzten Veranstaltungen in der Gaststätte Harnasch sein. Zwei Tage später ist Schluss. Ihr selbst falle der Rückzug nicht schwer, so Edelgard Simon. Schon vor einiger Zeit hat sie die Öffnungszeiten reduziert. Haus und Grundstück sind verkauft. Aber die Simons dürfen weiter im Wohnhaus auf dem Gelände bleiben.