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| 01:04 Uhr

FWO setzt auf Dreigeschosser am Markt

Forst.. Rückbau von Etagen statt Abriss plant die Forster Wohnungsgenossenschaft (FWO) für ihre Häuser am Markt. Doch ob es von der Stadt den Segen für einen konzentrierten Fördermitteleinsatz gibt, ist noch offen. Das Konzept für den Markt ist noch in Arbeit. Von Jürgen Scholz

Wenn es nach den Vorstellungen der FWO geht, werden keine weiteren Gebäude an der Kirche mehr abgerissen - abgesehen von den Durchgängen. Ein Rückbau „auf vernünftige Dimensionen“ hat FWO-Vorstand Günter Fuderholz bereits im August vorgeschlagen. Die Fünf- und Sechsgeschosser auf der östlichen Marktseite und an der Mühlenstraße sollen maximal Dreigeschosser bleiben. Das Problem: Ein solcher Rückbau ist teurer als ein Abriss. Auf etwa eine Million Euro schätzt Fuderholz die Kosten. Noch einmal rund eine Million Euro würde es wohl kosten, wenn man die Gebäude zusätzlich qualifiziert, also Fassaden und Wohnraum attraktiver gestaltet. Dafür brauche man aber Fördermittel - und die werde das Land erst genehmigen, wenn der Beleg für die Nachhaltigkeit des Projektes und ein klares Ja von der Stadt Forst vorliege, schränkt Fuderholz allzu schnelle Erwartungen ein. Bisher habe sich die Stadt noch nicht erklärt.
Das Konzept für den Marktplatz ist noch „in Bearbeitung“ , bestätigt Planungsamtsleiterin Angelika Geisler auf Nachfrage. Möglicherweise in diesem Jahr soll es in der Arbeitsgruppe mit den Wohnungsunternehmen abgesprochen werden, Anfang kommenden Jahres könnte es in die parlamentarischen Gremien gehen. „Wir sind noch in der inhaltlichen Diskussion.“ Und dazu gehöre, ob man einen Großteil des für das Sanierungsgebiet Innenstadt zur Verfügung stehenden Geldes auf den Markt und die dortigen Gebäude konzentrieren wolle. Der Markt und die Kirche seien schließlich „ein Teil der Stadtmitte - natürlich im Herzen der Stadt. Aber der Stadtkern hat sich doch eher nach Westen verschoben“ , meint sie und nennt als Beispiele die Geschäftszeilen Cottbuser Straße, Promenade und Berliner Straße. Das Geld, was in das FWO-Vorhaben flösse, würde für andere Projekte - „Straßen, Kaufhaus, historische Bebauung“ - fehlen. Da gelte es „sehr gut abzuwägen“ .
Im Grundsatz orientiere man sich noch am Sieger-Konzept aus dem Ideen-Wettbewerb von 2002. Das Franke-Konzept setzt auf eine relativ kleinteilige Markt-Bebauung, für die es die kommenden zehn bis 15 Jahren aber wahrscheinlich keine Investoren gebe, befürchtet die Planungsamtsleiterin. Deshalb überlege man zweistufig: Erst Zwischenlösungen für Freiflächen (die Forster-Tuch-Ideen), darüber hinaus ein langfristiges Gestaltungskonzept (Franke-Plan).
Für mindestens 20 Jahre plant auch die FWO mit dem Projekt am Markt. Das sei erst finanzierbar, wenn Land und Stadt es befürworten, erklärt Fuderholz. Um es umsetzen zu können, sollte aus seiner Sicht bis Jahresende der Willensbildungsprozess abgeschlossen sein, damit man im Frühjahr grünes Licht für die Planungsarbeit und 2007 bis 2009 bauen könne.
Damit bleibt die FWO bei der Haltung, ihre sanierten Gebäude nicht abreißen zu wollen. Fuderholz-Vorgänger Friedbert Winkler hatte deshalb kurz vor seinem Weggang noch mit dem FWO-Ausstieg aus dem Stadtumbau gedroht.

Hintergrund Alle Varianten
 Die FWO-Gebäude neben der Post (Berliner Straße) sind nach Angaben von Günter Fuderholz „auf Dauer nicht zu halten“ . Mietverträge gibt es nur noch befristet. 42 Wohnungen in den Dreigeschossern am Kreisverkehr Amt-/Badestraße sollen dagegen „gründlich aufgewertet“ werden. Die Finanzierung werde derzeit noch geprüft, so Fuderholz: „Kleine Häuser, große Grundstücke - das ist eigentlich die Perspektive für die Stadt.“ Derweil wird am Kirchweg bereits das Umfeld erneuert. An anderen Stellen schließt Fuderholz nicht aus, obere Stockwerke stillzulegen. Insgesamt habe sich der FWO-Leerstand bisher relativ konstant bei 27 Prozent stabilsiert.