ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Gäste radeln gern in der Lausitz

Damit der Radtourismus auch weiterhin ein Standbein im Spree-Neiße-Kreis bliebt, werden Fernradwanderwege instand gesetzt.
Damit der Radtourismus auch weiterhin ein Standbein im Spree-Neiße-Kreis bliebt, werden Fernradwanderwege instand gesetzt. FOTO: FOTO Werner
Spree-Neiße. Ein überraschendes Detail offenbart die Radverkehrsanalyse des Landkreises. Im Neiße-Örtchen Pusack zeichnete die Messstation in Höhe des Ziegenhofs zur Wolfsschlucht im vergangenen Jahr regelmäßig gegen 2 Uhr in der Nacht wochentags vier Radfahrer und am Wochenende zwei Radfahrer auf. kkz

Ob es sich um Wölfe handelt - die theoretisch vom System nicht erfasst werden - oder jemanden, der zu so früher Stunde Heim kommt, darüber schweigt die Statistik.

Viel wichtiger sind natürlich die allgemeinen Aussagen, die sich dank der verschiedenen Messpunkte in Burg, Peitz, Tauer, Guben und eben Pusack über den Radverkehr im Landkreis Spree-Neiße machen lassen. Für das vergangene Jahr hat das Wirtschaftsministerium Brandenburgs für die Niederlausitz 8,6 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet. Diese Gäste scheinen sich aber nicht mit dem Rad bewegt zu haben, denn schaut man sich die auf den Radwegen im Landkreis gezählten Radler an, bleibt die Saison 2016 im Durchschnitt. Trotzdem freut sich Landrat Harald Altekrüger über die stabilen Zahlen. Der Radtourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region.

Besonders beliebt ist der Radweg in Burg. Am Messpunkt an der Spreewald Therme kamen zwischen April und Oktober 160 615 Radfahrer vorbei. In Peitz waren es im gleichen Zeitraum 81 499, in Guben 49 229, in Pusack noch 31 651 und in Tauer nur 13 091 Radfahrer. Ersichtlich ist in der Statistik ebenfalls, dass vor allem das Oster- und das Pfingstwochenende, aber auch verschiedene regionale Feste Besucher auf dem Rad in den Landkreis locken. So kamen nach Peitz am Tag des Fischerfestes 750 Radler. Durchschnittlich waren es in der gesamten Saison 306 Radfahrer. Besonders beliebt ist auch Christi Himmelfahrt. An diesem einen Tag registrierten die Messstationen im Landkreis insgesamt 6456 Radfahrer.

Nachholbedarf bescheinigt der Landrat dem Fernradwanderweg "Tour Brandenburg". In Tauer, das auf der besagten Strecke zwischen Pinnow und Peitz liegt, wurden im gesamten Jahr nur 15 604 Radfahrer gezählt. Dies liegt nicht allein am Ausfall des Zählgeräts im November, nachdem das für die Stromversorgung nötige Solarpaneel gestohlen wurde. Hier seien die Tourismusanbieter gefordert, mit entsprechendem Marketing mehr Leute auf diese Strecke zu locken, so der Landrat.

Aber die beste Werbung nutzt nichts, wenn die Radwege Schäden aufweisen, leitet Dezernent Olaf Lalk zum großen Modernisierungsvorhaben über. In den kommenden vier Jahren sollen rund 80 Kilometer Radwege erneuert werden. Der Landkreis hat dazu bereits Fördermittel in Höhe von etwa elf Millionen Euro beim Land beantragt. Außerdem gibt es Absichtserklärungen von allen Kommunen des Landkreises, die Eigenmittel in Höhe von 2,1 Millionen Euro für den Bau der Radwegabschnitte zur Verfügung zu stellen und in den folgenden Jahren die Instandhaltung zu übernehmen. Wahrscheinlich werde im Sommer feststehen, wie viele Fördermittel der Landkreis erhält, so Lalk. Im Frühherbst könnte dann mit den ersten Arbeiten begonnen werden. Repariert werden sollen Wurzelaufbrüche sowie Schäden, die durch Land- und Forstwirtschaft entstanden sind.

Zum Thema:
Rund 1000 Kilometer Radwege gibt es im Landkreis, 550 Kilometer davon sind Fernradwege. Etwa 80 Kilometer sollen in den kommenden vier Jahren modernisiert werden. Der ermittelte Bedarf ist in den Kommunen verschieden. Im Amt Burg summieren sich die einzelnen Abschnitte auf rund 16 Kilometer. Im Amt Döbern-Land sind rund elf Kilometer Fernradwege zu erneuern, im Amt Peitz sind es zehn Kilometer, in Verantwortung der Stadt Forst fast acht Kilometer und in Spremberg etwas mehr als sieben Kilometer.