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Gartenkleinod mitten im Wald

Horst Becker hat vor den Toren von Neuhausen im Kiefernwald ein sehenswertes Waldgartenparadies geschaffen.
Horst Becker hat vor den Toren von Neuhausen im Kiefernwald ein sehenswertes Waldgartenparadies geschaffen. FOTO: Marion Hirche
Neuhausen. Wer von Groß Oßnig nach Neuhausen fährt, der passiert den Waldgarten der Familie Becker. Allerdings sieht man ihr Gartenparadies von der Straße aus nicht. Marion Hirche

Man muss schon hinter dem grünen Haus rechts abbiegen und etwa 50 Meter in den Wald hineinfahren. Dann steht man vor einem Zaun, der teilweise mit Efeu bewachsen ist. Hinter dem Tor erstreckt sich ein umwaldeter Park, der auch Fürst Pückler zugesagt hätte.

Geschickt geschaffene Sichtachsen verleihen dem etwa neun Hektar großen Areal das Gefühl von Größe und Weite. An den Wegen, die das Gelände durchziehen, hat Horst Becker Buchsbaum-Quader geformt. Der Kiefernwald ist an den Außengrenzen des Grundstücks in einem Mischwald verwandelt worden.

Jutta und Horst Becker hatten 1989 das Grundstück gekauft. An das vorhandene kleine Gebäude wurde ein Wohnhaus angebaut. 1997 sind sie eingezogen. Horst Becker, der nach der Wende noch mal zum Landschaftsgärtner umschulte, hat Wege und Teiche angelegt, Blumen- und Gemüsefelder geschaffen, hat für Sitzecken gesorgt. Am Eingang fällt der Blick auf eine Wildwiesenfläche. Die Sickergrube ist versteckt hinter Sumpfgewächsen. Im Gemüsegarten sind dicke Zwiebeln reif, der Rotkohl ist so groß wie ein Minifußball, die Kürbispflanzen tragen zahlreiche Blüten, der Dill steht meterhoch.

Hölzerne Liegen ermöglichen den Blick auf den längsten Gang. Ein blauer Gartentisch mit zwei Stühlen animiert zum Verweilen und unter der hohen Eiche liegt ein kleiner Teich. Der weit größere befindet sich in einem anderen Teil der völlig umgestalteten Fläche: "Hier haben 40 Seerosen geblüht, jetzt sind es nur noch wenige", sagt der Gartenexperte. Neben dem Teich befindet sich eine Terrasse mit einem großen Tisch. "Sofern es das Wetter ermöglicht, sitzen wir immer draußen. Damit wir der aggressiven Sonne ausweichen können, haben wir so viele Verweilstellen in unserem Garten", verrät Jutta Becker. Neben der Terrasse lädt eine Hängematte zum Schaukeln ein.

Das neueste Projekt von Horst Becker ist eine Obstwiese. Der 63-Jährige ist das ganze Jahr im Garten tätig: "Es gibt immer was zu tun." Als Rentner kann der vom Gartengestaltungsgen Infizierte sich ganz auf sein grünes Paradies im Wald konzentrieren. Beckers öffnen ihren Garten am 16. September von 11 bis 17 Uhr.